Super Woman Equal Pay Day

Frauen & Gleichstellung

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Adobe Stock

EqualPayDay 2022

Care Arbeit ist MEHR W€RT - Aufwertung der Care-Arbeit!

11.03.2022, 10 bis 16 Uhr

Friedensplatz und Dietrich-Keuning-Haus

10:00 Uhr: Treffen/Anmeldung auf dem Friedensplatz
10:30 Uhr: Marsch durch die Stadt mit Flashmob und Statement-Aktion mit dem Oberbürgermeister Thomas Westphal
12:30 bis ca. 16:00 Uhr: Public Viewing im Dietrich-Keuning-Haus (Live-Übertragung der Equal Pay Day Fachtagung NRW aus der Landeshauptstadt Düsseldorf)

Der Begriff Care-Arbeit – im Deutschen auch Sorgearbeit genannt – beschreibt zum einen Tätigkeiten in Pflegeberufen und zum anderen unbezahlte, private Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen Haushaltsführung etc.). Vom Gender Care Gap sprechen wir, weil Care-Arbeit in Deutschland zu einem Großteil von Frauen geleistet wird. Sie sind sowohl in Pflegeberufen überproportional vertreten als auch oftmals hautverantwortlich für private Sorgearbeit. Diese Ungleichverteilung nimmt direkt Einfluss auf den Gender Pay Gap, der in Deutschland bei unglaublichen 18 % liegt.

Die Corona-Krise zeigt: Care-Arbeit ist systemrelevant! Es ist an der Zeit, dass wir sie entsprechend bew€rten! Menschen die Care Arbeit leisten sind MEHR W€RT als ein abendlicher Applaus. Es bedarf einer gesamtwirtschaftlichen Strategie und politischer Entscheidungen, um beruflicher wie privater Care-Arbeit mehr W€rtschätzung entgegenzubringen! Dies ist ein zentraler Ankerpunkt zur Reduzierung des Gender Pay Gaps!

Eine Karikatur einer Frau, welche folgende Tätigkeiten gleichzeitig ausübt: Staubwischen, Kochen, Geschirr spühlen, Saugen, das Baby bertreuen und das Mobiltelefon bedienen.

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Was läuft verkehrt?

Care-Berufe

Menschen, die in Care-Berufen tätig sind, sind systemrelevant. Das wurde in den letzten Monaten immer deutlicher. Und doch sind gerade sie vielfach von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen und leisten bei wenig Lohn körperlich und psychisch stark belastende Arbeit. Gesamtgesellschaftlich ist dies ein beschämender Zustand!

Zum Vergleich: bei Vollzeit liegt der Monatsbruttolohn von Pflegekräften im Schnitt bei 2.412 €, Bankkaufleute verdienen durchschnittlich 3.879 € brutto.

Den Menschen im Pflegesektor – und das sind zu 80% Frauen! – ist es zu verdanken, dass die ersten Monate der Corona-Krise in Deutschland glimpflich verlaufen sind. Klatschen zeigt Respekt und Dankbarkeit, aber bringt nicht mehr Geld in ihr Portemonnaie!

Private Care-Arbeit

Das Private ist politisch! Auch heute ist die unbezahlte Care-Arbeit geschlechterstereotyp aufgeteilt.
Mehr als zwei Drittel der häuslichen Sorgearbeit wird von Frauen in Paarhaushalten übernommen. Das hat direkte Auswirkungen auf ihren Anteil an der Erwerbsarbeit: So wird die Zeit der Berufstätigkeit zu 61,4% von Männern verrichtet. Dass der Anteil der Frauen lediglich bei 38,6% liegt hat sicherlich mit ihrer Doppelbelastung zutun, die mehr Zeit für bezahlte Arbeit kaum zulässt.

DIW Wochenbericht 10/2019: eigene Darstellung

DIW Wochenbericht 10/2019: eigene Darstellung
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Gleichstellungsbüro

Das Ungleichgewicht in der Verteilung von Care-Arbeit in Paarhaushalten hat sich durch Corona bedingte Kita- und Schulschließungen nachweislich vergrößert!
Die schlechte Bezahlung in Care-Berufen und die ungleiche Verteilung der privaten Care-Arbeit haben deutlich negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation von Frauen – und dies bis ins Rentenalter! Frauen sind hierdurch systematisch ökonomisch schlechter gestellt als Männer.


Was ist zu tun?

Care-Berufe – Wir fordern:

  • Eine zusammenhängende Strategie zur Neubewertung und finanziellen Aufwertung von Care-Berufen.
  • Bessere Arbeitsbedingungen in allen Care-Berufen (z. B. verlässliche Personalbemessung, keine Verdichtung durch Renditeorientierung, Ausbildungsvergütung, Abkehr von Fallpauschalen).

Private Care-Arbeit – Wir fordern:

  • Klare Impulse aus der Politik, damit Frauen und Männer in gleichem Umfang erwerbstätig sein können und Männer mehr Verantwortung im Bereich der unbezahlten Arbeit übernehmen (z. B. durch eine Ausweitung der Partnermonate beim Elterngeld).
  • Ein gerechteres Steuersystem und die Abschaffung des Ehegattensplittings.
  • Einen arbeitgebergestützten Kulturwandel, hin zu einer Vereinbarkeit, die Frauen UND Männer gleichermaßen anspricht und in die Verantwortung nimmt.

Einladung zum Dortmunder Equal Pay Day am 11.03.2022 (10 Uhr)

Das Dortmunder Equal Pay Day Bündnis legt in diesem Jahr seinen Fokus auf den Gender Care Gap.

Die bestehenden Ungleichverteilungen in der beruflichen wie privaten Care-Arbeit haben direkte Auswirkungen auf das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern und wirken sich bis ins Rentenalter aus.

Wir vom Aktionsbündnis laden Sie herzlich ein, am Dortmunder Equal Pay Day teilzunehmen!

Zeigen Sie Flagge mit uns für Lohngerechtigkeit, insbesondere für mehr W€rtschätzung der bezahlten als auch unbezahlten Sorgearbeit. Machen Sie mit beim Marsch durch die Stadt!

Nehmen Sie anschließend am gemeinsamen Public-Viewing zur Equal Pay Day-Fachtagung NRW aus der Landeshauptstadt Düsseldorf in der Agora des Dietrich-Keuning-Hauses teil. Hierbei nehmen namhafte Politiker*innen auf Landesebene, u.a. der Ministerpräsident Hendrik Wüst, das Thema in den Fokus und sprechen über Handlungsbedarfe und ihren politischen Beitrag für mehr Lohngerechtigkeit.

Hinweise zur Corona-Situation:

Wir weisen Sie darauf hin, dass der Termin unter Vorbehalt dessen steht, wie sich die Corona-Krise weiter entwickelt. Im Zweifelsfall informieren Sie sich bitte beim Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund.

Es besteht vor Ort die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Kontakt und Anmeldemöglichkeit

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