Das bronzene Kruzifix auf dem Huckarder Urbanusplatz zeigt eine expressiv dargestellte Christusfigur, die an einem Astkreuz befestigt ist. Der mit einem Tuch um den Unterleib bekleidete Körper ist ausgemergelt und verwundet. Der Kopf Jesu ist zum Himmel gerichtet.Das Kruzifix steht vor Bäumen und Büschen auf einem kleinen steinernen Sockel. Das Kunstwerk stammt vom Josef Baron und wurde am Pfingstmontag, 11. Juni 1984 im Rahmen der Pfingstprozession auf der Grünfläche nahe der Sparkasse eingeweiht. Es ist eine Bürgerstiftung und ersetzt ein Holzkruzifix, das 1979 auf der gegenüberliegenden Straßenecke Roßbach-/Ecke Rahmer Str. beschädigt worden war. Das alte Kruzifix wurde demontiert und befindet sich seither in der St. Urbanus-Kirche. Das neue Kruzifix ist seit 1984 jedes Jahr die letzte von vier Segensstationen der Huckarder Prozession, einem Jahrhunderte alten Pfingstbrauch. SR
Literatur Kunstwerk
Thomas Horschler: Konservativer Künstler Josef Baron. Schaffen für den Schöpfer, in: Heimatbuch Kreis Unna, Jg.11, Bönen 1990, S. 83-86. Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 272, S. 221https://www.wirindortmund.de/huckarde/huckardes-pfingstprozession-frueher-und-diesmal-124655 [Abruf: 7. März 2023]
Literatur Künstler*in
Thomas Horschler: Konservativer Künstler Josef Baron. Schaffen für den Schöpfer, in: Heimatbuch Kreis Unna, Jg.11, Bönen 1990, S.83-86.; http://www.unna.de/herbstblatt/hb20/hb2006.html; [Abruf: 27.11.2015] (Gisela Lehmann: Josef Baron Meisterschüler Matarés, in: Herbst-Blatt, Nr. 20, September 2000.); http://www.derwesten.de/wr/staedte/nachrichten-aus-unna-kamen-bergkamen-holzwickede-und-boenen/zeigen-was-den-menschen-nahe-ist-id2610976.html; [Abruf: 27.11.2015] (Bettina Szallies: Zeigen, was den Menschen nahe ist, in: Westfälische Rundschau, 18. Februar 2010.); Bernd Finkeldey: Josef Baron. 60 Jahre freischaffender Künstler in Unna, Bönen 2011.;
Biografie
Josef Baron wurde am 18. Februar 1920 in Annaberg (Oberschlesien) geboren. Während der NS-Zeit leistete er sieben Jahre Kriegsdienst in Russland und Frankreich. Nach 1947 studierte er an der Meisterschule in Flensburg Innenarchitektur, Kunstgeschichte und Holzbildhauerei. Er setzte das Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie mit Joseph Beuys, Erwin Heerich und Günter Haese bei Professor Ewald Mataré fort, einem der Wegbereiter des Expressionismus in der Bildhauerei. Mit dem Professor und den Kommilitonen gestaltete er die Portale am Kölner Dom. Ein Schwerpunkt in seinem Werk ist die sakrale Kunst. Baron hat die Innenausstattung von mehr als 170 Kirchen gestaltet. Anfang der 1950er zog er nach Unna. Der berufliche Durchbruch kam mit der kompletten Ausgestaltung der Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung in Werl, die ihm Mataré übertrug. Nach der Liturgie-Reform 1963 folgten zahlreiche Aufträge zur Ausstattung von Kirchen und Klöstern u.a. in Paderborn, Fulda, Minden, Hildesheim und Emden sowie sakrale Arbeiten in Papua Neuguinea, Caracas, Beirut und Kairo. In Unna-Hemmerde gestaltete er Ausstattungen der Kirchen St. Peter und Paul, St. Martin und St. Katharina. Des Weiteren hat der Künstler mehrere politische Werke geschaffen und damit zu aktuellen Themen wie dem Krieg in Afghanistan oder dem Hunger auf Haiti Stellung bezogen. Weniger bekannt sind seine zahlreichen Aktdarstellungen schöner Frauen. Zu den bekannteren seiner profanen Skulpturen gehören die „Ziegengruppe“ in Gifhorn, der „Friedensstein“, der „Ikarus“ am Ernst-Barlach-Gymnasium, der „Eselsbrunnen“ und die Bronzesäule „Obsternte“ in Unna. Er lebt und arbeitet in Unna. IF
Quelle
Internettext: Telefonat Pfarrer Michael Ortwald vom 2. Februar 2023 und Mailverlauf zwischen der Autorin und von Herrn Dr. Günter Spranke vom 8. Februar 2023
Weitere Kunst im öffentlichen Raum
Jahr:
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Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf "Zeche Zollern" in Kirchlinde
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Jahr:
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Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;