Bläserbrunnen
- Höhe: 2,5 m
- Breite: 8 m
- Tiefe: 8 m
Die Veränderung des "Bläserbrunnens" dokumentiert die bauliche Entwicklung des Alten Marktes. Er entstand 1901, als die Renovierung des Alten Rathauses abgeschlossen und der Neubau der Städtischen Sparkasse sowie der Wilhelm und Auguste Viktoria-Bücherei bereits in Planung war. Stadtbaurat Kullrich beauftragte zur Verschönerung und Aufwertung des Marktplatzes den Bau eines Marktbrunnens, der auch als Tränke für die Tiere dienen sollte. Dazu stiftete der Dortmunder Rentner Karl Buchholtz 13000 Mark. Die Brunnenarchitektur entwarf Regierungsbauführer Paul Drescher, der mit einem Generalbebauungsplan für den Marktplatz beauftragt war: ein achteckiges Becken mit Mittelsäule. Der Brunnen ähnelte ganz bewusst den vielen Marktbrunnen, wie sie heute noch häufig in süddeutschen Städten zu finden sind. Das Becken wurde im Krieg zerstört, im Juni 1955 endgültig abgerissen und bei einem Steinmetz gelagert. Die von Gerhard (Adolf) Janensch entworfene bronzene Figur eines Bläsers überlebte den Krieg hingegen unbeschadet. Sie wurde zum Ende des Krieges und in der frühen Nachkriegszeit unter anderem im Kunst und Gewerbemuseum gelagert. Der Bläser sollte auf die fahrenden Musikanten aus dem Mittelalter verweisen und ganz bewusst einen betont lustigen Charakter haben. Die mit Hirtentracht bekleidete Figur entleert soeben ihr Horn von Speichel. Möglicherweise lief, dem Motiv entsprechend, tatsächlich aus dem Horn der Figur einmal Wasser. Verschiedene Autoren weisen auf die Ähnlichkeit der Bläserfigur mit dem Dortmunder Konzertmeister Hüttner hin, der in dieser Art der Darstellung „verulkt“ würde. Heute steht der Brunnen ebenfalls auf dem Alten Markt, allerdings nach Nordosten versetzt. Die Wiederaufstellung der Figur erfolgte auf mehrfachen Bürgerwunsch 1964. Die Emotionalität in der Diskussion um den neuen Aufstellungsstandort spiegelt sich schon in einem Zeitungsartikel von 1958 wider. Historische Kulisse in der Stadtmitte oder ein idyllischer Platz außerhalb des zentralen Stadtbetriebs? Ebenso war 1992 im Rahmen der Neugestaltung des Alten Marktes die Idee einer Rekonstruktion der historischen Brunnenarchitektur kontroverses Thema in der Stadt und in den Medien. Diese wurde aber abgelehnt. Der Bläserbrunnen zeigt sich seit 1964 in einer klar strukturierten und von der Firma Imberg ausgeführten Brunnenarchitektur aus Granitplatten. Die historische Bläserfigur wurde zwischenzeitlich restauriert, ein bewusst belassenes Einschussloch bezeugt noch heute einen Teil ihrer Geschichte. SR
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