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Neue Tore an der Halde Hympendahl erneut beschädigt – Umweltamt sichert Zugang ab

Inhalt bereitgestellt von: Pressestelle Stadt Dortmund

Die kürzlich neu installierten Tore am Schutzzaun auf der Halde Hympendahl in Hörde sind erneut beschädigt worden. Unbekannte haben die Tore nur rund zwei Wochen nach der Instandsetzung demoliert. Das Umweltamt hat die Zugänge daher zusätzlich mit Ketten und Vorhängeschlössern gesichert.

Das Umweltamt bittet alle, die an der Halde etwas beobachtet haben, sich mit Hinweisen an die Polizei zu wenden.

Der Zaun schützt den Lebensraum zweier besonders empfindlicher Tierarten: der Kreuzkröte und des Flussregenpfeifers. Beide Tierarten sind in Nordrhein-Westfalen stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste. Auf der Halde finden sie noch Lebensräume, die selten geworden sind: offene, kies- und schotterreiche Flächen mit nur wenig Vegetation.

In den vergangenen Jahren ist die Halde Hympendahl zusammen mit dem benachbarten PHOENIX West-Gelände zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Viele Menschen nutzten Wege über die Halde als Abkürzung. Dadurch kam es jedoch immer häufiger zu Störungen in den sensiblen Bereichen. Der Zaun soll diese Flächen schützen und zugleich ermöglichen, dass Besucher*innen die Umgebung weiterhin nutzen können.

Umweltamt durchkämmt Flächen für den Artenschutz

In den kommenden Wochen bleibt das Umweltamt im Schutzbereich weiter aktiv. Fachfirmen werden die Schotterflächen mit einem sogenannten Siebrechen bearbeiten. Dabei entfernen sie aufkommende Pflanzen und lockern den Boden auf. Die Fläche wird sozusagen „durchgekämmt“ – ganz bewusst für den Artenschutz. Denn der Flussregenpfeifer braucht offene, übersichtliche Flächen mit Kies und Schotter. Dort kann er früh erkennen, wenn sich Fressfeinde nähern. Wird die Vegetation zu dicht, verliert der Vogel diesen Überblick – und die Fläche eignet sich nicht mehr als Brutplatz.

Die ersten Flussregenpfeifer kehren meist ab Ende März aus ihren Winterquartieren zurück. Dann beginnen sie, geeignete Brutplätze zu suchen. Die Weibchen legen ihre Eier in der Regel ab April.

Ein Vogel mit schauspielerischem Talent

Der Flussregenpfeifer verteidigt sein Nest mit einer besonderen Strategie. Wenn sich ein Fressfeind nähert, spielen die Elternvögel eine Verletzung vor: Sie lassen einen Flügel hängen und humpeln scheinbar hilflos davon. So wirken sie wie leichte Beute und locken den Angreifer vom Nest oder von den Küken weg. Fachleute nennen dieses Verhalten „Verleiten“.

Stadt bittet um Rücksicht

Das Umweltamt bittet Besucherinnen und Besucher, die Absperrungen zu respektieren und die Schutzflächen nicht zu betreten. Die Wege rund um die Halde bleiben weiterhin nutzbar. Ziel ist ein gutes, aber geordnetes Nebeneinander von Naturerlebnis und Artenschutz.

Mutwillige Schäden am Zaun erschweren die Arbeit des Umweltamtes und verursachen zusätzliche Kosten. Mit den Arbeiten auf der Halde und den Schutzmaßnahmen möchte die Stadt sicherstellen, dass der Flussregenpfeifer auch in diesem Frühjahr geeignete Brutplätze auf der Halde Hympendahl findet.