Sankt Martin
Lichter, Laternen und Martinsbrezeln: So feiert Dortmund Sankt Martin
Wenn Kinder mit bunten Laternen durch die Straßen ziehen und „Ich geh mit meiner Laterne“ singen, ist der 11. November nicht mehr weit. Der Martinsbrauch erinnert an Sankt Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte – und steht bis heute für Nächstenliebe und Zusammenhalt.
Wenn im November die Tage kürzer werden, ziehen Kinder und Familien in ganz Deutschland mit selbst gebastelten Laternen durch die Straßen. Sie singen Lieder wie „Ich geh mit meiner Laterne“ und erinnern an die Geschichte des heiligen Martin von Tours, der der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Der Martinsumzug, auch Laternenumzug genannt, steht deshalb nicht nur für stimmungsvolles Herbstbrauchtum, sondern vor allem für Nächstenliebe und das Teilen. Häufig reitet ein als Sankt Martin verkleideter Darsteller auf einem Pferd an der Spitze des Zuges. Mancherorts wird anschließend ein Martinsfeuer entzündet oder die Mantelteilung in einem Martinsspiel nachgestellt.
Martinsumzüge in Dortmund
Wie lebendig diese Tradition ist, zeigt sich auch in Dortmund. Bis Ende Oktober waren bereits 101 Martinsumzüge angemeldet - Anzahl steigend. Sie verteilen sich auf zahlreiche Stadtbezirke und reichen von kleinen Umzügen rund um Kindergärten bis hin zu großen Veranstaltungen mit mehreren Hundert oder sogar mehr als tausend Teilnehmenden. Drei Beispiele zeigen, wie Dortmund den Tag feiert.
Westfalenpark: Laternenmeer mit St. Martin hoch zu Ross
Zu den größten Martinsveranstaltungen der Stadt gehört der
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Angeboten werden Bratwürstchen, süße Brezeln und warme Getränke. Tickets sind ausschließlich online erhältlich und die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Lütgendortmund: Ein großer Umzug im Ortskern
Ebenfalls zu den besonders großen Veranstaltungen zählt der Martinszug der Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände (IGLVV). Der Umzug findet am
Die IGLVV bündelt die Aktivitäten zahlreicher örtlicher Vereine und engagiert sich für gemeinsame Veranstaltungen im Stadtteil. Zu den Traditionen, die sie in Lütgendortmund mitträgt, gehört neben dem Martinszug auch ein Martinsmarkt. So wird das Fest nicht nur zu einem Laternenumzug, sondern auch zu einem Treffpunkt für den Stadtteil.
Kirchlinde: Gemeinsam durch die Nachbarschaft
Ebenfalls am Samstag, 7. November, findet auf der anderen Seite Dortmunds, im Nord-Westen der Stadt, der
Der Martinsumzug ist fest im örtlichen Vereinsleben verankert und wird von der Siedlergemeinschaft Agricola mit einem geselligen Rahmenprogramm begleitet. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner tragen zur Atmosphäre bei, indem sie Lichter in ihre Fenster stellen und die Straßen entlang der Strecke stimmungsvoll erleuchten.Trommlerkorps sorgen für die musikalische Begleitung des Laternenzugs. Dazu gehören Reibekuchen, Bratwürstchen und Pommes sowie Kakao, Kaffee und weitere Getränke.
Ein Brauch, der Menschen zusammenbringt
Ob im weitläufigen Westfalenpark, im Ortskern von Lütgendortmund oder durch die Straßen von Kirchlinde: Überall stehen die leuchtenden Laternen, gemeinsames Singen und die Geschichte vom Teilen im Mittelpunkt. Gerade weil Kindergärten, Kirchengemeinden, Vereine und Nachbarschaften die Veranstaltungen gemeinsam organisieren, bleibt Sankt Martin mehr als ein schöner Herbstabend – er erinnert daran, füreinander da zu sein.
Auch beim Essen rund um das Martinsfest gibt es je nach Region ganz unterschiedliche Traditionen. Besonders bekannt ist die Martinsgans, die meist mit Rotkohl und Klößen auf den Tisch kommt. Für Kinder gibt es oft süßes Hefegebäck: In Westdeutschland sind zum Beispiel der Weckmann, der Stutenkerl oder die Martinsbrezel beliebt. In manchen Gegenden ziehen Kinder außerdem singend von Haus zu Haus und bekommen Süßigkeiten oder kleine Leckereien. Welche Bräuche es gibt und wie das Gebäck genannt wird, hängt von der Region ab.
Schlagwörter
Weitere Nachrichten