Zum „Ehrentag des Unkrauts“: Wildpflanzen sind wertvoll für Dortmunds Natur
„Unkraut“ ist ein Unwort: Jede Pflanzenart hat ihren besonderen Wert und Nutzen, auch wenn sie bei vielen Gartenfreunden unerwünscht ist. Genau daran erinnert seit 2003 alljährlich der Ehrentag des Unkrauts am 28. März.
Garten-Blogger haben den Tag erfunden. Der bessere Begriff „Wildkraut“ oder „Beikraut“ gibt den Pflanzen ihren Platz in der grün-bunten Familie zurück. Das passt zur Biodiversitätsstrategie Dortmunds.
Die sogenannten „Unkräuter“ werden von vielen unterschätzt. Pflanzen, die im Garten oder auf Gehwegen als störend empfunden werden, sind ökologisch wertvoll. Einige gelten gar als Heilkraut oder können im Garten als natürliche Abwehr von „Schädlingen“ eingesetzt werden. Und viele von ihnen blühen prächtig oder zart.
Wildpflanzen bieten Lebensräume für zahlreiche Arten
„Den Begriff Unkraut verwenden wir eigentlich nur aus Gewohnheit. Viele dieser Pflanzen sind wichtige Nahrungsquellen für Insekten und tragen zur biologischen Vielfalt in der Stadt bei“, erklärt Christoph Veen, zuständig für das Thema Biodiversität im Umweltamt der Stadt Dortmund.
Wildpflanzen wie Löwenzahn, Brennnessel oder Gänseblümchen gelten häufig als Unkraut. Der Begriff ist allerdings nicht auf Kräuter beschränkt, sondern kann auch Gräser, Farne, Moose oder holzige Pflanzen umfassen – ganz unterschiedliche Lebensräume also für zahlreiche Insektenarten. Gerade in dicht bebauten Städten übernimmt das Wildkraut eine wichtige Funktion für das ökologische Gleichgewicht. Auch für Böden und Mikroklima spielen sie eine Rolle, indem sie Flächen begrünen, vor Austrocknung schützen und den Boden verbessern.
Chemische Mittel sind tabu
Das Umweltamt der Stadt Dortmund setzt sich dafür ein, die Bedeutung dieser Pflanzen stärker ins Bewusstsein zu rücken. Ziel ist es, den Blick auf vermeintliches „Unkraut“ zu verändern und mehr Verständnis für naturnahe Flächen in der Stadt zu schaffen.
„Nicht jede Fläche muss aufgeräumt und perfekt gepflegt sein. Schon ein wenig Mehr an ‚Wildnis‘ kann einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten“, so Christoph Veen.
Der Ehrentag des Unkrauts lädt dazu ein, genauer hinzusehen und die Pflanzenvielfalt vor der eigenen Haustür neu zu entdecken. Oft reicht es schon, kleine Bereiche im Garten oder auf dem Balkon bewusst wachsen zu lassen, um einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Auf jeden Fall aber sollte man die unerwünschten Pflanzen – wenn sie unbedingt weichen müssen – möglichst nicht mit Herbiziden oder anderen chemischen Mitteln entfernen.