Kunst im öffentlichen Raum

Gedenktafel für die Widerstandskämpfer Husemann, Grüning und Oberhaus

Künstler*in:
Künstler unbekannt
Jahr:
1990/91
Technik und Material:
Bronze
Maße:
  • Höhe: 0,8 m
  • Breite: 0,8 m
Kunstwerknr.:
44225-033
Standort:
Do-Hombruch, Harkortstraße 58 /Ecke Domänenstraße, 44225 Dortmund
Gedenktafel für die Widerstandskämpfer Husemann, Grüning und Oberhaus
Gedenktafel für die Widerstandskämpfer Husemann, Grüning und Oberhaus, Künstler unbekannt

Eine schlichte Gedenktafel in Hombruch erinnert an drei ermordete Widerstandskämpfer stellvertretend für Viele: Friedrich Husemann, Hans Grüning und Wilhelm Oberhaus. Der Bergmann Fritz Husemann (1873-1935) war einer der populärsten Gewerkschafter des Ruhrgebiets und vertrat von 1924 bis 1933 die Sozialdemokratie im Deutschen Reichstag. Seine Emigration 1933, vom amerikanischen Bergarbeiterverband vorbereitet, verhinderte die Gestapo durch Erpressung: Für seine Rückkehr sollte der verhaftete Verbandsvorstand freigelassen werden. Mehrmals verhaftet und von den Nazis schwerstens misshandelt, starb er am 15.April 1935 im KZ Esterwegen. Der Kraftfahrer Hans Grüning (1917-1944) hatte Verbindungen zu illegal organisierten russischen Kriegsgefangenen in Hombruch und Barop. In seiner Wohnung hörten sie sowjetische Sender ab, verfassten die Flugblätter: „Langsamer arbeiten!“ und verbreiteten sie in der Zeche Oespel. Im Januar 1944 wurde Grüning verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Seiner Frau wurde die Hinrichtung schriftlich mitgeteilt, sein Habe kommentarlos zugesandt und jede Todesanzeige verboten. Der Vikar Wilhelm Oberhaus (1902-1942) setzte sich für das elterliche Erziehungsrecht ein und wurde wegen seiner Predigten 1936 durch das Sondergericht zu 3 Monaten Haft verurteilt. Weil er ein HJ-Mitglied geohrfeigt hatte, kam er 1941 sechs Monate in Haft. Bei der Entlassung nahmen ihn Gestapo-Männer vor den Augen seiner Schwester direkt wieder fest. Er kam ins KZ Dachau, wo er im sog. „Priesterblock“ an Entkräftung starb. IF

Literatur Kunstwerk

Anonym: o. T. (Feierlich wurde jetzt eine Tafel zum Gedenken an Widerstandskämpfer des Hombrucher Stadtbezirks eingeweiht), in: Westfälische Rundschau, 4. September 1991; Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945, Günther Högl (Hg.), Ausst.-Kat. Stadtarchiv Dortmund in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Dortmund 1992, S. 149-152 (Kat.Nr. 235, 236, 237, 238 aus dem Besitz W. Rüter, Staatsarchiv Münster), S. 181, S. 237 (Kat.Nr. 416, 417: Deutsche Widerstandskämpfer 1933-1945, 2.Bd., Berlin 1970.; Kat.Nr. 418, 419: M.Pawlak/ H.Junge: Hans Grüning, Dortmund 1973.), S. 283 (Kat.Nr.508, Katholisches Pfarrbüro Hombruch), S. 329; Anonym: Am Widerstand ein Beispiel nehmen, in: Westfälische Rundschau, vom 25. Juli 1994; Anonym: Hombrucher erinnern an Opfer und Widerstandskämpfer, in: Westfälische Rundschau, 29. Januar 2018; Anonym: Hombrucher erinnern an Opfer und Widerstandskämpfer, in: Westfälische Rundschau, 28. Januar 2019, Anonym: Gegen das Vergessen, in: Stadtanzeiger, Südanzeiger, 30. Januar 2019

Biografie

keine Biografie vorhanden

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