Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Dortmunder Kunstmäzen Horst Zölffel im Alter von 96 Jahren verstorben

Inhalt bereitgestellt von: Pressestelle Stadt Dortmund

Der Dortmunder Kunstmäzen Horst Zölffel ist am 25. Juli 2026 im Alter von 96 Jahren in Wetzlar verstorben. Mit ihm verliert Dortmund einen begeisterten Kunstliebhaber und Mäzen, der sich über Jahrzehnte mit großer Verbundenheit für die bildende Kunst und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) engagierte.

Horst Zölffel gehörte 1998 zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung für das MKK. Die Stiftung war auf Initiative der Dortmunder Museumsgesellschaft e.V., der Dortmunder Stadtwerke und der damaligen Stadtsparkasse Dortmund gegründet worden. Als gemeinnützige und selbstständige Stiftung unterstützt sie unter anderem die Forschung am MKK und fördert wissenschaftliche Publikationen, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Zuwendung von Kunst- und Kulturgegenständen. Das Stiftungskapital beträgt heute knapp zwei Millionen Euro.

Ein besonderes Anliegen war Zölffel die Umsetzung des letzten Wunsches seiner 1997 verstorbenen Ehefrau Ilse Winternheimer-Zölffel. Die langjährige Dortmunder Rechtsanwältin und Notarin hatte der bildenden Kunst zeitlebens einen hohen Stellenwert eingeräumt. Durch eine mit ihrem Namen verbundene Zustiftung unter dem Dach der Stiftung für das MKK gelangten mehr als 20 Kunstobjekte – darunter Gemälde und Skulpturen namhafter Künstler*innen – in den Besitz der Stiftung. Die Schenkungen beziehungsweise aus ihrem Vermögen finanzierten Ankäufe repräsentieren einen weiteren mittleren sechsstelligen Wert.

Besonderes Interesse an Gemälden

Auch aus seinem eigenen Vermögen unterstützte Zölffel das MKK. 2008 stiftete er ein Aktienpaket im Wert von 212.000 Euro - damals feierte die Stadt das 125-jährige Bestehens des Museums, das 100-jährige Bestehens der Museumsgesellschaft und das zehnjährige Bestehen der Stiftung. Bereits zuvor hatte er angekündigt, Wertpapiere und Kunstgegenstände aus seinem eigenen Vermögen für das Museum zur Verfügung stellen zu wollen.

Bei der Auswahl von Kunstwerken vertraute Zölffel auf die Expertise der Mitarbeitenden des Museums. Gleichzeitig nahm er selbst mit großer Freude an den Entscheidungsprozessen teil. Über mehrere Jahre begleitete er die Museumsmitarbeiter*innen unter anderem zur international renommierten Kunstmesse TEFAF nach Maastricht, die alljährlich Werke von höchster Qualität präsentiert.

Zölffels besonderes Interesse galt Gemälden, die über ihre ästhetische Qualität hinaus historische und politische Bezüge aufweisen und damit auch einen didaktischen Wert besitzen. Ein Beispiel dafür ist das Gemälde „Die Familie des königlich preußischen Geheimrates Felix Du Bois-Reymond“ von Louise Henry (1798–1839). Aus seinen Mitteln sowie aus der Stiftung im Namen seiner Ehefrau konnten zudem bei der Versteigerung von Werken aus der Sammlung Schäfer in Schweinfurt ein Frauenporträt von Anselm Feuerbach und ein Gemälde von Max Slevogt für das MKK erworben werden.

Rückzug aus dem Vorstand aus Altersgründen

Seine Liebe zur bildenden Kunst war eng mit der persönlichen Freude am Museumsbesuch verbunden. Im MKK fand der ausgebildete Techniker einen Ort der geistigen und sinnlichen Anregung. Auch seine eigene kleine Sammlung hochwertiger Tierbronzen überließ er dem Museum. Dazu gehören unter anderem ein Fohlen und ein junger Elefant von Renée Sintenis sowie ein Milan und ein Pelikan von Gerhard Marcks.

Besonders verbunden war Zölffel dem kleinen Elefanten der Bildhauerin Renée Sintenis. Noch Jahre nach der Übergabe an das Museum brachte er die Steinplatte nach, auf der die Figur zuvor bei ihm zu Hause gestanden hatte. Sie sei diese Platte schließlich „gewohnt“, bemerkte er dazu augenzwinkernd.

Neben seiner finanziellen und persönlichen Unterstützung engagierte sich Horst Zölffel auch unmittelbar in der Stiftungsarbeit. Von der Gründung der Stiftung 1998 bis 2014 gehörte er ihrem Vorstand an. Aus Altersgründen zog er sich anschließend aus dem Vorstand zurück, verfolgte die Entwicklung des MKK und „seiner“ Stiftung jedoch weiterhin aufmerksam, soweit es ihm möglich war.

Die Liebe zur Kunst und die Besuche von Museen und Ausstellungen blieben bis ins hohe Alter ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Erst in seinen letzten Lebensjahren verließ Zölffel Dortmund und zog nach Wetzlar in die Nähe seiner Tochter und ihrer Familie. Dort verstarb er am 25. Juli 2026.

Mit Horst Zölffel verliert Dortmund einen großzügigen Förderer des MKK, einen engagierten Stifter und einen Menschen, dessen tiefe Verbundenheit mit der Kunst und dem Museum über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Spuren in der Dortmunder Museumslandschaft hinterlassen hat.

Anhänge