Nächster Schritt zur Wärmewende: Energienutzungsplan bringt Vorteile für Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Wirtschaft
Die Stadt Dortmund arbeitet weiter daran, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die Verwaltung hat nun Zwischenergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) zusammengestellt und den grundlegenden Energienutzungsplan (ENP) abgeschlossen.
Noch im Sommer dieses Jahres wird die Kommunale Wärmeplanung in Dortmund abgeschlossen – so hatte es die Bundesregierung den Kommunen mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) auch vorgeschrieben. Jetzt liegen Zwischenergebnisse vor, die online unter
Transparenz für Bürger*innen und Wirtschaft
„Die Wärmeplanung ist das Fundament, auf dem die Dortmunderinnen und Dortmunder ihre persönlichen Entscheidungen für die Heizung der Zukunft treffen können“, erklärt Stefan Szuggat, Umweltdezernent der Stadt Dortmund. Die Daten schaffen eine Grundlage dafür, welche Form der Wärmeversorgung in den einzelnen Stadtteilen aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll ist – zentral über Wärmenetze oder dezentral über gebäudenahe Lösungen.
Analysen zeigen klare Trends
Klimaneutralität bedeutet, nur noch so viel Treibhausgas auszustoßen, wie gleichzeitig kompensiert werden kann. Die Bestandsanalyse zeigt die Größe der Aufgabe: Aktuell basiert fast 80 Prozent der Dortmunder Wärmeversorgung noch auf Erdgas. Die Potenzialanalyse identifiziert enorme Chancen in der Nutzung industrieller Abwärme – etwa aus den Gasrußwerken im Hafen – sowie in der oberflächennahen Geothermie. Die Simulationen zeigen den Transformationspfad: Künftig könnten bis zu 55 Prozent des Wärmebedarfs durch Fern- und Nahwärmenetze gedeckt werden. Für die verbleibenden Gebiete – vorwiegend geprägt durch Ein- und Zweifamilienhäuser – benennt der Plan dezentrale Lösungen, zum Beispiel Luft- oder Erdwärmepumpen.
Ein wichtiges Signal für Eigentümer*innen: Die Planungen zeigen, dass Wasserstoff bei der privaten Wärmeversorgung voraussichtlich keine zentrale Rolle spielen wird. Die knappen Verfügbarkeiten werden vorrangig für die Industrie benötigt. Wer heute in eine neue Heizung investiert, sollte daher auf verfügbare Technologien wie Wärmepumpen oder den Anschluss an ein Wärmenetz setzen.
Potenziale vor der Haustür nutzen
Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden, hat die Kommunale Wärmeplanung die lokalen Möglichkeiten systematisch erfasst. Dortmund verfügt über vielfältige erneuerbare Energiequellen: Von der Nutzung industrieller Abwärme und der Wärme aus Klärwerken über Großwärmepumpen bis hin zur Geothermie.
Energienutzungsplan lieferte Grundlage für die Wärmeplanung
Dortmund profitiert bei der Wärmeplanung von dem bereits 2023 gestarteten Energienutzungsplan (ENP). Die Stadtverwaltung hat mit dem ENP erstmals einen neuen digitalen Zwilling der gesamten städtischen Wärmeinfrastruktur aufgebaut. Perspektivisch soll auch die übrige Energieinfrastruktur integriert werden, um ein umfassendes, datenbasiertes Abbild der Energieversorgung zu schaffen. Ziel ist es, Planungs- und Investitionssicherheit zu erhöhen und eine zukunftsfähige Energieversorgung für Dortmund sicherzustellen.
Ein digitaler Zwilling ist ein virtuelles, dynamisches 3D-Abbild des Stadtgebiets, das Geodaten, und Infrastrukturinformationen bündelt. Viele Kommunen arbeiten mit digitalen Zwillingen zu diversen Themen. Sie dienen als datenbasierte Modelle für Simulationen, Planungen und Analysen – etwa zur Verkehrsplanung oder Klimaanpassung.
Der Energienutzungsplan erfüllt jedoch nicht vollständig die Anforderungen des neuen Wärmeplanungsgesetzes (WPG). Daher hat die Stadt Dortmund 2024 die parallele Überführung des ENP in eine rechtskonforme kommunale Wärmeplanung eingeleitet. Zum Energienutzungsplan liegt jetzt der Abschlussbericht vor, den der Rat der Stadt im März zur Kenntnis erhält.
Strategischer Kompass für Bürger*innen und Investoren
„Der Energienutzungsplan ist dennoch mehr als ein technischer Bericht – er ist unser erster strategischer Kompass für eine Transformation des Wärmesektors mit dem Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2035, erklärt Umweltdezernent Stefan Szuggat. „Durch die gebäudescharfe Analyse haben wir schon heute einen Überblick, wo in Dortmund der Ausbau von Wärmenetzen denkbar ist und wo wir auf dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen setzen sollten. Das schafft die bestmögliche Transparenz, damit Bürger*innen ihre Investitionsentscheidungen für die Heizung der Zukunft sicher treffen können.“
Digitaler Zwilling bereits im Praxiseinsatz
Dass der Energienutzungsplan mehr ist als ein theoretisches Modell, zeigt sich in der Stadtentwicklung, wo er bereits im Einsatz ist: Die Daten des digitalen Zwillings lieferten die entscheidende analytische Grundlage für die Auswahl von drei der insgesamt fünf neuen Pilotquartiere, in denen zum Beispiel kostenlose Energieberatung in den Wohnquartieren angeboten und innovative Quartierslösungen wie serielles Sanieren, Heizungstausch und Nutzung erneuerbarer Energien erprobt werden sollen. Durch die detaillierte energetische Analyse konnte der ENP gezielt jene Gebiete ausmachen, die den größten Handlungsbedarf im Wärmesektor aufweisen. Die Ressourcen werden also dort gebündelt, wo die energetischen Herausforderungen mit am größten sind.
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