Beschreibung
In der Nähe des Ballettzentrums im Dortmunder Westfalenpark steht etwas versteckt unter einem großen Baum eine kleine Bronzefigur auf einer hohen, natursteinernen, bearbeiteten Stele. Der "Mann mit Buch" des Bildhauers Karel Niestrath zeigt eine stehende männliche Figur mit einem übergroßen leicht nach oben und etwas zur Seite geneigtem Kopf, mit Bart und einem aufgeklappten Buch in seiner rechten Hand. Er ist mit einer Jacke und einer Hose bekleidet und erscheint nachdenklich, sinnierend und etwas schlaksig. Folgt man dem Kunsthistoriker Hermann Hackstein, dann handelt es sich um ein Selbstbildnis des Künstlers.Die Figur zählt zu der Gruppe der Einfältigen in Karel Niestraths Werk. Dazu gehören meist kleine Figuren. Die Figur Mann mit Buch ist schon in den Jahren 1924 aus Bronze und 1925 als Terrakotta-Miniatur in Niestraths Werk zu finden. Die Skulptur im Westfalenpark wurde als eine von 24 Skulpturen von 21 Künstlern anlässlich der ersten Bundesgartenschau in Dortmund 1959 aufgestellt. SR
Literatur Kunstwerk
Karel Niestrath hg. v. Museum am Ostwall Dortmund, Ausst.-Kat. Museum Ostwall Dortmund, Dortmund 1973, S. 10; 25 Jahre Westfalenpark Dortmund 1959-1984, hg. v. Grünflächenamt der Stadt Dortmund und Freundeskreis Westfalenpark e.V., Dortmund 1984, S. 62; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 224, S. 190; 50 Jahre Westfalenpark Dortmund. Kunst-Kulturführer, hg. v. Stadt Dortmund und Freundeskreis Westfalenpark e.V., Dortmund 2009, S. 50; Walter Stiene: Schöne und bewegte Zeiten, Walter Stiene erinnert sich an seine Zeit als Parkleiter, in: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft von der Mark e.V. und Stadtarchiv Dortmund (Hg.): Heimat Dortmund, 50 Jahre Westfalenpark, Erlebnisraum für alle Generationen, 2/2009, S. 67-75.
Literatur Künstler*in
Karel Niestrath, hg. v. Museum am Ostwall Dortmund, Ausst.-Kat. Museum am Ostwall, Dortmund 1973; http://de.wikipedia.org/wiki/Karel_Niestrath [Abruf: 31.08.2013]; http://www.derwesten.de/staedte/hagen/hagener-kunst-aus-berliner-bombenschutt-id6362322.html [Abruf: 06.03.2014]; http://www.stiftung-volmer.de/main.php?g2_itemId=1541 [Abruf: 06.03.2014]
Biografie
Karel Niestrath wurde 1896 in Bad Salzuflen geboren. Er machte zunächst eine Holzbildhauerlehre. 1917 kehrte er verletzt aus dem Ersten Weltkrieg zurück und studierte an der Werkkunstschule in Bielefeld. Sein Studium setzte er an der Dresdener Kunstakademie fort und ließ sich nach seinem Studium in Hagen nieder. Seine Werke waren in Ausstellungen in Bielefeld (Städtisches Museum, 1926 oder Städtisches Kunsthaus 1931 und 1932) zu sehen. 1933 wurde eine Reproduktion seines Werkes "Kriegskrüppel" in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, im Folgenden wurden 42 seiner Werke entfernt und beschlagnahmt. Niestrath lehrte zunächst an der 1947 von Hans Tombrock gegründeten Schule für Bildende und Angewandte Kunst. Ab 1952 leitete er die Bildhauerklasse an der Werkkunstschule Dortmund, einer seiner bekanntesten Schüler ist in Dortmund Anselm Treese. Er gestaltete die Skulpturen und Reliefs für das Mahnmal in der Bittermark, das 1960 eingeweiht wurde. 1971 starb Karel Niestrath in Hagen. Seine Frau Eva Niestrath-Berger war ebenfalls Bildhauerin, auch ihre Werke sind in Dortmund zu finden. SR
Quelle
Lit. Zänker: 25 Jahre Westfalenpark, S. 62/ Kunst und Kulturführer - 50 Jahre Westfalenpark, S. 50.