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Neuer Zaun soll Kreuzkröte und Flussregenpfeifer auf der Halde Hympendahl schützen

Inhalt bereitgestellt von: Pressestelle Stadt Dortmund

„Wir sind sehr empfindlich und dürfen nicht gestört werden“, sagt der Flussregenpfeifer auf einem der Fotos. Die Fotos prangen auf Bannern und erklären den neuen Zaun, der bald den Lebensraum zweier Tierarten auf der Halde Hympendahl schützen wird.

Die Halde Hympendahl ist in den vergangenen Jahren, gemeinsam mit dem benachbartem PHOENIX-West-Gelände und dem dortigen sogenannten Landschaftskeil, als Ausflugsziel immer beliebter geworden. Eine erfreuliche Entwicklung, die nun aber ein Nachsteuern in Sachen Artenschutz erfordert.

Auf der Halde Hympendahl leben Kreuzkröten und brüten Flussregenpfeifer. Beide Tierarten sind selten und gefährdet. Um sie zu schützen, dürfen die Flächen nicht betreten werden. Das gilt schon lange, aber immer weniger Menschen (und ihre Haustiere) halten sich daran. Frühere Schilder sind wiederholt durch Vandalismus beschädigt worden. Weil aber der Schutz gesetzlich vorgeschrieben ist und die Stadt die Umsetzung garantieren muss, soll nun ein Zaun helfen. Ein durchsichtiger Stabmattenzaun – ca. 1,60 Meter hoch – wird den etwa vier Hektar großen Schutzraum abgrenzen. Noch im Dezember soll der Aufbau starten, im April könnte der Zaun dann stehen.

Auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten

Das Umweltamt möchte damit die sogenannten „Vorrangflächen für den Artenschutz“ sichern. Der Flussregenpfeifer als Bodenbrüter bevorzugt wie die Kreuzkröte sandig-schlackige sowie kiesige Bodenoberflächen, offen und sonnig, ohne viel Vegetation. Abgeschirmt werden deshalb insbesondere die von Grobschotter bedeckten Bereiche, die im Kern mit Buntkies bestreut sind. Diese Flächen sind vielen Besucher*innen gar nicht als schutzwürdig bewusst. Der Kies tarnt die Eier der Tiere, die daher schnell übersehen werden können. Beide Arten stehen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten in NRW. Sie leiden unter einem Verlust ihres Lebensraumes durch Flussbegradigungen, Kiesabbau, Bebauung sowie durch vermehrte Freizeitaktivitäten der Menschen unter freiem Himmel.

Spazierrouten wird es aber auch weiterhin geben: Vom Teich aus führen beispielsweise zwei Wege auf den Eichenhain zu – der Eichenhain selbst darf ebenfalls weiter genutzt werden. Auch der Weg durch die Bahnunterführung bleibt zugänglich. Der Weg rund um den Haldenkörper, der zur Bewirtschaftung der Fläche angelegt ist, liegt künftig hinter dem Zaun. Von dort aus lassen sich die Tiere mit etwas Geduld gut beobachten. Auch der Pfad zum Viadukt wird nicht mehr zugänglich sein. Er war schon bisher kein offizieller Weg, sondern ein illegaler Trampelpfad.

Auf dem PHOENIX-West-Gelände kommen viele weitere sehr erwünschte Tierarten vor, darunter der Sperber, der Star, der Wanderfalke oder die Blauflügelige Ödlandschrecke.

Die geschätzten Kosten für den Zaunbau auf der Halde Hympendahl liegen bei rund 50.000 Euro.

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