Kriegerdenkmal in Großholthausen, Gefallene 1914-1918 und 1939-1945
- Höhe: ca. 3 m
- Durchmesser: Halbrund: ca. 25 m
Die halbrunde ehrenhofartige Platzanlage des Kriegerdenkmals 1914/18 an der Kreuzung Kruckeler Straße/Löttringhauser Straße fällt sofort ins Auge.Auf einem mittig stehenden, hellen, rechteckigen Bruchsteinsockel „wacht“ die Bronzefigur eines Soldaten. Er trägt Helm und Uniformmantel, steht in breiter Beinstellung und hält ein aufrecht postiertes Gewehr vor sich. Seine Ausstattung und Gestalt symbolisiert zweifelsohne mehr erneute Kampfbereitschaft, als Trauer um die Dortmunder Gefallenen des vergangenen Krieges. Die Figur entspricht ganz einer nationalsozialistischen Formensprache. Die halbrunde, stark gegliederte Wandgestaltung hinter dem Soldaten besteht aus sechs pfeilerartigen Wandelementen zwischen Sandsteinreliefs. Zeitgenössische Zeitungsberichte verweisen mit Titeln wie „Trauernde Heimat“, „Deutschlands Auferstehung“ und „Des Vaters Erbe“ auf den nationalsozialistischen Zeitgeist dieses Denkmals. In die Pfeilerflächen sind heute mit roter Farbe Flammenschalen eingezeichnet, unter denen die Namen von acht Dortmunder Vororten zu lesen sind: Hombruch, Kirchhörde, Auf dem Schnee, Löttringhausen, Groß- und Kleinholthausen, Kruckel und Schanze. Aus ihnen stammen die 430 bedachten Gefallenen. Ursprünglich waren die Namen jedes einzelnen Toten eingetragen. Doch die bronzenen Buchstaben fielen nach Kriegsende Dieben zum Opfer. Nach der Grundsteinlegung im Oktober 1937 wurde das Kriegerdenkmal laut verschiedener Zeitungsberichte 1938 und 1939 errichtet. Die bisherige Datierung 1935 bzw. um 1935 kann damit korrigiert werden. Am 10. März 1940, schon mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde es eingeweiht und entsprechend propagandistisch genutzt. Der Auftrag der Gemeinden Hombruch und Kirchhörde war bereits über zehn Jahre zuvor an den Bildhauer Fritz Richter-Elsner vergeben worden. Finanzielle Missstände und der Kriegsausbruch 1939 verzögerten die Umsetzung und Einweihung. Nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen 1945 wurde die Bronzefigur beschädigt und entfernt, 1959 wieder gefunden und an ihrem alten Platz wieder aufgestellt. Das Kriegerdenkmal wurde mit einer Inschrift zum Gedenken an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert. Seit 1990 verweist eine Inschriftenplatte am Eingang auf die veränderte Funktion des Denkmals: „Das Ehrenmal für die Kriegsopfer, das von dem aufrechtstehenden Wachsoldaten beherrscht wird, verdrängt Tod und Trauer, verschweigt die Sinnlosigkeit des Krieges. Es ist eine historische Darstellung und ein Zeugnis der Zeit. 1935 hat das nationalsozialistische Regime bereits den Zweiten Weltkrieg vorbereitet.“ Doch jüngere und jüngste Beschädigungen und Beschmierungen zeigen, dass dieses Denkmal auch in seiner heutigen Gestalt ein diskussionswürdiges bleibt. SR
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