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Verkehr

Stadt erzielt wichtige Fortschritte beim Masterplan Mobilität zugunsten der Verkehrswende

Nachricht vom 12.05.2022

Der Masterplan Mobilität 2030 ist ein städtisches Planwerk, das Leitlinien für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung Dortmunds bis in das Jahr 2030 vorgibt. Nun sind drei Teilkonzepte des Masterplans vor dem Abschluss.

Fahrradweg

Ein Teilkonzept des Masterplans dreht sich um den Radverkehr.
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Fußverkehr, Radverkehr, Barrierefreiheit, Öffentlicher Raum - dies sind Teilbereiche des Masterplans Mobilität 2030, mit denen sich die Planer*innen der Stadt Dortmund nahezu täglich befassen. 2016 wurde die Verwaltung per Ratsbeschluss beauftragt, den Masterplan in einem 2-stufigen Verfahren neu zu erarbeiten. 2018 wurde denn die 1. Stufe des Masterplans, das Zielkonzept, als Grundlage für das zukünftige verkehrsplanerische Handeln der Entscheidungsträger*innen in der Stadt beschlossen.

Diese erste Stufe zur Erarbeitung eines strategisch-konzeptionellen Zielkonzepts zur Beschreibung eines Leitbildes war mit dem begleitenden Arbeitskreis und der Öffentlichkeit erarbeitet worden. Darauf aufbauend sollen nun Teilkonzepte in der 2. Stufe erarbeitet und Maßnahmen entwickelt werden. Es wurde dazu beschlossen, dass als erstes diese drei Teilkonzepte bearbeitet werden: Fußverkehr & Barrierefreiheit, Radverkehr & Verkehrssicherheit, Öffentlicher Raum & Ruhender Verkehr, da sie die größte Schnittmenge zueinander haben und weil die drei Verkehrsarten um den öffentlichen Straßenraum konkurrieren.

Strategie hat mehrere Schwerpunkte

Die drei Teilkonzepte bestehen aus sechs Schwerpunktthemen, jeweils eine Verkehrsart und ein Querschnittsthema. Zu jedem der sechs Schwerpunktthemen wurde mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung eine Strategie erarbeitet, die eine grundsätzliche Haltung der Stadt Dortmund beinhaltet und erste Maßnahmen für die Unterstützung der Themen definiert. Über die in den Strategien genannten 40 Maßnahmen hinaus werden bereits Maßnahmen von der Stadtverwaltung unternommen, die ebenfalls die Schwerpunktthemen unterstützen.

Die Strategien sind als eine Einigung auf Grundzüge in den jeweiligen Schwerpunktthemen zu verstehen. Häufig sind die Maßnahmen für Dortmund neuartig, so dass im Laufe der Realisierungsplanung und der Umsetzung modellhafte Erfahrungen gemacht werden, die anschließend für ähnliche Maßnahmen hilfreich sind. "Inhaltlich zielen die Maßnahmen aus den Strategien auf ein klimafreundliches Verkehrsverhaltens ab, indem sie Fußverkehr fördern, Barrierefreiheit unterstützen, Verkehrssicherheit erhöhen und die Aufenthaltsqualität steigern", freut sich Stefan Thabe als Amtsleiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes darauf, wenn die Maßnahmen umgesetzt sind.

Umfangreiche Beteiligung von Bürgerschaft und Organisationen

Die Strategien sind in einem intensiven Arbeitsprozess zusammen mit der Stadtgesellschaft erarbeitet und diskutiert worden. Die Zwischenergebnisse des Planungsprozesses wurden mit der Bürgerschaft in öffentlichen Dialogveranstaltungen diskutiert und weiterqualifiziert. Besonders mit der Mobilitätswoche 2021 hatten Bürger*innen die Möglichkeit, ihre Ideen und Anregungen neuartig digital einzubringen. Darüber hinaus fanden themenspezifische Workshops und die Beteiligung unterschiedlicher Ämter statt, um die Maßnahmen innerhalb der Strategien zu präzisieren und zu qualifizieren.

Klima im Fokus der Verkehrswende

Planungs- und Umweltdezernent Ludger Wilde stellt fest: "Die Maßnahmen sind mal weniger und mal mehr aufwändig. Insgesamt leisten alle zusammen einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrswende, zum Klimaschutz, zur Luftreinhaltung und zum Lärmschutz".

Strategie: Fußverkehr

Dortmund will sich zukünftig stärker als fußverkehrsfreundliche Stadt etablieren. Viele Gründe sprechen dafür, den Fußverkehr zu fördern. Der Fußverkehr ist Basis für jegliche Mobilität. Sie ermöglicht eine eigenständige Mobilität aller Menschen. Als fußverkehrsfreundliche Stadt werden die Lebensqualität und die Identifikation mit der Stadt erhöht. Ein Maßnahmenprogramm soll den Fußverkehr in den nächsten Jahren spürbar verbessern.

Überblick über das Maßnahmenprogramm:

  • Fußverkehrs-Checks und Nahmobilitätskonzepte
  • Beleuchtete Fußgänger*innenunterführungen
  • Fußgängerfreundliche Ampeln
  • Mehr Zebrastreifen für Dortmund
  • Entwicklung und Einrichtung von zwei Geh-Achsen
  • Sitzen in den Bezirken
  • 1.000 Bänke für Dortmund
  • 365 Tage sicheres Gehen
  • Meine Haltestelle
  • Digitale Beteiligung Mängelmelder

Strategie: Barrierefreiheit

Die Strategie stellt die zentrale Leitlinie für die nächsten Jahre dar, die Barrierefreiheit zu verbessern und dazu beizutragen, dass in der Stadt Dortmund eine gute und sichere Mobilität für alle erreicht wird.

Ein Überblick über das Maßnahmenprogramm:

  • Barrierefreie Innenstadt
  • Sofortprogramm - Reflexfolie an Poller
  • Gehgasse vor Ausfahrt
  • Barrierenentfernung im Radverkehr
  • Verbesserung der Barrierefreiheit durch eine angepasste Signale
  • Toiletten
  • Sensibilisierung für gute Baustellen

Strategie: Verkehrssicherheit

Die Verkehrssicherheitsstrategie ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche, nachhaltige Mobilitätsentwicklung und für die Verwirklichung des Zieles, die Verkehrssicherheit und das Sicherheitsempfinden zu erhöhen.

Ein Überblick über das Maßnahmenprogramm:

  • Führerschein gegen Ticket
  • Radverkehr im Mischverkehr = Tempo 30
  • Strategische Verbesserung der Verkehrssicherheit an Knotenpunkten
  • Gehwegnasen
  • Beleuchtung von Bahnunterführungen
  • Sichere Baustellen
  • Schilder frei und rein

Strategie: Öffentlicher Raum

Die Strategie setzt den Fokus darauf, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Straßenraum aufzuwerten und attraktiver zu machen. Zur verbesserten Lebensqualität sollen bei der Gestaltung des öffentlichen Straßenraums soziale, klimatische und Inklusionsansprüche berücksichtigt werden.

Ein Überblick über das Maßnahmenprogramm:

  • Stadtplatzprogramm
  • Quartiersanalysen mit Blick auf den öffentlichen Raum
  • Evaluation des öffentlichen Raums in neuen Stadtquartieren
  • Verstärkte Kontrolle und Reduktion des ruhenden Verkehrs im Straßenraum
  • Ein Gestaltungsleitfaden für den öffentlichen Raum: Konzept für Gestaltungselemente erarbeiten
  • Vorhandene Schnittstelle zwischen Bürgerschaft und Verwaltung
  • Fonds für Bürger*innenideen einrichten
  • Temporäre Umnutzungen im Straßenraum ermöglichen

Strategie: Ruhender Verkehr - Parken

Es wird bereits Parkraum umgewandelt, damit er anderen Nutzungen zugutekommt, anstatt wie früher häufig nur Flächen für den Kfz-Verkehr zu reservieren. Grundsätzlich bestehen auch berechtigte Parkbedarfe. Da die Verkehrswende Platz braucht, ist ein Parkraummanagement ein wichtiger Ansatz, um den Verkehr in der Stadt zu steuern.

Ein Überblick über das Maßnahmenprogramm:

  • Aufbau einer Datenbasis zum Parken
  • Städtebau und Parken, Stellplatzsatzung und Mobilitätskonzepte
  • Parkraummanagement nach Raumkategorien (City-Bereich / innenstadtnahe Gebiete / Stadtbezirkszentren)
  • Parkraummanagement nach Raumkategorien (Gebiete mit hohem Zielverkehr / Gewerbe- / Sondergebiete)

So geht es weiter

Im nächsten Schritt gilt es, die konzeptionell entwickelten Maßnahmen gezielt weiter auszuarbeiten und in die Ausführungsebene zu übertragen, sowie ein strukturiertes Monitoring mithilfe einer Datenbank zu erstellen. Darüber hinaus ist bereits das nächste zu bearbeitende Teilkonzept in den Startlöchern: "Dortmund und die Region - Nach innen und außen vernetzte Stadt", welches einen großen Schwerpunkt auf den ÖPNV setzt. Es wird voraussichtlich im Laufe des Jahres ausgeschrieben.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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