INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000
In der Ausstellung geht es um Logistik, Lieferketten und globale Warenströme. Ausgangspunkt ist die „Belt and Road Initiative“, eine interkontinentale Logistik-Infrastruktur, die China seit 2013 weltweit ausbaut. Sie ist auch unter dem Begriff der „Neuen Seidenstraße“ bekannt. Duisburg und das Ruhrgebiet liegen an einem ihrer Enden.
Zusammen mit 23 Künstler*innen aus 16 Ländern reisen wir entlang dieser neuen Infrastruktur der Weltwirtschaft, welche unser Leben signifikant gestaltet, ohne dass wir es wirklich wahrnehmen. Die Ausstellung handelt von durchquerten Wüsten, überwundenen Grenzen, verlorenen und gewonnenen Arbeitsplätzen, entladenen Containern. Das alles inszeniert mit den Mitteln der Logistik selbst — Glastransportgestellen und Monobloc-Stühlen, dem meistverkauften Möbelstück der Welt, hergestellt in China. Globalisierung ist nicht abstrakt. Sie ist da draußen, auf den Schienen.
Die Ausstellung INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000 trägt einen doppelten Titel. Seidenstraßen 3000 klingt nach Science-Fiction, nach einem exotischen Ort in einer fernen Zukunft. Tatsächlich sind die Seidenstraßen jedoch nie verschwunden, sondern haben sich lediglich in Form, Umfang und Tempo verändert. Anstelle von Karawanen, die mit kostbarer Seide beladen die Wüsten Zentralasiens durchquerten, transportieren heute Züge, LKWs und Containerschiffe Öl, Getreide, Rohstoffe, Ersatzteile und Industriegüter – die Dinge, aus denen unser tägliches Leben besteht.
Die Ausstellung trägt den Titel INDUSTRIAL, weil diese zeitgenössische Realität in Form eines riesigen, aber weitgehend unsichtbaren Logistiknetzwerks industriell geprägt ist und geopolitische Auswirkungen hat.
Unsere Reise beginnt im Ruhrgebiet, einer Region, die eng mit dieser Geschichte verbunden ist. Im 19. Jahrhundert war die Ruhr das pulsierende Herz des Industriezeitalters – eine Wiege des Reichtums, der Armut und des revolutionären Denkens –, bevor der Niedergang des Kohleabbaus und der Stahlproduktion in den 1970/1980er Jahren ihr Schicksal besiegelte. Heute haben Kultur und Logistik einen Strukturwandel eingeläutet, durch den das Ruhrgebiet zu einem westlichen Endpunkt der neuen Transportwege auf der geopolitischen Landkarte wird.
Doch den Warenströmen auf diesen Routen zu folgen, bedeutet auch, die Menschen zu beobachten, die sie ermöglichen. Denn hinter jeder Ware, die wir konsumieren, stehen Gesten, Arbeit und manchmal auch Entfremdung. INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000 stellt eine einfache, aber wesentliche Frage: Wer produziert und transportiert das, was wir konsumieren?
Veranstaltungsort
Kunsthalle Dortmund im Dortmunder U
Anschrift und Erreichbarkeit44137 Dortmund
Veranstalter
Hartware MedienKunstVerein
Anschrift und Erreichbarkeit44137 Dortmund
Schlagwörter
Weitere Termine
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INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000
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