Kunst im öffentlichen Raum

Hirtenjunge

Künstler*in:
Kurt Lehmann
Jahr:
1958
Technik und Material:
Bronze
Maße:
  • Höhe: 1,71 m
Kunstwerknr.:
44139-011
Standort:
Do-Mitte, Westfalenpark, 44139 Dortmund
Hirtenjunge
Hirtenjunge, Kurt Lehmann

Kurt Lehmann schuf 1958 die Bronzeplastik „Hirtenjunge“ für den Westfalenpark, nach einem bundesweiten Bildhauer-Wettbewerb. Auf einem hohen, gemauerten Sockel steht aufrecht eine lebensgroße Knabenplastik, nur mit einem Lendentuch bekleidet. Die schmale, überlängte Figur hält lässig die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Wie für Lehmanns Figuren üblich, hat der Knabe einen kugeligen Kopf mit kindlichen Gesichtszügen, nämlich einer kleinen Nase, kleinem Mund, Pausbacken und runden Knopfaugen. Der restliche Körper und das Lendentuch sind leicht abstrahiert, in streng vereinfachender Form und kantigen Linien angedeutet. Durch das knöchellange Tuch und die Armhaltung kommt der schlanke Körper noch besser zur Geltung. Stilistisch erinnert die Plastik an Werke von Hermann Blumenthal, mit dem er auch befreundet war. Lehmanns „Ausschauende“ von 1950, eine Türgriffgestaltung aus Bronze, zeigt die gleiche Körperhaltung. Der „Hirtenjunge“ deutet die Thematik „idyllisches Landleben“ nur vage an. Pastorale Themen sind seit der Antike vor allem in der Musik und Malerei zu finden und wurden in der Renaissance neu belebt. Ihren Höhepunkt erlebte die Pastorale dann im Barock und Rokoko. Kurt Lehmann schuf hauptsächlich Akte und Bildnisse, im naturalistischen bis abstrakten Stil oder in streng vereinfachenden Formen. Seine figürlichen Bronzen zeigen mythologische und biblische Themen, Hirtendarstellungen, Mutter und Kind, Sitzende und Hockende sowie Porträts. IF

Literatur Kunstwerk

Bundesgartenschau Dortmund 1959 – Plastik, hg. von der Gesamtleitung der Bundesgartenschau Dortmund. Ausschuss für allgemeine künstlerische Gestaltung, Dortmund 1959, S. 9 (Abb.) und Nr. 8; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 218, S. 186.; http://kurt-lehmann.org/biografie [Abruf: 14.12.2016]; http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_6752.html [Abruf: 14.12.2016];

Literatur Künstler*in

Sunke Herlyn/ Hans-Joachim Manske/ Michael Weisser (Hg.): Kunst im Stadtbild. Von „Kunst am Bau“ zu „Kunst im öffentlichen Raum“, Bremen 1976, S. 76.; Magistrat der Stadt Kassel (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum. Kassel 1950-1991, Marburg 1991, S.14 u. S.20.; Rudolf Vierhaus (Hg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2.Ausgabe, Bd.2, München 2006, S.316.; http://kurt-lehmann.org/biografie [Abruf: 14.12.2016]; http://www.denkmalplatz.de/kurt-lehmann-bildhauer/[Abruf: 14.12.2016] http://www.kuenstlerbund.de/deutsch/historie/archiv-seit-1950/ausstellungen/1955_hannover.html [Abruf: 14.12.2016]

Biografie

Der Bildhauer Kurt Lehmann wurde 1905 in Koblenz geboren. Nach einer Malerlehre in Kassel, begann er 1924 ein Studium der Bildhauerei bei Professor Alfred Vocke an der Staatlichen Kunstakademie in Kassel und beendete es 1929 in Berlin. Es folgten Studienaufenthalte in Belgien, Italien, Frankreich, wo er Aristide Maillol besuchte und in der Schweiz. 1930 war er als Stipendiat in der Villa Massimo in Rom. Als freischaffender Bildhauer in Berlin 1931-34 nahm er an den Ausstellungen der Berliner Sezession und des Deutschen Künstlerbundes teil und lernte Werner Gilles, Gerhard Marcks, Gustav Seitz und Hermann Blumenthal kennen. Während seines Kriegseinsatzes von 1940 bis 1945 wurde sein Atelier mit sämtlichen Arbeiten zerstört. Nach 1946 hat er wieder als Bildhauer in Kassel gearbeitet und ausgestellt. Von 1949 bis 1969 war er Professor an der Technischen Hochschule Hannover und schuf zahlreiche Plastiken und „Kunst am Bau“-Projekte, die bis heute das Stadtbild von Hannover prägen. Er pflegte die Freundschaft mit Martin Buber und Alexander Calder. Immer wieder war er auf Studienreisen in Griechenland, Israel, in der Türkei, Irland, Oslo, in den USA, Polen und Paris. 1955 nahm er an der documenta 1 in Kassel teil. Nach seiner Emeritierung 1970 zog Lehmann nach Staufen im Breisgau. Zahlreiche nationale und internationale Kunstpreise wurden ihm für seine Werke verliehen: Die Kunstpreise der Städte Kassel (1929), Recklinghausen (1948), Köln und Braunschweig (1949), 1984 der Kulturpreis der Stadt Koblenz, der große Preis des Landes NRW (1959), der Staatspreis des Landes Rheinland-Pfalz (1960) und die Max-Slevogt-Medaille 1977. Sein Werk umfasst vor allem figürliche Plastiken und Reliefs aus Bronze oder Muschelkalk. 1998 zog Kurt Lehmann zurück nach Hannover, wo er 2000 starb. Er war seit 1951 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, zwischenzeitlich sogar Vorstandsmitglied. IF

Quelle

Kunst und Kulturführer - 50 Jahre Westfalenpark, S. 9.

Weitere Kunst im öffentlichen Raum

Jahr: 1898
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Künstler*in: Wilhelm Wulff

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Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1924/25
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Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: 1965
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Künstler*in: Curt Unger

Jahr: 1934, (Einweihung: 16.9.1934)
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Jahr: undatiert
o. T. (Kunstobjekt )
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