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Gedenkstätte für die Opfer rechtsextremer Gewalt - Vielfalt, Toleranz und Demokratie - Lokalpolitik - Rathaus & Bürgerservice - Stadtportal dortmund.de

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Vielfalt, Toleranz und Demokratie

Gedenkstätte hinter dem Hauptbahnhof
Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Gedenken - Mahnmal für die Opfer des NSU-Terrors

Zum Andenken an die zehn Opfer des rechtsextremen ‚Nationalsozialistischen Untergrunds’ (NSU) in sieben deutschen Städten hat die Stadt Dortmund in unmittelbarer Nachbarschaft zum Auslandsinstitut und zum ehemaligen SS-Gefängnis ‚Steinwache’ in der nördlichen Innenstadt einen Ort der Erinnerung mit einem Mahnmal errichtet.

Am 13. Juli wurde das Mahnmal eingeweiht. Im Beisein der Familie und zahlreichen Gästen, darunter NRW-Integrationsminister Guntram Schneider, die türkische Generalkonsulin Sule Özkaya, die Bundesbeauftragte Barbara John und die Zwickauer Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß, erinnerte Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Mehmet Kubaşık, der am 4. April 2006 in seinem Kiosk in der Dortmunder Nordstadt ermordet worden war: "Mehmet Kubaşık war einer von uns. Die Gedenkstätte erinnert an ihn und die anderen neun Opfer, an die entsetzlichen Verbrechen des NSU und das unmenschliche nationalsozialistische Gedankengut, das dahinter steckt. Sie wird schließlich auch Mahnung sein: Nie wieder darf so etwas geschehen."

Bilderstrecke: Gedenkstätte für die Opfer rechtsextremer Gewalt

Gedenkstätte hinter dem Hauptbahnhof

  Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Alle Bilder dieser Serie finden Sie auch im Medienportal.

Namentliche Nennung aller zehn Opfer

In Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund, Kassel und Heilbronn waren zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen durch Terrorkommandos des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet worden. Neun der Opfer waren Menschen, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat gefunden hatten, ein Opfer war Polizistin.

Nachdem der rechtsextreme Hintergrund dieser entsetzlichen Verbrechen, der viel zu lange im Dunkeln gelegen hatte, offenbar geworden war, vereinbarten der Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Oberbürgermeister der anderen betroffenen Städte, mit Gedenkstätten gemeinsam an die Opfer zu erinnern und gleichzeitig zum gesellschaftlichen Widerstand gegen jede Form von rechtsextremer Gewalt aufzurufen. Dafür wurden eine einheitliche Botschaft und Eckpunkte der textlichen Gestaltung festgelegt. Durch die namentliche Nennung aller zehn Opfer in jeder Stadt sollten die Morde vor allem als Serientaten mit ausländerfeindlichem Charakter gekennzeichnet werden.

Der Ort der Erinnerung in Dortmund besteht aus einem zehn Meter langen und zwanzig Zentimeter breiten Basaltstahl, der sich dem Geländeprofil folgend in der Höhe von 50 auf 25 Zentimeter verjüngt. Er trägt auf der Oberseite den zwischen den beteiligten Städten abgestimmten Text:

"Wir sagen: Nie wieder!"

"Neonazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet: Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin. Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurde, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!"

Den Übergang zu einer zwei Meter hohen, 120 cm breiten und 20 cm starken Gedenkstele bildet ein 1,20 Meter langes, bodenbündig eingebautes Lichtband. Die Stele trägt auf der einen Seite die Namen der Opfer, ihre Wohnorte und die Daten ihrer Ermordung:

"Wir trauern um
Enver Şimşek, 11. September 2000, Nürnberg
Abdurrahim Özüdoğru, 13. Juni 2001, Nürnberg
Süleyman Taşköprü, 27. Juni 2001, Hamburg
Habil Kılıç, 29. August 2001, München
Mehmet Turgut, 25. Februar 2004, Rostock
İsmail Yaşar, 9. Juni 2005, Nürnberg
Theodoros Boulgarides, 15. Juni 2005, München
Mehmet Kubaşık, 4. April 2006, Dortmund
Halit Yozgat, 6. April 2006, Kassel
Michèle Kiesewetter, 25. April 2007, Heilbronn."

Beiderseits der Gedenkstätte geben je drei Bänke, umrahmt von je drei dachförmig gezogenen Platanen, Raum zum Verweilen und zum Gedenken.

Bei der gestalterischen Erarbeitung der Gedenkstätte wurde vielfältiger externer und interner Sachverstand hinzugezogen. So wirkten unter anderem TU-Professorin Christa Reicher und Bildhauerin Dorothee Bielfeld, beide Mitglieder des Dortmunder Gestaltungsbeirates, Ludger Wilde und Norbert Kelzenberg vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt sowie Dr. Rosemarie Pahlke vom Kulturbüro der Stadt Dortmund mit.

Die Familie Kubaşık war mit dem Ergebnis der Planung ebenso einverstanden wie die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord, die dem Entwurf in der Sitzung am 13. März 2013 zustimmte.

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