Kunst im öffentlichen Raum

Kriegerdenkmal in Wambel, Gefallene 1914-1918

Künstler*in:
Victor Heinrich Seifert
Jahr:
1931
Technik und Material:
Bronze u.Kunststein
Maße:
  • Höhe: Gesamthöhe ca. 3,3 m; Unterbau: ca. 0,55 m; Sockel: ca. 1,1 m; Skulptur: ca. 1,44 m
  • Breite: Unterbau ca. 1,3 m; Sockel ca. 1,04 m; Skulptur ca. 0,7 m
  • Tiefe: Unterbau ca. 1,35 m; Sockel ca. 1,04 m; Skulptur ca. 0,9 m
Kunstwerknr.:
44143-031
Standort:
Do-Wambel, Wambeler Hellweg/ Nußbaumweg, Alter Friedhof, 44143 Dortmund
Kriegerdenkmal in Wambel, Gefallene 1914-1918
Kriegerdenkmal in Wambel, Gefallene 1914-1918, Victor Heinrich Seifert

Bereits im August 1929 veröffentlichte ein dafür eingerichteter Ehrenmalsausschuss seinen Plan für ein Kriegerdenkmal der ehemaligen Gemeinde Wambel und sammelte dafür 47 Namen der dortigen Gefallenen. In der Platzfrage entschied sich der Denkmalsausschuss für den Friedhof am Nußbaumweg, „der demnächst geschlossen und dann als Volkserholungsstätte einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemächst wird“, heißt es in einem Artikel aus der Dortmunder Zeitung vom 26. Mai 1930. Der noch neue Hauptfriedhof nahe der Rennbahn hatte den Alten Wambeler Friedhof abgelöst, so dass dieser zu einer öffentlichen Grünanlage umgestaltet werden konnte.Die Bürgerschaft Wambels finanzierte das geplante Denkmal unter anderem mit Einnahmen aus dem Volksfest am 12. und 13. Juli 1930, das in der Gastwirtschaft Grube gefeiert wurde. Am 17. Mai 1931 fand die Einweihung statt. Kurz zuvor war das Denkmal mit roter Farbe beschmiert worden.Seine Gestaltung ist noch wesentlich geprägt vom Ausdruck der Trauer und Introvertiertheit: Auf einem quaderförmigen Kunststeinsockel, der an der Vorderseite die Inschriften „1914-1918“ und „Unsere Helden“ trägt, kniet eine Soldatenfigur aus Bronze mit abgenommenem Helm. Ihr Blick ist gesenkt, in ihrer linken Hand hält sie einen kleinen Lorbeerkranz, den sie im Begriff ist „am Grab eines gefallenen Kameraden“ (Dortmunder Zeitung, 26.5.1930) abzulegen. Der Berliner Bildhauer Victor Heinrich Seifert entwarf für das Kriegerdenkmal 1914/1918 auf dem Alten Friedhof Wambel diese in sich gekehrte, trauernde Figur, die weit entfernt ist von der nationalsozialistischen Formensprache mit ihrer herausfordernden Kampfbereitschaft, wie sie wenige Jahre später beispielsweise die Denkmäler in Huckarde (1933) oder Oespel/Kley (1938/1939) zeigen. SR

Literatur Kunstwerk

Anonym: Ehrenmal Wambel, in: Dortmunder Zeitung, 26. Mai 1930; Anonym: Ehrenmal Dortmund-Wambel, in: Dortmunder Zeitung, 17. Juli 1930; Anonym: Ehrenmalsweihe in Dortmund-Wambel, in: Dortmunder Zeitung, 16. Mai 1931; Anonym: Weihe des Ehrenmals in Dortmund-Wambel, in: Dortmunder Zeitung, 18. Mai 1931; Anonym: Von der Weihe des Ehrenmals in Wambel, in: Dortmunder Zeitung, 19. Mai 1930; Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund (Hg.): „Unsere tapferen Helden...“ Kriegs- und Kriegerdenkmäler und politische Ehrenmale – Dortmunder Beispiele, Essen 1987, S. 40; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 61, S. 78.

Literatur Künstler*in

Dresslers Kunsthandbuch, hg. von Willy Oskar Dressler Band 2, Bildende Kunst: das Buch der lebenden deutschen Künstler, Altertumsforscher, Kunstgelehrten und Kunstschriftsteller, Berlin 1930, S. 945f; Victor Heinrich Seifert, in: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Bd. 30, Leipzig 1936, S. 461; Staatl. Museen Preußischer Kulturbesitz (Hg): Ethos und Pathos, Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914, 1990, Bd. 2, S. 556, Nr. 369; http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Seifert [Abruf: 23.01.2015]

Biografie

Victor Heinrich Seifert wurde am 19. Mai 1870 im österreichischen Döblin, heute ein Bezirk Wiens geboren. Er studierte an der Kunstgewerbeschule in Wien und der Berliner Akademie und unternahm verschiedene Studienreisen nach Paris, Italien, Brüssel und London. Zwischen 1897 und 1926 schuf er zahlreiche Brunnen, Bismarck- und Kreigerdenkmälder sowie Genrefiguren und Kleinbronzen. Er bekleidete eine Professur an der Akademie in Berlin. Seifert war verheiratet und hatte einen Sohn. Er starb 1953 in Berlin. SR

Quelle

lt. Zänker: "Unseren tapferen Helden…", S. 40.

Weitere Kunst im öffentlichen Raum

Jahr: 1898
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf "Zeche Zollern" in Kirchlinde

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1952 (Einweihung: 16.März 1952)
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1936
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1927
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: nach 1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920

Künstler*in: Benno Elkan(?)

Jahr: 1954-1960
Mahnmal Bittermark
Mahnmal Bittermark

Künstler*in: Will Schwarz, Karel Niestrath, Léon Zack

Jahr: 1931
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons (Entwurf)

Jahr: 1993
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1956
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

Künstler*in: Vorname? Endlich, Herwarth Schulte u. Heinrich Bayer

Jahr: 1946/47
Denkmal für die gefallenen Sowjets
Denkmal für die gefallenen Sowjets

Künstler*in: F. J. Kraus

Jahr: nach 1945
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1924/25
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: 1965
Haltet Frieden
Haltet Frieden

Künstler*in: Curt Unger

Jahr: 1934, (Einweihung: 16.9.1934)
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918

Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;

Jahr: undatiert
o. T. (Kunstobjekt )
o. T. (Kunstobjekt )

Künstler*in: Künstler unbekannt