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Tief im Wald: Unterwegs im Naturschutzgebiet Hohensyburg-Klusenberg
Im südlichen Stadtteil Dortmunds liegt in den Ruhrsteilhängen von Hohensyburg und Klusenberg ein 87,2 Hektar großes Naturschutzgebiet.
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In Dortmund gibt es insgesamt 35 Naturschutzgebiete, aber nur eines davon liegt in einem Gebirge: das Naturschutzgebiet Hohensyburg und Klusenberg. Es ist Teil des Ardeygebirges, das sich über 18 km Länge südlich von Witten an der Ruhr nach Osten bis Dortmund-Aplerbeck erstreckt.
Hoch hinaus im Süden Dortmunds
Urbane Kultur und zugleich viel Grün – so lässt sich Dortmund in wenigen Worten beschreiben. Mit 35 Naturschutzgebieten, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen und insgesamt eine Fläche von 2.700 Hektar umfassen, gehört Dortmund im Vergleich zu den ganz besonders grünen Städten.
Die Naturschutzgebiete bieten vielfältige Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft Dortmunds unterscheiden sich die einzelnen Gebiete deutlich voneinander und weisen jeweils ihre eigenen landschaftlichen Besonderheiten auf. Sie reichen von Wäldern, Feldern und Bachauen über Seen bis hin zu bergigen Landschaftsbereichen. Zu den bergigsten Naturräumen in Dortmund zählt auch das im Süden der Stadt gelegene Naturschutzgebiet „Hohensyburg und Klusenberg“.
Naturschutzgebiet Hohensyburg-Klusenberg
Naturschutzgebiet "Hohensyburg und Klusenberg"
Das seit 2002 unter Schutz stehende Naturschutzgebiet „Hohensyburg und Klusenberg“ im Süden Dortmunds ist ein Ort mit einzigartigem Bewuchs und einigen seltenen Tierarten wie der Schling- und Ringelnatter und der Waldeidechse. Im 20. Jahrhundert war Dortmund vom Bergbau geprägt. Im Gebiet um die Hohensyburg finden sich zahlreiche Spuren des frühen Steinkohlebergbaus, zum Beispiel der „Schulmeister-Steinbruch“. Somit hat das Gebiet auch eine kulturhistorische Bedeutung für Dortmund und die Region. In vielen Dortmunder Häusern und Gärten finden sich heute noch Ruhrsandsteine, die dort abgebaut und gern als Baumaterial genutzt wurden.
Doch auch für Sportfreunde ist das Naturschutzgebiet empfehlenswert, denn die charakteristischen Ruhrsteilhänge im Dortmunder Süden weisen auf kurzer Strecke einen Höhenunterschied von knapp 160 m auf und bringen Besuchende schnell zum Schwitzen. Naturräumlich betrachtet gehört das Naturschutzgebiet damit bereits zum Mittelgebirge; nur etwa 15 Prozent des Dortmunder Stadtgebiets gehören dazu. Aufgrund der südlichen Ausrichtung und der ausgeprägten Hanglage handelt es sich um trockenwarme Standorte. Dort findet sich teilweise eine schüttere Vegetation, außerdem treten blanke Felsformationen mit einer Höhe von bis zu 10 m hervor. Der Sandstein schafft ein saures und nährstoffarmes Milieu, in dem sich vor allem die Traubeneichen sehr wohlfühlen und den Hauptteil des Baumbestands ausmachen.
Das Gebiet rund um die Hohensyburg ist durch ein stark ausgeprägtes Relief mit steilen Hängen und markanten Felsbereichen gekennzeichnet. Die flachgründigen und nährstoffarmen Böden schaffen besondere Standortbedingungen für die Pflanzenwelt. In der Krautschicht wachsen unter anderem Heidekraut, Heidelbeeren, Weiße Schwalbenwurz und der Schwarzstielige Streifenfarn. Diese besondere Vegetation ist an die trockenen und nährstoffarmen Verhältnisse des Gebietes angepasst.
Eine besondere Reptilienart ist die Schlingnatter, die kleinste einheimische Schlangenart, die erst seit wenigen Jahren im Naturschutzgebiet "Hohensyburg und Klusenberg" nachgewiesen wird. Sie bevorzugt trockene, warme Standorte. Daneben sind im Gebiet auch Ringelnattern und Waldeidechsen zu finden. Unter den Amphibien ist insbesondere der Feuersalamander hervorzuheben, der jedoch durch den aus Asien eingeschleppten Hautpilz "Bsal" (Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans) sehr stak bedroht ist.
Wer auf einem der zahlreichen Wanderwege unterwegs ist, hat sie sicherlich schon einmal gehört oder beobachtet: die verschiedenen Spechtarten, die im Gebiet vorkommen. Dazu zählen unter anderem der Buntspecht, der Grünspecht, der Mittelspecht und der Schwarzspecht. Ihre Rufe und ihr charakteristisches Verhalten machen die Vielfalt der Vogelwelt für aufmerksame Besucherinnen und Besucher erlebbar. Darüber hinaus gibt es Sichtungen von Uhus und Kolkraben, die das vielfältige Artenspektrum des Gebietes zusätzlich ergänzen. Der Waldkauz ist ein typischer Vertreter für dieses Gebiet und deutlich an seinem Ruf „Kuit" oder „Kuwitt" und dem langgezogenen, heulenden „Huu-hu-huhuhuhuu“ oder „huuuum“ zu erkennen
Hinweise für Besucherinnen und Besucher
Kurzer Appell an die Besucherinnen und Besucher: Bitte verlassen Sie die Wege in den Naturschutzgebieten nicht und leinen Sie Ihren Hund an bzw. führen ihn auf den Wegen, um seltene Tiere und Pflanzen nicht zu stören und der Natur einen Rückzugsraum zu lassen. Laute Geräusche können bei vielen Tierarten Fluchtreflexe auslösen, bitte verhalten Sie sich entsprechend ruhig. Und fast das Wichtigste: Genießen Sie die Schönheit, Vielfalt und die frische Luft!
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