Kunst im öffentlichen Raum

Löwendenkmal

Künstler*in:
Melchior Anton zur Strassen (zugeschrieben)
Jahr:
1869
Technik und Material:
bronziertes Eisen; Sockel: Granitstein
Maße:
  • Höhe: 2,5 m
  • Breite: 2,2 m
  • Tiefe: 1,2 m
Kunstwerknr.:
44137-061
Standort:
Do-Mitte, Lange Straße, Nordeingang Westpark, 44137 Dortmund
Löwendenkmal
Löwendenkmal, Melchior Anton zur Strassen (zugeschrieben)

Es ist das älteste Denkmal der Stadt: das am 17. Oktober 1869 feierlich eingeweihte Denkmal für die im Kriege 1866 gefallenen Dortmunder, das Löwendenkmal. Sein Schöpfer, Melchior Anton zur Strassen, ein Schüler des bekannten Bildhauers Christian Daniel Rauch, hatte für das Dortmunder Denkmal eine Replik der Löwenskulptur seines Lehrers anfertigen lassen. Das Original Rauchs ist noch heute auf dem Hochgrab des Generals Gerhard Johann David von Scharnhorst auf dem Berliner Invalidenfriedhof zu finden. Beide Skulpturen zeigen einen ruhenden Löwen mit einem zur Seite geneigten und auf seiner Pranke abgelegtem Kopf. Auch in Dortmund ‚liegt’ die Skulptur auf einem hohen Sockel (Postament). Dieser entstand nach den Entwürfen der Architekten Hugo Steinbach und Paul Lutter aus rötlichem Granit mit eingetieften Spiegelfeldern und einer heute unvollständigen Applikation an der Schmalseite. Auf den Seitenflächen lauten die Inschriften: „IHREN TAPFEREN SOEHNEN DIE STADT DORTMUND“ (rechte Seite) und „ES STARBEN DEN HELDENTOD FUER KÖNIG UND VATERLAND 1866“; „HERMANN BADING/FRIEDRICH KLOEPPER/DIETRICH LOH/CARL ROELLECKE/WILHELM RUETHER/HEINRICH SUDHAUS/ GOTTFRIED TREECK/CONRAD VOSS/CARL WENCKE/WILHELM ZOELLNER“ (linke Seite).Das Denkmal erinnert an zehn Dortmunder Bürger, die bei der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 ums Leben kamen. Mit dieser Schlacht stärkte Preußen siegreich und kriegsentscheidend seine Führungsmacht in Deutschland. Laut den Recherchen von Klaus Winter wurde bereits im November 1866 am Königswall der Grundstein für das Denkmal gelegt. Für jeden Toten wurde zudem eine Eiche gepflanzt. Doch aus finanziellen Gründen geriet das Vorhaben ins Stocken. Anfang des Jahres 1869 erst fiel die Entscheidung, das Denkmal nach dem Entwurf Melchior Anton zur Strassens ausführen zu lassen, so dass im September 1869 der Transport von Berlin nach Dortmund mit der Eisenbahn und die Einweihung im Oktober erfolgen konnten. Mit dem Neubau des Hauptbahnhofs wurde das Denkmal 1914 ans heutige Westentor versetzt. Dabei wurde die Anlage aufwändig mit einem großflächigen und mehrstufigen Fundament umgestaltet. Den Krieg überstand das Löwendenkmal nahezu unbeschadet. Seit 1952 steht es im Westpark und wurde seitdem mehrmals restauriert und gereinigt, zuletzt 2012.Der Typus des Löwendenkmals als Kriegerdenkmal ist bereits in der Antike zu finden und erfreute sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, vor allem um die Reichsgründung herum, äußerster Beliebtheit. SR

Literatur Kunstwerk

Fritz H. Sonnenschein: Verzeichnis der Denkmäler, Brunnen, Ehrenmäler in der Stadt Dortmund, 1.8.1956, Ms. im Hochbauamt der Stadt, Stadtarchiv Dortmund, I, 1; Anneliese König: Der Westentotenhof, Staatsarbeit der Pädagogischen Akademie Dortmund, Ms. 1959, Stadtarchiv Dortmund, S. 52ff; Anneliese Krömeke: Denkmäler, Gedenktafeln und symbolische Figuren im Raume Dortmund, Ein Beitrag zur Heimatkunde des Großstadtraumes Dortmund, Staatsarbeit der Pädagogischen Akademie Dortmund, Ms. 1960, Stadtarchiv Dortmund, S. 42ff; Ruhr-Nachrichten, 3.5.1986; Ruhr-Nachrichten, 2.12.1986; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 22, S. 51; Westfälische Rundschau, 14.11.1991; Gerhard Fleitmann: Dortmund wie es nur wenige kennen. Erfurt 1998, S. 74; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 13.8.1999; Gerhard Fleitmann: Dortmund. Ein Spaziergang durch die Vergangenheit. Dortmund 2000, S. 23; Klaus Winter: Löwe, Adler und Germania – Preußische Kriegerdenkmäler am Dortmunder Wallring, in: Heimat Dortmund, 2007, Heft 2 (Sichtbar – Unsichtbar, Denkmäler und Erinnerungsorte), S. 13-17; Westfälische Rundschau, 7.11.2008; http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Weckruf-fuer-den-schlafenden-Loewen-id1209935.html [Abruf: 18.05.2013]; Anonym: Westpark-Löwe wird herausgeputzt, in: Westfälische Rundschau, 26. Oktober 2018; Anonym: Westpark-Löwe wird herausgeputzt, in: Ruhr-Nachrichten, 26. Oktober 2018

Literatur Künstler*in

http://de.wikipedia.org/wiki/Melchior_Zur_Straßen [Abruf: 17.05.2013]

Biografie

Melchior Anton zur Strassen wurde am 28. Dezember 1832 in Münster geboren. Ab 1850 absolvierte er eine Bildhauerlehre in Köln. Ab 1854 arbeitete er in der Werkstatt des Berliner Schinkel-Schülers Christian Daniel Rauch (1777-1857), nach dessen Tod bezog er einen Teil seines Ateliers. Es folgten mehrere lange Romaufenthalte. Ab 1870 bekleidete er eine Professur an der Königlich Bayerischen Kunstschule in Nürnberg. Fünf Jahre später wurde er Inspektor des neu gegründeten Kunstgewerbemuseums (dem heutigen Grassimuseum) in Leipzig und gleichzeitig erhielt er eine Lehrtätigkeit an der Leipziger Akademie. Er schuf zahlreiche Portraitmedaillen und -reliefs, Standbilder, Statuen und Ausstattungen für Siegessäulen und verstarb am 27. Februar 1896. SR

Weitere Kunst im öffentlichen Raum

Jahr: 1898
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf
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Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1952 (Einweihung: 16.März 1952)
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1936
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1927
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: nach 1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920
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Künstler*in: Benno Elkan(?)

Jahr: 1954-1960
Mahnmal Bittermark
Mahnmal Bittermark

Künstler*in: Will Schwarz, Karel Niestrath, Léon Zack

Jahr: 1931
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons (Entwurf)

Jahr: 1993
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1956
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges
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Künstler*in: Vorname? Endlich, Herwarth Schulte u. Heinrich Bayer

Jahr: 1946/47
Denkmal für die gefallenen Sowjets
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Künstler*in: F. J. Kraus

Jahr: nach 1945
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes
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Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1924/25
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund
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Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: 1965
Haltet Frieden
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Künstler*in: Curt Unger

Jahr: 1934, (Einweihung: 16.9.1934)
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918

Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;

Jahr: undatiert
o. T. (Kunstobjekt )
o. T. (Kunstobjekt )

Künstler*in: Künstler unbekannt