Dortmund macht sich fit für den Hochwasserschutz
Neue digitale Karten zeigen Wassertiefen und Strömungen bei Hochwasser in Dortmund
Die Stadtentwässerung Dortmund hat die ersten detaillierten Hochwasser-Gefahrenkarten veröffentlicht. Sie zeigen für das Einzugsgebiet von Marksbach und Heisterbach in Hombruch und Hörde, welche Flächen bei Flusshochwasser unter Wasser stehen. Bürger*innen können die digitalen Karten ab sofort im Geoportal der Stadt abrufen, um eigene Risiken einzuschätzen und Schäden vorzubeugen.
Eine Starkregen-Gefahrenkarte hat Dortmund schon länger im Angebot. Sie zeigt Bereiche, in denen sich bei Starkregen das Wasser ansammeln kann, ganz unabhängig von Flüssen oder Bächen, die in der Nähe sind. Die neuen Hochwassergefahrenkarten nehmen genau diese Flüsse, Bäche und anderen Fließgewässer in den Blick. Sie ordnen ein, wo mit Überschwemmungen durch über die Ufer tretende Fließgewässer gerechnet werden muss. Beide Karten ergänzen sich also ideal. Im Geoportal der Stadt lassen sich die Simulationen beider Karten entweder einzeln oder zusammen aufrufen.
Hochwassergefahrenkarten zeigen Wassertiefen und Strömungstempo
Die neuen Karten zeigen genau, wie weit sich das Wasser ausbreitet. Blaue Flächen markieren die überschwemmten Bereiche. Dabei gilt: Je dunkler das Blau, desto höher steht das Wasser über der Geländeoberfläche an. Die Skala reicht von flachen Bereichen unter 50 Zentimetern bis hin zu gefährlichen Wassertiefen von über vier Metern. Zudem zeigen grüne, gelbe und rote Pfeile die genaue Fließrichtung und die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers. Ein roter Pfeil warnt vor einem hohen Tempo von über zwei Metern pro Sekunde, was die Gefahren für Mensch und Gebäude drastisch erhöht. Das hilft Hauseigentümern und Unternehmen, Risiken für ihre Gebäude frühzeitig zu erkennen und sich zu schützen.
Die Stadtentwässerung unterscheidet in den Karten drei Szenarien:
- Häufiges Hochwasser – kommt statistisch alle 10 bis 20 Jahre vor
- Mittleres Hochwasser – tritt im Schnitt alle 100 Jahre auf
- Extremes Hochwasser - kommt deutlich seltener als alle 100 Jahre vor (seltenes, besonders schweres Ereignis)
Pläne für das gesamte Stadtgebiet folgen schrittweise
Die Stadt Dortmund vermisst für die Gefahrenkarten nach und nach alle städtischen Gewässerprofile – ein sehr aufwendiges Verfahren. Das unter Wasser liegende Flussbett kann mit herkömmlichen Methoden wie Satelliten oder Laserscanning von oben nicht erfasst werden. Wasser reflektiert oder schluckt Lasersignale, weshalb die echte Tiefe und Form der Gewässersohle unklar bleibt. Hinzu kommen Erschwernisse durch örtlich dichten Bewuchs. Für die späteren Hochwasser-Simulationen braucht es jedoch alle paar Meter ein exaktes Unterwasser- und Uferprofil. Hinzu kommt: Jede Brücke, jedes Wehr und jede Verengung beeinflusst das Hochwasser deutlich und muss deshalb exakt vermessen werden.
Zusammenarbeit mehrerer Ämter und Organisationen
Aufgrund des hohen Aufwands entstehen die Karten Schritt für Schritt innerhalb der kommenden Jahre. So kommen Karten für einzelne Einzugsgebiete hinzu, sobald die Daten vorliegen und verarbeitet sind. Die Stadtentwässerung möchte nicht abwarten, bis die Gewässer im gesamten Stadtgebiet vollständig vermessen sind. Sie stellt die Daten fortlaufend und so schnell als möglich zur Verfügung.
Die Stadtentwässerung arbeitet hierfür eng mit dem Vermessungs- und Katasteramt sowie der Emschergenossenschaft und dem Lippeverband zusammen. Weil Flüsse ihr Bett durch Sedimente, Hochwasser oder Bewuchs immer wieder verändern, müssen die Daten regelmäßig erneuert werden. Dennoch: Das Ziel sind flächendeckende, möglichst aktuelle Teil-Karten für das gesamte Stadtgebiet.
Die neuen Hochwasser-Gefahrenkarten dienen der Stadt Dortmund als Grundlage für den Katastrophenschutz, die Stadtplanung und den Bau der Infrastruktur. Gleichzeitig bieten sie Unternehmen sowie Haus- und Grundeigentümern eine praktische Hilfe: Betroffene können genau ablesen, ob ihr Keller oder Grundstück gefährdet ist, und rechtzeitig baulich vorsorgen.
Wichtige Hilfe für Bauplanung und Objektschutz
Hochwassergefahrenkarten für das Stadtgebiet Dortmund hat übrigens auch schon die Bezirksregierung Arnsberg im Angebot:
Wo die Karten zu finden sind
Die Daten stehen im Internet auf der Seite der Stadt bereit. Unter
Stadtentwässerung bietet Beratung an
Wie bereits zur Starkregengefahrenkarte, bietet die Stadtentwässerung auch zur Hochwasservorsorge den Bürger*innen Beratung an. Interessierte melden sich per Mail: