Umleitungsstrecken bleiben baustellenfrei, wenn die A45-Brücke neu gebaut wird
Gut durch die Großbaustelle im Dortmunder Westen kommen
Die Martener Straße ist seit Montag, 2. November, gesperrt. DONETZ legt dort Leitungen um, damit der Brückenneubau für die A45 im nächsten Jahr pünktlich starten kann. Um die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich zu halten, sollen die Umleitungs- und Ausweichstrecken schon jetzt möglichst frei von Baustellen bleiben. Dies wird spätestens dann wichtig, wenn es im April 2027 mit dem Abriss und Neubau der Brücke los geht.
Bislang ist nur die Martener Straße gesperrt. Wenn Ende April 2027 bis Februar 2028 die Sperrung der A45 zwischen Hafen und Dortmund-West hinzukommt, wird viel zusätzlicher Verkehr durch das Stadtgebiet rollen. Eine Herausforderung liegt darin, Gewerbe- und Wohngebiete weiterhin erreichbar zu halten und Belastungen für Verkehrsteilnehmende und Anliegende auf ein überschaubares Maß zu begrenzen. Damit Autofahrende, Busse, aber auch Rettungskräfte trotzdem zügig vorankommen, will die Stadt die Umleitungswege frei von Baustellen halten. Auch auf den wichtigsten Ausweichrouten gilt dann eine strenge Baustellenfreiheit. Neue Straßenbaustellen, die planbar sind und verschoben werden können, soll es dort nicht geben.
Drei-Kategorien-Konzept gegen den Verkehrskollaps
Um das Verkehrsnetz leistungsfähig zu halten, teilt die Stadt die betroffenen Straßen in drei klare Schutzbereiche ein:
Kategorie 1 – Strenge Baustellenfreiheit im Kerngebiet: Diese Stufe soll schnellstmöglich schon für den Ortskern von Marten gelten und für alle Straßen, auf die der Verkehr wegen der Sperrung der Martener Straße ausweicht. So blockieren keine neuen Baustellen die Fahrbahnen. Das sichert vor allem die Wege für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste. Einzige Ausnahme ist die Großbaustelle zum Hochwasserschutz am Roßbach (Bärenbruch): Hier ersetzen Arbeiter seit 2025 einen Düker, also eine unterirdische Rohrleitung, durch eine neue Brücke. Diese Arbeit läuft unter Einbahnstraßenregelung weiter, da eine Unterbrechung nicht möglich ist.
Kategorie 2 – Baustellenfreie Ausweichrouten bei Start des Brückenneubaus: Mit der Sperrung auf der A45 im April 2027 greift diese Stufe. Sie erweitert den Radius und schützt die großen Achsen, die den enormen Umleitungs- und Ausweichverkehr auffangen müssen. Betroffen sind insbesondere die Routen über die OWIIIa und den Dorstfelder Hellweg. Auch hier gilt ein strenges Baustellen-Verbot. Ausgenommen sind lediglich bereits laufende Baustellen, deren Arbeiten aus betrieblichen oder organisatorischen Gründen nicht unterbrochen oder verschoben werden können und deren Auswirkungen auf die Umleitungsstrecken möglichst gering sind.
Kategorie 3 – Koordinationspflicht für das gesamte Hauptstraßennetz in Dortmund: Diese Stufe umfasst das sogenannte Vorbehaltsnetz der Stadt Dortmund. Vom 28. April 2027 bis zum 31. Januar 2028 muss das Tiefbauamt jede neue Baustelle auf diesen wichtigen Straßen vorab genau prüfen. Dabei wird genau in den Blick genommen, wie sich die Ausweichverkehre der A45 entwickeln. Wenn ein Projekt den Verkehrsfluss gefährdet oder mit anderen Maßnahmen kollidiert und sich zeitlich verschieben lässt, muss es warten. Bereits geplante größere Baustellen werden so optimiert, dass Kreuzungen frei bleiben.
Das zeigen die Verkehrsmodelle von Stadt und Land
Die Stadt überlässt die Baustellen-Planung nicht dem Zufall, sondern nutzt computergestützte Verkehrsmodelle. Diese simulieren, wie sich die Verkehrsströme durch die Sperrungen verlagern können:
- Die Verkehrsmodelle widerlegen die Hoffnung, dass die A45-Sperrung nur den Fernverkehr trifft. Nur rund 10 Prozent der Fahrzeuge sind überregional unterwegs und nutzen die weiträumigen Autobahn-Umleitungen. Die restlichen 90 Prozent haben ihren Start oder ihr Ziel in Dortmund und Umgebung. Das bedeutet: Der Großteil des durch die gesperrte A45 verdrängten Verkehrs sucht sich seinen Weg durch das Dortmunder Stadtgebiet.
- Der Verkehr im Westen: Schon seit dem 2. November 2026 führen vorbereitende Arbeiten zu Ausweichverkehr in Marten. Spätestens wenn beide Sperrungen ab Ende April 2027 aktiv sind, geben die Modelle besonders für den Bereich rund um Dorstfeld eine Warnung, zum Beispiel den Dorstfelder Hellweg. Auf allen Achsen in Nord-Süd-Richtung werden die Verkehre versuchen, neue Wege zu finden. Beispiele sind hier die Provinzialstraße, Westricher Straße, Martener Ortskern, Dorstfelder Allee, aber auch bis hin zur Dortmunder Innenstadt.
- Betroffene Straßen im Blick: Der Rückstau von den Hauptknotenpunkten wird sich in das weitere Netz verteilen. Laut Modell betrifft das besonders den Kesselborn, den Martener Hellweg, die Steinhammerstraße, den Lütgendortmunder Hellweg, die Overhoffstraße, die Planetenfeldstraße sowie die Borussiastraße an der A40-Auffahrt. Auch die Kreuzung Dorstfelder Allee / Mallinckrodtstraße wird stark betroffen sein. Sogar im Bereich der Universität (Universitätsstraße und Hauert) in Richtung Süden zur A45-Anschlussstelle Eichlinghofen prognostiziert das städtische Verkehrsmodell erhebliche Mehrbelastungen. Es ist also schrittweise mit mehr Verkehr in weiteren, zunächst nicht unmittelbar betroffenen Bereichen des Dortmunder Verkehrsnetzes zu rechnen.
Stadt bleibt flexibel und sichert Notfälle ab
Die Stadt beobachtet den Verkehr während der gesamten Bauzeit. Wenn Autofahrer*innen andere Wege nutzen als prognostiziert, passt das Tiefbauamt die Regeln umgehend an. Wenn Rohre brechen oder die Verkehrssicherheit in Gefahr ist, müssen Eingriffe im Rahmen von Notmaßnahmen auf Straßen selbstverständlich vorgenommen werden.
Hintergrund: Neue Brücke und Sanierung Bahntrasse
Die Autobahn GmbH nutzt für den Brückenneubau zwischen April 2027 und Februar 2028 eine lange geplante Sperrpause der Deutschen Bahn. Die Bahn bündelt Baumaßnahmen auf der Strecke Duisburg – Essen – Bochum – Dortmund. Im Zeitraum vom 9. Juli 2027 bis 15. Oktober 2027 gibt es daher auf dieser Strecke keinen Zugverkehr. Es ist davon auszugehen, dass eine nicht unerhebliche Anzahl an zusätzlichen Bussen für den Schienenersatzverkehr täglich den Dortmunder Hauptbahnhof erreichen und auch wieder verlassen müssen.
Weil viele ÖPNV-Nutzende in dieser Zeit auf das Auto umsteigen könnten, wird es dann auch auf den Straßen enger. Die besondere Verkehrssituation fällt zusammen mit einem Großereignis der besonderen Art: Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 wird zwischen dem 23. April und dem 17. Oktober täglich viele Hunderte bis Tausende Menschen nach Dortmund ziehen, die nicht nur den Zukunftsgarten in Huckarde und Mengede besuchen wollen, sondern auch die Zukunftsgärten in Lünen, Gelsenkirchen oder Duisburg sehen möchten.
Anhänge
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Diese Umleitungsstrecken gelten für den Pkw-Verkehr in Marten. , 13 MB , JPEG Quelle: Stadt Dortmund -
Die Ausweichstrecken für Lkw sind auf dieser Karte dargestellt. , 13 MB , JPEG Quelle: Stadt Dortmund