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Dortmund präsentiert erfolgreichen Ansatz zur Arbeitsmarktintegration von EU-Bürgerinnen und -Bürgern

Inhalt bereitgestellt von: Pressestelle Stadt Dortmund

Hand in Hand zum Erfolg: In Dortmund schaffen das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und die Stadt passgenaue Lösungen, um neu zugewanderte EU-Bürgerinnen und Bürger nachhaltig in Arbeit zu bringen. Alle Partnerinnen und Partner haben sich jetzt an einen Tisch gesetzt und sich dazu ausgetauscht.

Das bundesweite „Modellvorhaben zur Verbesserung der Erwerbsteilhabe von Unionsbürger*innen“ wird in Dortmund seit 2023 umgesetzt. Ziel ist es, Menschen zu erreichen, die keinen Zugang zu den Regelsystemen der Arbeitsförderung finden. Es geht darum, ihre Potenziale zu erschließen und ihnen Wege in existenzsichernde Beschäftigung zu ebnen. Dortmund ist neben München, Hamburg, Frankfurt/Main und Mannheim eine von fünf Modellstädten bundesweit. In Dortmund ist das Zusammenspiel zwischen Stadt, Arbeitsverwaltung und Trägern bestens eingespielt und gilt als herausragende Kooperation im interkommunalen Vergleich.

Füsers: Nachhaltige Integration ist der wirksamste Schutz vor Ausbeutung

„Dortmund will Arbeitskräftepotenziale erschließen und gleichzeitig Ausbeutung konsequent bekämpfen“, betont Sozialdezernentin Frauke Füsers . „Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter sorgen wir dafür, dass neu zugewanderte EU-Bürgerinnen und -Bürger möglichst schnell und nachhaltig in Arbeit integriert werden. Denn nachhaltige Integration ist der wirksamste Schutz vor prekären Lebenslagen und ausbeuterischen Strukturen.“

Zugewanderte erhalten Beratung und Unterstützung aus einer Hand

Zentraler Baustein des Dortmunder Ansatzes ist das Dienstleistungszentrum „MigraDo“, das als One-Stop-Shop alle relevanten Angebote bündelt. Hier erhalten Zugewanderte Beratung und Unterstützung aus einer Hand - abgestimmt zwischen Stadt, Arbeitsverwaltung und freien Trägern.

Heike Bettermann , Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, unterstreicht die Bedeutung früher und aufsuchender Beratung: „Viele Menschen aus der Zielgruppe erreichen wir nicht über klassische Zugangswege. Deshalb ist es entscheidend, sie frühzeitig und aktiv anzusprechen, Vertrauen aufzubauen und sie ganzheitlich zu unterstützen. Arbeitsmarktintegration kann nur gelingen, wenn wir die gesamte Lebenssituation in den Blick nehmen und eng mit allen lokalen Akteurinnen und Akteuren zusammenarbeiten.“

Enorm wichtig: Unternehmen vor Ort

Der Dortmunder Ansatz verbindet Arbeitsmarktintegration mit sozialer Unterstützung. Denn der Weg in Arbeit beginnt nicht immer mit einer Bewerbung. Manchmal braucht es zuerst einen Sprachkurs, eine Weiterbildung, Unterstützung in einer schwierigen Lebensphase oder Hilfe dabei, eigene Stärken sichtbar zu machen. Dazu zählen auch Fähigkeiten, für die es kein Zertifikat gibt: etwa praktische Erfahrung in der Pflege von Angehörigen, Organisationstalent im Familienalltag oder handwerkliches Können aus früheren Tätigkeiten. Diese Kompetenzen werden erfasst und in die Integrationsstrategie einbezogen. Unternehmen vor Ort sind dabei wichtige Partner: Sie eröffnen Beschäftigungsmöglichkeiten, geben Menschen eine Chance und begleiten Integrationsprozesse aktiv mit.

Stephanie Krömer , Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, hebt die Bedeutung abgestimmter Prozesse hervor: „Unser gemeinsames Ziel ist es, Menschen passgenau zu unterstützen und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Durch die enge Zusammenarbeit und klare Übergänge zwischen den Systemen können wir individuelle Wege in Arbeit ermöglichen – auch bei komplexen Ausgangslagen.“

Modellvorhaben hat starke Erfolgsquoten

Die bisherigen Ergebnisse des Modellvorhabens in Dortmund sind vielversprechend: 31 Prozent der Teilnehmenden konnten in Arbeit vermittelt werden. Davon schafften rund 90 Prozent den Sprung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, weitere 10 Prozent erhielten geringfügige Beschäftigungen. Damit zeigt sich, dass der integrierte Ansatz sowohl arbeitsmarktpolitisch wirksam als auch sozial stabilisierend ist.

Roland Schüßler , Geschäftsführer der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, kommentiert mit Blick auf die Stadt: „Der Arbeitsmarkt steht schon jetzt demografisch unter Druck. Das wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Chancen nutzen, die sich bieten. Neben der Ausbildung von Nachwuchsfachkräften und der Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gehört dazu als drittes auch die Integration ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Arbeit. Ein Vorbild, wie das gelingen kann, bietet der Dortmunder Ansatz zur Integration in Arbeit von zugewanderten EU-Bürgerinnen und Bürgern. Wir sehen die ganzheitliche Unterstützung aus einer Hand als genau den richtigen arbeitsmarktpolitischen Weg an, wie wir erfolgreich Menschen für den Arbeitsmarkt gewinnen können. Zudem setzt es ein sozialpolitisches Zeichen, wie ein wirksamer Beitrag zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung geleistet werden kann. Zuwanderung ist ein Gewinn für alle: Für die Menschen, wie auch für den Arbeitsmarkt sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.“

Der Dortmunder Ansatz ist eingebettet in die Gesamtstrategie Neuzuwanderung der Stadt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel bleibt es, Integration nachhaltig zu stärken, Fachkräftepotenziale zu erschließen und zugleich einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung von Ausbeutung und illegalen Strukturen zu leisten. „Unsere Erfahrungen zeigen: Es braucht niedrigschwellige, ganzheitliche Angebote aus einer Hand statt fragmentierter Zuständigkeiten“, so Füsers abschließend. „Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen und erhoffen uns dafür auch die Verankerung und Finanzierung solcher Strukturen über die Regelsysteme.“

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Integration