Kunst im öffentlichen Raum

Mutter und Kind

Künstler*in:
Kuno Lange
Jahr:
1986
Technik und Material:
Bronze
Maße:
  • Höhe: Sockel: 0,9 m; Figuren: 0,8 m bzw. 0,4 m
  • Breite: 0,6 m; 0,4 m
  • Tiefe: 0,3 m; 0,2 m
Kunstwerknr.:
44225-032
Standort:
Do-Hombruch, Harkortstraße 38, 44225 Dortmund
Mutter und Kind
Mutter und Kind, Kuno Lange

1986 stiftete der Apotheker Dr. Tautges das Kunstwerk „Mutter und Kind“ vor seiner Apotheke in der Hombrucher Harkortstraße. Neben dieser gegenständlichen Bronzeplastik standen zwei abstraktere Entwürfe von Carlernst Kürten und Prof. Heinz Pfeiffer zur Auswahl, aber die Bezirksvertretung entschied sich fast einstimmig für Langes Arbeit. Der Dortmunder Bildhauer Kuno Lange zeigt statt madonnenhafter Interpretation des Themas, leicht abstrahiert und zugleich naturalistisch, eine geradezu alltägliche Szene: Mutter und Kind bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen, halten aber immer noch die Hand des Anderen und wenden sich einander zu. „Darin sollen sowohl die Verbindung als auch das Bestreben, in gegenläufige Richtungen zu gehen, zum Ausdruck kommen“, erklärte der Künstler die dynamische Komposition der Stadtteil-Zeitung im August 1985. Gleichzeitig ist vielleicht auch ein humoristisches Element zu sehen, nämlich das trotzige Kind und seine hilflose Mutter. Das Kind sucht den Blick der Mutter, während diese schaut, wohin das Kind will. Die unruhige, unregelmäßige Oberfläche zeigt deutlich die Bearbeitungsspuren beim Aufbau des für den Bronzeguss benötigten Tonmodells. Die hautenge Kleidung der Frau, welche die weiblichen Rundungen deutlich hervorhebt, ist als ärmelloses, knielanges Kleid mit tiefem Rückenausschnitt zu erahnen. Das Kind trägt eine kurze Hose mit T-Shirt, beides ebenfalls nur angedeutet. Die Arbeit fügt sich stimmig in das meist gegenständliche Gesamtwerk des Folkwang-Absolventen ein. In den 1980ern stand der menschliche Körper, vor allem der weibliche, im Mittelpunkt seiner Arbeit, leicht abstrahiert oder eher traditionell dargestellt und wie hier mit einer ausdrucksstarken Körpersprache voller Anmut und Präzision. IF

Literatur Kunstwerk

Christina Füssmann: Der menschliche Körper steht im Mittelpunkt, in: Westfälische Rundschau, Nr.225, 28.September 1982.; Anonym: Hombrucher Apotheker betätigte sich als Mäzen für die Plastik. Folkwang-Absolvent Cuno Lange entwarf neue Skulptur für die Harkortstraße: Mutter und Kind, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr.45, 22.Februar 1985.; Anonym: Mutter und Kind, in: Westfälische Rundschau, Stadtteilzeitung Aplerbeck, Hörde, Hombruch, Nr. 2, 31.August 1985.; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr.273, S.221.;

Literatur Künstler*in

Roland Altmann u. a.: 25 Jahre Dortmunder Gruppe, Dortmunder Künstlerbund. Eine Dokumentation, Dortmund 1980, S. 136.; Christina Füssmann: Der menschliche Körper steht im Mittelpunkt, in: Westfälische Rundschau, Nr. 225, 28.September 1982.; Tayfun Belgin: Dortmunder Künstlerverzeichnis, Dortmund 1997, S. 88.; http://www.kunolange.de/ [Abruf: 17.5.2013]

Biografie

Kuno Lange wurde am 8. Oktober 1950 in Dortmund geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Tiefdruck-Retuscheur. 1972 begann er ein Bildhauerei- und Aktstudium an der FH Krefeld bei Prof. Steiger. Er setzte sein Studium in Essen an der Folkwang Hochschule bei den Professoren Kratz und Reker bis 1978 fort. In den folgenden vier Jahren arbeitete er als freischaffender Bildhauer und Maler in Hamminkeln. Nach einem dreijährigen Studienaufenthalt in Amsterdam nahm er 1985/86 verschiedene Lehraufträge in Essen an. Seit 1990 ist Kuno Lange mit seinen zumeist gegenständlichen Arbeiten jährlich an mehreren Ausstellungen deutschlandweit beteiligt, u.a. an den Gemeinschaftsausstellungen des Westfälischen Künstlerbundes Dortmund e.V., dessen Mitglied er seit 1976 ist. Mehrere seiner Kunstwerke entstanden für den öffentlichen Raum, vor allem in Oberhausen, Wesel und Dortmund. Heute lebt und arbeitet Kuno Lange in Mülheim a. d. Ruhr und ist Mitglied im Verein Berliner Künstler. Seit 2007 findet jährlich die „EGGXPO“ in seinem Atelier statt, eine Gemeinschaftsausstellung mit 18 weiteren Künstlern aus Mülheim. IF

Quelle

Anonym: Folkwang-Absolvent Cuno Lange entwarf neue Skulptur für die Harkortstraße: Mutter und Kind, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr.45, 22. Februar 1985.;

Weitere Kunst im öffentlichen Raum

Jahr: 1898
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf "Zeche Zollern" in Kirchlinde

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1952 (Einweihung: 16.März 1952)
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1936
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1927
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: nach 1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920

Künstler*in: Benno Elkan(?)

Jahr: 1954-1960
Mahnmal Bittermark
Mahnmal Bittermark

Künstler*in: Will Schwarz, Karel Niestrath, Léon Zack

Jahr: 1931
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons (Entwurf)

Jahr: 1993
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1956
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

Künstler*in: Vorname? Endlich, Herwarth Schulte u. Heinrich Bayer

Jahr: 1946/47
Denkmal für die gefallenen Sowjets
Denkmal für die gefallenen Sowjets

Künstler*in: F. J. Kraus

Jahr: nach 1945
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1924/25
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: 1965
Haltet Frieden
Haltet Frieden

Künstler*in: Curt Unger

Jahr: 1934, (Einweihung: 16.9.1934)
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918

Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;

Jahr: undatiert
o. T. (Kunstobjekt )
o. T. (Kunstobjekt )

Künstler*in: Künstler unbekannt