Kaiserbrunnen
- Höhe: ca. 4,75 m
„Möge jetzt die Hülle fallen, Herr Oberbürgermeister Schmieding! Ich übergebe Ihnen hiermit diesen Brunnen mit der Bitte, daß ihn die Stadt in ihren Schutz nehmen, und mit dem Wunsche, daß der Brunnen noch viele Jahre eine Zierde dieser aufblühenden, sich entwickelnden Stadt sein möge.“ Mit diesen Worten übergab Landgerichtsrat Bäumer am 9. Mai 1903 den "Kaiserbrunnen" dem Oberbürgermeister und somit der Stadt. Der Kölner Bildhauer Wilhelm Fassbinder hatte den Brunnen für die „Industrie- und Gewerbeausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke, verbunden mit einer deutsch-nationalen Kunstausstellung Düsseldorf 1902“ geschaffen. Dort hatten Dortmunder Bürger ihn offensichtlich gesehen. Denn der Dortmunder Verschönerungsverein erwarb den Brunnen mit finanzieller Hilfe von 70 Bürgern für 14.000 Mark. Mit Aufstellung und Einweihung des Brunnens wurde der kleine Platz an der Kaiser- und Arndtstraße in Kaiserplatz umbenannt. Der Brunnen besteht aus einem grauen, fast fünf Meter hohen Obelisken auf einem mehrstufigen Sockel. An der Süd- und Nordseite sind jeweils über einem halbrunden Wasserbecken ein Löwenkopf mit gekreuztem Schwert und Pflugschar sowie ein Delphinkopf mit gekreuztem Schwert und Schiffruder zu sehen. Auf der Westseite ziert den Brunnen ein helles marmornes Bildnis Wilhelms II. im Profil. Auf der Ostseite befand sich eine Bronzetafel mit dem preußischen Wappentier, dem Adler. Sie verschwand während oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Alle Zierelemente werden und wurden von bronzenem Eichenlaub und Lorbeerblättern eingefasst. Seit 1989 zeigt sich der Kaiserbrunnen in der heutigen Form mit einer großen vorgelagerten Freitreppe. Während der Obelisk ganz allgemein als Herrschafts- und Machtsymbol gilt, verdichten die Tierkopfdarstellungen mit ihren Attributen die damalige Stärke Preußens zu Lande und zur See unter der Herrschaft Kaiser Wilhelm II. Der Kaiserbrunnen ist Denkmal und Brunnen zugleich und zeugt heute von einer kaisertreuen, wilhelminischen Zeit in Dortmund. SR
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