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Vermessungs- und Katasteramt

Gemeinsamer Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund und Bochum - Neues Monitoring-Konzept soll Bodenbewegungen kontrollieren

Nachricht vom 12.11.2019

Am Dienstag, 12. November, tagten die Stadtspitzen der Stadt Dortmund und der Stadt Bochum im Dortmunder Rathaus. Dabei tauschten sich Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund und Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister der Stadt Bochum, gemeinsam mit dem Verwaltungsvorstand zu verschiedenen Themen aus.

PK VV Dortmund und Bochum 12. November 2019

Die Städte Dortmund und Bochum kamen am Dienstag, 12. November, zusammen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Anja Kador

Unter anderem pochten beide auf das Konnexitätsprinzip in Bezug auf die Betreuung und Integration geduldeter Flüchtlinge. Das Prinzip besagt, dass den Kommunen für übertragene Aufgaben eine entsprechende Kostenerstattung zusteht. Weiterhin ging es mit Blick auf die aktuelle Zinslage um Möglichkeiten Altschulden zu tilgen. Als wichtigstes gemeinsames Projekt stellten Sierau und Eiskirch ein neues Monitoring-Konzept vor, das automatisiert prüfen wird, inwiefern es zu Bodenbewegungen als Spätfolge des Bergbaus kommt.

Bodenbewegungen weiter im Blick

Zu Zeiten des aktiven Steinkohlenbergbaus in Dortmund waren Bergschäden - etwa durch Bergsenkungen - ein normales und zum Stadtbild gehöriges Merkmal zahlreicher Gebäude.

Zwar werden seit Anfang der 2000er-Jahre auf dem Dortmunder Stadtgebiet keine durch Steinkohlenabbau begründeten Bergsenkungen mehr registriert, doch werden in den kommenden Jahren klein- und großräumige Bodenbewegungen zu erwarten sein. Diese untersucht das städtische Vermessungs- und Katasteramt in einer eng abgestimmten Vorgehensweise mit den Städten Bochum, Duisburg, Essen und Mülheim an der Ruhr. Dabei stehen insbesondere die Auswirkungen von Bodenbewegungen auf Infrastrukturen, wie der Stadtbahn, der Kanalisation, Brücken oder größeren Gebäudekomplexen im Fokus.

Kontinuierliches Monitoring-Konzept

Zur Früherkennung und Schadensabwehr an Infrastrukturen und sensiblen Nutzungen haben die für Vermessung und Geoinformation zuständigen Ämter ein Monitoring-Konzept entwickelt, das eine kontinuierliche flächenhafte Betrachtung ermöglicht. Dies ist in eine Digitalstrategie für das Thema gemündet, die eine Mischung aus Satellitenvermessung und lokalen, online-vernetzen Sensoren sowie historischen Bergsenkungskarten vorsieht. Insbesondere der Einsatz eines Sensorwebs ist auch für weitere kommunale Zwecke geeignet, wie Bauwerksmonitoring von Brücken, Stützmauern oder Hallendächern.

Unabhängiges Gesamtbild

Die Städte stimmen sich bei ihrem Vorhaben eng mit weiteren Beteiligten, wie den Altbergbaugesellschaften, der RAG, der Bezirksregierung Arnsberg, der Hochschule Bochum (Fachbereich Geodäsie) oder der Technischen Hochschule Georg Agricola (Forschungszentrum Nachbergbau) ab. Gleichzeitig sind die Städte bestrebt, ein unabhängiges Gesamtbild der Lage zu erhalten, um eigenständig agieren, informieren und entscheiden zu können.

Mögliche Schäden ersparen

Ziel der Gesamtstrategie ist ein Früherkennen von Oberflächenveränderungen im südlichen Ruhrgebiet sowie eine fachlich-technische Wertung durch die Beteiligten, bzw. durch künstliche Intelligenz. Aufgrund einer rechtzeitigen Detektion sind längere Reaktionszeiten zur Gefahrenabwehr und zur Erarbeitung von Lösungsstrategien möglich (Kommunales Krisen-Management). Insbesondere mögliche schädliche Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur, wie die Stadtbahn-Tunnel, sollen durch frühzeitige Hinweise vermieden werden, um so der Stadt einen möglichen Großschaden zu ersparen.