Wo Unternehmen Raum finden: Dortmund nimmt seine Wirtschaftsstandorte unter die Lupe
Wie gut sind Dortmunds Wirtschaftsstandorte aufgestellt? Ein neuer Wirtschaftsflächenatlas untersucht 109 Standorte und zeigt, wo sie gut funktionieren, wo Herausforderungen bestehen und wo sich der Bestand weiterentwickeln lässt.
Dortmund braucht auch in Zukunft ausreichend Flächen für Unternehmen – für neue Betriebe ebenso wie für Unternehmen, die wachsen oder ihren Standort modernisieren wollen. Gleichzeitig sind geeignete Flächen knapp. Deshalb will die Stadt genauer wissen, wie sich die bestehenden Wirtschaftsstandorte entwickeln lassen.
Ein neuer Wirtschaftsflächenatlas liefert dafür jetzt eine umfassende Bestandsaufnahme. Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, die Ergebnisse als wichtigen Baustein für die weitere Wirtschaftsflächenstrategie zu nutzen und künftig in einem Monitoring regelmäßig zu beobachten, wie sich die Standorte verändern.
109 Wirtschaftsstandorte im Blick
Für den Atlas hat die Stadt 109 Wirtschaftsstandorte mit insgesamt rund 3.014 Hektar untersucht. Das entspricht etwa elf Prozent des Dortmunder Stadtgebiets. Die Standorte wurden nach einheitlichen Kriterien betrachtet und acht unterschiedlichen Typen zugeordnet – darunter Industrie und produzierendes Gewerbe, Handwerk und Kleingewerbe, technologieorientierte Standorte, Büro und Dienstleistungen sowie Logistik.
Für jeden Standort gibt es einen eigenen Steckbrief. Darin finden sich unter anderem Informationen über die Größe, die Nutzung, die Erreichbarkeit, Beschäftigtenzahlen, Eigentumsverhältnisse, das geltende Planungsrecht und vorhandene Flächenpotenziale.
„Mit dem Wirtschaftsflächenatlas bekommen wir nun einen gesamtstädtischen Überblick über die Stärken, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten unserer bestehenden Wirtschaftsstandorte“, sagt Planungsdezernent Stefan Szuggat. „Damit können wir genauer hinschauen: Wo müssen wir Standorte sichern? Wo können Flächen besser genutzt werden? Und wo brauchen einzelne Standorte eine neue Perspektive?“
Bestehende Flächen besser nutzen
Die Untersuchung zeigt: Die Dortmunder Wirtschaftsstandorte unterscheiden sich deutlich. Viele sind weitgehend ausgelastet, andere bieten Möglichkeiten, Flächen besser zu nutzen oder weiterzuentwickeln. Dazu können beispielsweise Nachverdichtung, die Wiederbelebung ungenutzter Flächen oder eine Neuordnung von Flächen gehören.
Dabei gibt es nicht die eine Lösung für alle Standorte. An leistungsfähigen Wirtschaftsstandorten geht es vor allem darum, gute Bedingungen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Andere Standorte brauchen möglicherweise eine Modernisierung oder eine stärkere Neuordnung.
Die Analyse zeigt zugleich: Die vorhandenen Möglichkeiten liegen überwiegend auf kleineren Einzelflächen. Zudem können zum Beispiel planungsrechtliche Vorgaben oder andere örtliche Bedingungen einer Entwicklung entgegenstehen. Der Atlas macht diese Unterschiede sichtbar und hilft damit, genauer hinzusehen.
Auf dem Weg zur Wirtschaftsflächenstrategie
Der Wirtschaftsflächenatlas ist ein erster abgeschlossener Baustein auf dem Weg zu einer Wirtschaftsflächenstrategie für Dortmund. Weitere Untersuchungen laufen noch. Dabei geht es unter anderem um die Nachfrage nach Flächen, das künftige Angebot und die Anforderungen verschiedener Branchen.
Erst wenn diese Ergebnisse zusammengeführt sind, kann die Stadt entscheiden, welche Ziele und Schwerpunkte künftig gelten sollen. Die Verwaltung will die Wirtschaftsflächenstrategie voraussichtlich im Sommer 2027 den politischen Gremien zur Beratung und Entscheidung vorlegen.
Entwicklung der Standorte künftig regelmäßig beobachten
Mit dem Wirtschaftsflächenatlas schlägt die Verwaltung zugleich vor, ein dauerhaftes Bestandsmonitoring aufzubauen. Damit soll die Stadt regelmäßig beobachten, wie sich die 109 Wirtschaftsstandorte verändern. Dabei können zum Beispiel die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen, neue Baugenehmigungen, Veränderungen bei der Flächennutzung oder neue planungsrechtliche Vorgaben eine Rolle spielen. So lassen sich Veränderungen und möglicher Handlungsbedarf früh erkennen. Die Verwaltung will dafür bewusst mit wenigen, aussagekräftigen Kennzahlen arbeiten.
„Dortmunds wirtschaftliche Zukunft braucht Raum für Entwicklung. Der Wirtschaftsflächenatlas schafft dabei erstmals eine wichtige und übersichtliche Grundlage, um die zukünftige Flächenpolitik unserer Stadt zu gestalten“, sagt Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung. „Als Wirtschaftsförderung bringen wir im nächsten Schritt die Perspektive der Unternehmen ein. Diese Anforderungen gilt es dann in eine langfristige Wirtschaftsflächenstrategie zu übersetzen. Unser Ziel als Wirtschaftsförderung ist klar: Investitionen ermöglichen, Arbeitsplätze sichern und neue Beschäftigung schaffen.“
Standorte und Steckbriefe online abrufbar
Der Wirtschaftsflächenatlas ist auch für Unternehmen, Eigentümer*innen und alle Interessierten zugänglich. Ein digitaler Kartendienst zeigt die untersuchten Wirtschaftsstandorte und die dazugehörigen Steckbriefe.