Sport & Freizeit
Pritschen, Party, Premierenfieber: So läuft die Beachvolleyball-DM in Dortmund
Aufschlag in Dortmund: Nach 33 Jahren am Timmendorfer Strand haben die Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball eine neue Sandkasten-Arena gefunden: In diesem Jahr ist die größte Ruhrgebietsstadt mit dem Revierpark Wischlingen neuer Ausrichter des Top-Events. Vom 27. bis zum 30. August erwartet Fans und Neugierige ein sommerlicher Mix aus Spitzensport, Party und Strandfeeling.
Organisator Alexander Walkenhorst, 2021 selbst Deutscher Beachvolleyball-Meister: „Das Event ist grundsätzlich bis auf den Center Court komplett kostenfrei. Das heißt, man kann sich im Sponsorendorf aufhalten und sich auf dem Food Court was zu essen holen. Außerdem kann man sich am Donnerstag und Freitag beim Public Viewing die Spiele angucken. Auch ohne Ticket zu kommen und am Event teilzunehmen, ist also problemlos möglich.“
Der Zugang zu Court 2 und Court 3 ist ebenfalls kostenlos. Auf beiden Plätzen werden bis Freitagmittag Partien ausgetragen.
Riesen-Arena im Revierpark
Die Vorbereitungen laufen seit mehr als einer Woche auf Hochtouren. Denn lange bevor die Spielerinnen und Spieler anreisen, wird erstmal die wichtigste Zutat tonnenweise in den Revierpark geliefert: der Sand.
Im Revierpark entstand eine Veranstaltungsfläche mit drei Plätzen. Herzstück ist der Center Court mit einer Kapazität für rund 6.800 Zuschauer. Das ist deutlich mehr als am Timmendorfer Strand. Die Veranstalter wollten eine größere Fläche und fanden sie im Revierpark Wischlingen.
40 Lkw-Ladungen Spezialsand
Aber um darauf überhaupt spielen zu können, braucht es vor allem eines: viel Sand – und zwar in Profi-Qualität. Dafür sind mehrere Lkw mit einem speziellen Sand angekommen. Insgesamt transportieren ab vergangenem Mittwoch 40 Muldenkipper den Sand Richtung Dortmund – insgesamt mehr als 1000 Tonnen. "
Der Sand kommt aus einem Werk in Dülmen. Eine Tonne kostet je nach Qualität bis zu 25 Euro. Der Spezial-Sand für Dortmund hat eine helle, fast weiße Optik.
Anders als gewöhnlicher Bausand oder natürlicher Strandsand hat dieser spezielle Beachvolleyball-Sand besondere Eigenschaften: Die Körnung ist so fein, dass Spielerinnen und Spieler nicht wegrutschen, aber trotzdem weich landen. Gleichzeitig darf der Sand nicht zu staubig sein.
Alexander Walkenhorst: „Heller Sand sorgt außerdem für ein bisschen Karibik-Feeling und heizt sich bei Sonneneinstrahlung nicht so schnell auf.“
Gespielt wir natürlich auch bei Regen. Während der Meisterschaften gibt es spezielle Courtmanager. Sie kümmern sich darum, dass die Plätze nach jedem Spiel glattgezogen werden.
Organisator der Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften in Dortmund
Es liegt mir am Herzen zu betonen, dass wir hier in Dortmund bei der Organisation und Ausrichtung des Turniers immer voll unterstützt wurden. Egal in welcher Instanz. Ob das die Politik ist oder die Verwaltung oder die Leute hier im Revierpark. So arbeitet man gerne zusammen. Wir fühlen uns wirklich gut aufgehoben und es macht riesig Spaß.
Beachvolleyball als Festival
An den vier Turniertagen kämpfen jeweils 16 der besten Frauen- und Männerteams Deutschlands um die nationalen Meistertitel. Die Teams haben sich im Laufe der Saison für die Teilnahme qualifiziert.
Die Titelverteidigerin und gebürtige Dortmunderin Svenja Müller hat mit ihrer Partnerin Cinja Tillmann das Turnier auf heimischem Sand leider absagen müssen. Hochklassiger Beachvolleyball wird dennoch geboten – an den ersten drei Turnier-Tagen von 10 bis 22 Uhr.
Der von der German Beach Tour bekannte Festivalcharakter soll in Dortmund eine neue Dimension erreichen. Campingmöglichkeiten, Flutlichtspiele und Partys nach den Begegnungen am Freitag- und Samstagabend machen den Revierpark Wischlingen vier Tage lang zum Treffpunkt für Beachvolleyballfans aus ganz Deutschland.
In den Foodtrucks werden vegetarische und vegane Optionen angeboten. Getränke können in der so genannten „Ballerbude“ gekauft werden. Eigene Getränke, abgesehen von Trinkwasser, dürfen nicht mit auf das Eventgelände genommen werden. Wasserflaschen können an einem Wasser-Zapfhahn vor Ort kostenlos wieder aufgefüllt werden.
Für alle vier Turniertage sind noch
- Teamgröße: Gespielt wird mit zwei Spielern pro Team, ohne Auswechselspieler. Es gibt kein festes Rotationssystem, die Spieler können sich auf dem Feld frei bewegen.
- Feld: Das Spielfeld misst 16x8m, ist mit Sand bedeckt und von Linien begrenzt. Es gibt keine Mittellinie.
- Netzhöhe: Für Männer beträgt die Netzhöhe 2,43m, für Frauen 2,24m.
- Spielablauf: Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze à 21 Punkte. Ein möglicher dritter Satz (Tiebreak) wird bis 15 Punkte ausgetragen, jeweils mit mindestens zwei Punkten Vorsprung zum Satzgewinn.
- Aufschlag: Der Aufschlag erfolgt hinter der Grundlinie und muss das Netz zwischen den Antennen passieren. Der Mitspieler darf nicht die Sicht auf den Aufschlag blockieren.
- Ballberührungen: Jede Mannschaft darf pro Spielzug den Ball maximal dreimal berühren, wobei der Block als erste Berührung zählt. Danach sind also nur noch zwei weitere Kontakte erlaubt. Der Ball darf mit jedem Körperteil gespielt werden.
- Zuspiel: Das Pritschen (oberes Zuspiel) über das Netz ist nur dann erlaubt, wenn der Ball rechtwinklig zur Schulterachse gespielt wird. Der sogenannte "Lob" (mit offener Hand gelegter Ball) ist verboten; stattdessen werden Techniken wie der "Pokeshot" (mit den Fingerknöcheln) verwendet.
- Punktegewinn: Punkte gibt es entweder durch Fehler des Gegners (z.B. Ball im Aus, Netzberührung, vierte Berührung) oder weil der Ball im gegnerischen Feld landet. Jeder Ballwechsel ergibt einen Punkt (Rally-Point-System).
- Kleidung: Gespielt wird barfuß, die Kleiderregeln wurden insbesondere für Frauen zuletzt gelockert, sodass sie mittlerweile auch in Shorts und Shirts spielen dürfen.
Kleines Lexikon der Beachvolleyball-Begriffe
Dies sind typische und häufig genutzte Begriffe im Beachvolleyball, die bei Spielen verwendet oder vom Kommentator genannt werden:
- Ass: Ein Aufschlag, der vom Gegner nicht angenommen werden kann und direkt zum Punkt führt.
- Float Serve: Ein Aufschlag ohne Rotation, sodass der Ball flattert und schwer zu kontrollieren ist.
- Jump Serve: Sprungaufschlag – der Ball wird im Sprung geschlagen, meist mit viel Druck.
- Skyball: Sehr hoher Aufschlag, der vor allem bei Sonne oder Wind eingesetzt wird.
- Side-Out: Der Wechsel des Aufschlagrechts nach einem Punktgewinn des annehmenden Teams.
- Set: Zuspiel von oben mit beiden Händen.
- Bump Set: Zuspiel von unten, häufig aus der Annahme heraus.
- Cut Shot: Ein scharf und kurz diagonal, oft locker gespielter Angriffsball.
- Line Shot / Line: Angriff entlang der Seitenlinie, meist über den Blockspieler hinweg.
- Poke / Poke Shot: Angriff mit den Fingerknöcheln oder der Faust, vor allem nahe am Netz.
- Rainbow Shot: Hoher Angriffsball im Bogen, gezielt auf das hintere Feld.
- Chicken Wing: Abwehrtechnik, bei der der Ball seitlich mit angewinkeltem Arm gespielt wird.
- Pool Play: Turniermodus, bei dem die Teams zuerst in Gruppen spielen.
- Double Elimination: Turnierformat – erst nach zwei Niederlagen scheidet ein Team aus.
- Rally Point: Jeder Ballwechsel zählt als Punkt (Punktezählweise).
- Time Out: 30-sekündige Auszeit pro Satz.
- Technical Time Out: Offizielle Auszeit nach 21 gespielten Punkten.
- Call: Zuruf des Partners, etwa „Line“, „Cut“, „Over“, um taktische Hinweise zu geben
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