Kunst im öffentlichen Raum

Gedenkstein für Widerstandskämpfer gegen die NS

Künstler*in:
Hans Jürgen Troegel
Jahr:
1995
Technik und Material:
Granit
Maße:
  • Höhe: 2,5 m
  • Breite: 0,4 m
  • Tiefe: 0,4 m
Kunstwerknr.:
44145-031
Standort:
Do-Mitte, Nordmarkt, 44145 Dortmund
Gedenkstein für Widerstandskämpfer gegen die NS
Gedenkstein für Widerstandskämpfer gegen die NS, Hans Jürgen Troegel

Das Denkmal für die Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus wurde 1986 von der „Arbeitergemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten“ zur Umgestaltung des Nordmarktes geplant, aber erst 1995 aufgestellt. Der Künstler Hans Jürgen Troegel hat den schlichten Granitstein als quadratische, 2,5 Meter hohe Stele entworfen, um vor Ort an die historischen Ereignisse auf dem Nordmarkt zu erinnern: am 16.Oktober 1932 protestierte die Arbeiterschaft der Nordstadt dort und in den umliegenden Straßen heftig gegen einmarschierende SA-Leute. Die Inschrift am Pfeiler lautet: „Erinnerung und Mahnung zum Gedenken an die mutigen Frauen und Männer, die als freiheitlich denkende Menschen den Kampf für die Weimarer Republik gegen die Nationalsozialisten führten“. Der Augenzeuge Leo Meina erinnerte sich bei der Einweihung 1995 an das damalige Geschehen: „…Starke SA- und SS-Abteilungen marschierten in Richtung Republikplatz, dem heutigen Nordmarkt, früher im Volksmund auch 'Reichstag' des Dortmunder Nordens genannt. Sie wollten den Norden erobern. Ihnen stellten sich Sozialdemokraten, Kommunisten und Reichsbannerleute u.a. entgegen. Es kam zu Schlägereien, Schüsse fielen, es gab Tote und Verletzte. Mit Hilfe der Bürger und der Polizei wurden die Stoßtrupps der SA und SS vertrieben.“ (WR, 20.12. 1995) Die Dortmunder Geschichtswerkstatt berichtete der Westfälischen Rundschau 1996: „Die Behauptung, daß die Nationalsozialisten 'mit Hilfe der Bürger und Polizei' vertrieben worden sind, ist, wenigstens was die Polizei angeht, nicht ganz richtig. Die Polizei, damals unter der Führung des SPD-Mitglieds Karl Zörgiebel, hatte schon vorher von den Absichten der Nazis gewußt.“ Weiter erläuterte sie: „Die Beamten haben zwar versucht, die Nationalsozialisten abzudrängen; als die Straßen aber von den Bürgern nicht umgehend geräumt wurden, haben die Polizisten scharf geschossen.“ IF

Literatur Kunstwerk

Anonym: Stein erinnert an Freiheitskämpfer, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 20.Dezember 1995.; Anonym: Gedenktafel erinnert an Kampf gegen SA und SS auf dem Nordmarkt. Demokraten verjagten 1932 die braunen Stoßtrupps, in: Westfälische Rundschau, 20. Dezember 1995.; Anonym: Geschichtswerkstatt startete Initiative für Mahnmal vor 12 Jahren. 1932 half Polizei den Bürgern nicht, in: Westfälische Rundschau, 6. Januar 1996.;

Literatur Künstler*in

RUHR2010 GmbH „Essen für das Ruhrgebiet“ (Hg.): Twins Ruhr 2010. Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Programm, Essen 2009, S.24.; Zum Kunstwerk in der Lohnhalle der Zeche in Dinslaken: Kat. Twins. Gestaltungskraft für Europa, S.84, Foto S.87.; www.ruhr2010.de/twins [Abruf:16.05.2016]; www.leo-lebendig.de [Abruf:16.05.2016]; www.twins2010.com/friedenslicht [Abruf:16.05.2016]; http://www.friedenslicht-der-religionen.de/[Abruf:16.05.2016]

Biografie

Der Dortmunder Künstler Hans-Jürgen Troegel 1939 in Arnsberg geboren, absolvierte 1962, nach dem 1. Staatsexamen als Lehrer, an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken die „Grundlehre“ bei Oskar Holweck. 1963-1994 war er als Lehrer und Fachleiter für Kunst in Dortmund tätig. In der 70er Jahren gestaltete er mit Schülern der 10.Klasse an der Hauptschule Hörde den „Homo tragicus“, der als Beton-Atlas die Schule trägt. Seit 1972 arbeitet er als freier Künstler, seit 1987 ist er unter dem Künstlernamen Leo Lebendig bekannt. 1992 gestaltete er die ersten Lichtinstallationen. Er beschreibt „…seine Tätigkeit als LichtMaler mit dem Begriff: 'Initiatorische Kunst' “.(Internetseite des Künstlers) Seit 2000 stellt er seine Lichtkunstwerke an sakralen Orten aus. 2009 wurde sein Projekt „Friedenslicht der Religionen“ in den internationalen Partnerstädten Dortmunds zur Ruhr2010 realisiert, z.B. in Netanya. Es lud die Bürger /innen zur Mitgestaltung ein. Sein neustes Vorhaben „World Peace Power“ soll vermutlich im Rahmen von Olympia 2020 präsentiert werden. Leo Lebendig lebt und arbeitet in Dortmund-Asseln. IF

Weitere Kunst im öffentlichen Raum

Jahr: 1898
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf "Zeche Zollern" in Kirchlinde

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1952 (Einweihung: 16.März 1952)
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1936
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1927
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: nach 1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920

Künstler*in: Benno Elkan(?)

Jahr: 1954-1960
Mahnmal Bittermark
Mahnmal Bittermark

Künstler*in: Will Schwarz, Karel Niestrath, Léon Zack

Jahr: 1931
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons (Entwurf)

Jahr: 1993
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof
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Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1956
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

Künstler*in: Vorname? Endlich, Herwarth Schulte u. Heinrich Bayer

Jahr: 1946/47
Denkmal für die gefallenen Sowjets
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Künstler*in: F. J. Kraus

Jahr: nach 1945
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes
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Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1924/25
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: 1965
Haltet Frieden
Haltet Frieden

Künstler*in: Curt Unger

Jahr: 1934, (Einweihung: 16.9.1934)
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918

Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;

Jahr: undatiert
o. T. (Kunstobjekt )
o. T. (Kunstobjekt )

Künstler*in: Künstler unbekannt