Die heilige Johanna der Schlachthöfe
21,00 € / 11,00 € ermäßigt
von Bertolt Brecht
Perpetuum Mobile - Dramaturgin Sabrina Toyen über Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Die heilige Johanna der Schlachthöfe zeigt eine Welt, in der wirtschaftliche Machtverhältnisse Mitgefühl zur Ware machen und moralische Verantwortung systematisch unterlaufen wird. Brecht platziert das Stück inmitten einer Gesellschaft, in der Ausbeutung, Ungleichheit und ideologische Verbrämung ineinandergreifen und soziale Gewalt als notwendige Ordnung erscheinen lassen. Johanna steht im Zentrum dieses Gefüges als Suchende nach Gerechtigkeit – und scheitert an Strukturen, die individuelles Handeln überfordern.
Diese Erzählung wird in Räumen industrieller Geschichte verortet, in denen sich Fragen von Arbeit, Macht und Verantwortung bis in die Gegenwart fortschreiben. Die Orte der Handlung – die Schlachthöfe Chicagos, die Viehbörse und der Sitz der Schwarzen Strohhüte – werden durch die Ortsspezifik zur begehbaren Installation am Schauplatz der Arbeitswelt im Industriezeitalter des Ruhrgebiets. Die Struktur der Spiegelung, die das Stück durchzieht, lässt die Handlung wie ein Perpetuum Mobile wirken: Figuren, Konflikte und Machtmechanismen drehen sich virtuos um sich selbst, gesellschaftliche Kreisläufe wiederholen sich, und das Publikum wird Zeuge von präziser Bewegung und zyklischer Dynamik – ein dramaturgisches Echo der gesellschaftlichen Mechanismen, die Brecht beschreibt.
In der Regie von Ariane Kareev entwickelt das Schauspiel Dortmund im Herbst 2026 eine Neuinszenierung von Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe in einer Spiegelstruktur, also in einer Parallelführung vom Anfang und vom Ende. Das bedeutet, das Publikum kann Brechts Drama in gleich zwei Versionen erleben, die verschiedene Perspektiven auf seine Figuren ermöglichen. Den ästhetischen Rahmen entwickelt unter anderem die Bühnenbildnerin Lina Oanh Nguyễn in der Waschkaue, der Kompressorenhalle und auf dem Gelände der Kokerei Hansa.
Mit einem großen Ensemble, dem Dortmunder Sprechchor und Zirkusartist*innen wird Ariane Kareev Brechts Bühnenfassung als bewegendes Spektakel in Szene setzen. Dem Dortmunder Publikum hat die Regisseurin sich bereits in der vergangenen Spielzeit mit der Inszenierung von Antigone vorgestellt. Die Tragödie von Sophokles in einer Bearbeitung von Roland Schimmelpfennig verhandelt die Grenzen von öffentlichem Recht und göttlicher Ordnung und wurde in Ariane Kareevs Inszenierung mit formstarken Akzenten versehen.
Nun freuen wir uns sehr, den vielschichtigen und brachialen Klassenkampf des Brecht-Klassikers in ihrer Handschrift zeigen zu dürfen – als ein Perpetuum Mobile aus Figuren, Konflikten und gesellschaftlicher Dynamik, das Zuschauende in den Sog der Handlung zieht und die Endlosigkeit sozialer Mechanismen spürbar macht.
Bitte beachten: Die Kokerei Hansa ist ein besonderer Aufführungsort – und im Winter entsprechend kühl. Bitte denken Sie an warme Kleidung und festes Schuhwerk für Ihren Besuch.
- Vor der Vorstellungam 29.11.26
Torte und Theater
Preise
21,00 € / 11,00 € ermäßigt
Veranstaltungsort
Kokerei Hansa
Anschrift und Erreichbarkeit44369 Dortmund
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MontagGeschlossen
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Dienstagbis
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Freitagbis
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Veranstalter
Theater Dortmund
Anschrift und Erreichbarkeit44137 Dortmund
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