Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Von wärmeliebenden Insekten, Schlosslandschaften und einem vergessenen Zoologen: Neues Fachmagazin des Naturmuseums erschienen

Inhalt bereitgestellt von: Pressestelle Stadt Dortmund

Wer war der Dortmunder Zoologe Otto Franz? Und was verrät ein Fossilfund aus Dortmund über die Erdgeschichte? Die neue Ausgabe der „Dortmunder Beiträge zur Landeskunde - Naturwissenschaftliche Mitteilungen“ ist jetzt erschienen und liefert Antworten.

Im neuen Heft 55/2026 sind vier wissenschaftliche Beiträge erschienen, die aktuelle Erkenntnisse zur Natur-, Forschungs- und Erdgeschichte des Ruhrgebiets und Westfalens veröffentlichen. Die Themen reichen von der Ausbreitung wärmeliebender Insektenarten über die Artenvielfalt in historischen Kulturlandschaften bis hin zur Biografie eines nahezu vergessenen Dortmunder Zoologen und einem außergewöhnlichen Fossilienfund.

Spurensuche nach einem Dortmunder Zoologen

Einen regionalgeschichtlichen Schwerpunkt setzt der Beitrag von Dortmunds Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter und Bodo Brandt über Dr. Otto Franz. Der in Leipzig geborene Zoologe gehörte zu den wenigen Wissenschaftler*innen seines Fachs, deren Wirkungsstätte Dortmund war. Zwischen 1950 und 1962 veröffentlichte Franz mehrere zoologische Fachbücher und Fachaufsätze. Darüber hinaus engagierte er sich als Gründungsmitglied des Tierschutzvereins und des Zoovereins. Die aktuelle Veröffentlichung erzählt erstmals Leben und Wirken des Zoologen und rückt damit eine bislang wenig beachtete Persönlichkeit der Dortmunder Wissenschaftsgeschichte in den Fokus.

Artenvielfalt zwischen Schlössern und Herrenhäusern

Wie vielfältig die Tierwelt in einer historisch geprägten Kulturlandschaft sein kann, beleuchtet Marcus Schmitt. Sein Beitrag widmet sich der Wirbeltierfauna zwischen den Schlössern Hugenpoet, Landsberg und Linnep in Essen-Kettwig und Ratingen-Breitscheid. Die Untersuchung dokumentiert die Artenvielfalt in einem Landschaftsraum, der von Wäldern, Gewässern, landwirtschaftlichen Flächen und historischen Parkanlagen geprägt ist.

Fossiler Meeresbewohner aus Dortmund

Mit einem besonderen Fund beschäftigen sich Frank Armin Raquet und Karl Stekiel. Ihr Beitrag stellt einen Rudisten der Art Durania mortoni aus dem Mittelturonium von Dortmund vor. Die ausgestorbenen Muscheln lebten vor rund 90 Millionen Jahren in den Meeren der Kreidezeit und liefern wichtige Hinweise auf die geologische Entwicklung der Region.

Wärmeliebende Insekten erobern die Region

Michael Drees untersucht die Einwanderung thermophiler Geradflüglerarten in den Raum Hagen. Der Beitrag zeigt, wie sich verschiedene wärmeliebende Heuschrecken- und Schabenarten in den vergangenen Jahren ausbreiten und welche Rückschlüsse sich daraus auf ökologische Veränderungen ziehen lassen.

Fachzeitschrift mit Tradition

Die „Dortmunder Beiträge zur Landeskunde“ erscheinen seit 1967 als Publikation des Naturmuseums Dortmund. Veröffentlicht werden naturkundliche Originalarbeiten, Übersichtsarbeiten und Kurzmitteilungen aus allen Bereichen der Bio- und Geowissenschaften. Das Themenspektrum reicht von Zoologie, Botanik, Ökologie und Naturschutz über Paläontologie, Geologie und Mineralogie bis zur Physischen Geographie. Einen Schwerpunkt bilden faunistische und paläontologische Forschungen aus dem Ruhrgebiet und dem westfälischen Raum.

Die aktuelle Ausgabe Heft 55/2026 ist für 11,50 Euro (zuzüglich Versandkosten) beim Naturmuseum Dortmund erhältlich: naturmuseum@stadtdo.de

Weitere Informationen bietet das Naturmuseum Dortmund unter dortmund.de/naturmuseum im Menüpunkt „Fachzeitschrift Dortmunder Beiträge zur Landeskunde“.

Schlagwörter

Kultur & Freizeit Studium, Wissenschaft & Forschung Bildung Tiere