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Erste Studie: KI in Dortmunds Unternehmen

Wie weit ist die Dortmunder Wirtschaft beim Einsatz Künstlicher Intelligenz? Welche Chancen entstehen für Unternehmen und den Wirtschaftsstandort, und wo liegen die größten Herausforderungen? Antworten liefert erstmals eine umfassende KI-Studie der Wirtschaftsförderung Dortmund. Das zentrale Ergebnis: Die Dortmunder Wirtschaft ist bereit für KI, allerdings mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen und Geschwindigkeiten.

Für die Studie wurden von Juni bis August 2026 mehr als 500 Dortmunder Unternehmen zu ihrem Umgang mit Künstlicher Intelligenz befragt. Die Ergebnisse zeigen eine hohe grundsätzliche Offenheit: 80 Prozent der Unternehmen sehen in KI eine Chance für ihr Geschäftsmodell. Gleichzeitig ist die Bandbreite bei der Umsetzung groß: Ein Drittel identifiziert die Studie als „Starter“, ein weiteres Drittel als „Experimenter“. Beide Gruppen befinden sich noch in einer frühen Phase der KI-Nutzung. 16 Prozent zählen zu den „Adoptern“, weitere 14 Prozent zu den „Skalierern“, die Künstliche Intelligenz bereits in neue Geschäftsmodelle übersetzen.

KI wird vom Experiment zur Anwendung

„Wir wissen jetzt sehr genau, wo die Dortmunder Wirtschaft beim Thema KI steht. Und dieses Wissen ist ein echter Standortvorteil: Wir sehen nicht nur, wie groß die Offenheit für KI ist, sondern auch, wo Unternehmen stehen und was sie bereits umsetzen. Das ist eine gute Grundlage, die nächsten Schritte zu gehen“, sagt Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Die Unternehmen setzen KI vor allem ein, um Arbeitsprozesse zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. 84 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen nennen Effizienzsteigerung als einen wesentlichen Treiber. Auch die bessere Nutzung und Auswertung von Daten, die Verbesserung der Qualität und Kostensenkungen spielen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wächst der Blick auf neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle.

„Die entscheidende Frage lautet: Was machen die Unternehmen aus und mit KI? KI muss aus dem Experiment in die Wertschöpfung kommen: in bessere Prozesse, neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und am Ende in mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dass Unternehmen dabei unterschiedlich schnell sind, ist völlig normal. Entscheidend ist, dass jeder Betrieb seinen nächsten Schritt gehen kann und niemand den Anschluss verliert“, so Marzen.

Die Studie macht zugleich konkrete Herausforderungen deutlich: Am häufigsten nennen die Unternehmen die Berücksichtigung rechtlicher, datenschutzbezogener und sicherheitsrelevanter Anforderungen sowie fehlende Expertise und Qualifikation von Mitarbeitenden. Auch die digitale Souveränität spielt für die Unternehmen eine wichtige Rolle. Rund 80 Prozent bewerten es als wichtig oder sehr wichtig, dass die von ihnen genutzte KI ihre Daten in Deutschland speichert.

Eine Frau, Heike Marzen, steht vor einer Wand mit einer abstrakten Grafik.
Heike Marzen
Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Laura Koscholke

Die Botschaft ist klar: Dortmund ist bereit für KI und voll in Bewegung.

KI verändert auch den Fachkräftebedarf

35 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen nennen die Kompensation des Fachkräftemangels und die Entlastung von Mitarbeitenden als einen Grund für den KI-Einsatz. KI wird damit auch als Möglichkeit gesehen, knappe personelle Ressourcen effizienter einzusetzen.

Gleichzeitig verändert der Einsatz von KI die Anforderungen an Beschäftigte. Digitale und KI-Kompetenzen gewinnen an Bedeutung. Bei der Personalentwicklung zeigt sich bislang vor allem eine Veränderung von Tätigkeiten: In Bereichen mit intensiver KI-Nutzung werden in rund 16 Prozent der Unternehmen Stellen umgeschichtet. Rund neun Prozent bauen trotz KI zusätzliche Stellen für neue Aufgaben auf. Ein Stellenabbau ist dagegen deutlich seltener: Rund vier Prozent berichten von bereits erfolgtem und rund vier Prozent von geplantem Stellenabbau. Die Studie zeigt aber auch: Je weiter die Unternehmen beim KI-Einsatz sind, desto mehr gerät das Stellenkonstrukt insgesamt in Bewegung.

„KI ist längst kein reines Technologiethema mehr. Sie verändert Arbeit, Kompetenzprofile und ganze Prozesse. Deshalb sollten Unternehmen nicht abwarten, sondern die Veränderung selbst gestalten. Die Studie zeigt uns sehr konkret, wo dabei die größten Hürden liegen. Das sind keine Gründe, abzuwarten, sondern Aufgaben, die wir jetzt angehen können“, so Marzen.

Dortmund als Anwender- und Lösungsstandort

Für den Wirtschaftsstandort eröffnet die Entwicklung eine doppelte Perspektive. Einerseits kann KI Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen dabei helfen, effizienter zu arbeiten, Fachkräfte zu entlasten und neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Andererseits entsteht durch die wachsende Nachfrage nach KI-Lösungen ein Markt für die Dortmunder Digital- und IT-Wirtschaft – von der Entwicklung über die Integration bis hin zu Beratung und spezialisierten Anwendungen.

„Wir haben in Dortmund etwas, das für die nächste Phase entscheidend ist: starke Anwenderunternehmen, eine leistungsfähige IT-Wirtschaft und spezialisierte Wissenschaft und Forschung. Jetzt kommt es darauf an, diese Stärken noch enger zusammenzubringen. Denn wenn Dortmunder Unternehmen KI nicht nur einsetzen, sondern gemeinsam mit unserer Digitalwirtschaft auch Lösungen entwickeln, entsteht daraus neue Wertschöpfung für den Standort. Genau darin liegt für mich die nächste Etappe: aus KI-Bereitschaft KI-Wertschöpfung zu machen“, so Marzen.

Die Vernetzung dieser Akteure ist bereits heute ein zentraler Bestandteil des Dortmunder Digital- und KI-Ökosystems. Ein Beispiel dafür ist die derzeit laufende Digitale Woche Dortmund #diwodo mit mehr als 80 KI-Events und zahlreichen weiteren Veranstaltungen rund um die digitale Transformation.

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