Kunst im öffentlichen Raum

o. T. (Neptun mit Putten)

Künstler*in:
Heinrich Bayer
Jahr:
1954
Technik und Material:
Bronze u. Kunststein
Maße:
  • Höhe: Bronze: 1,7 m; Sockel: 0,5 m
  • Breite: Bronze: 1,6 m; Sockel:1,7 m
  • Tiefe: Bronze: 0,8 m; Sockel: 0,9 m
Kunstwerknr.:
44145-018
Standort:
Do-Körne, Brackelerstraße 100, Stockheide-Schwimmbad, 44145 Dortmund
o. T. (Neptun mit Putten)
o. T. (Neptun mit Putten), Heinrich Bayer

Die bronzene Neptunfigur ist geformt aus dem Material eines früheren Nazi-Denkmals, der Trinkbrunnen mit Putto ist aus Muschelkalk und Bronze. Beide Skulpturen sind zwei Meter hoch. Der Neptun auf einem Podest aus gefliestem Beton hat immer noch seinen Stammplatz direkt am Schwimmerbecken. So auch der Trinkbrunnen, der seinen beim Badeingang an der Brackeler Straße hat. Heute zieren eingepflanzte Blumen das Becken. Die Puttoskulptur auf einem Säulenfuß, wurde in die Beckenschale eines schlichten Brunnens gesetzt, der auf vier quadratischen Steinplatten steht. Die unbekleidete, kindliche Engelsfigur hält mit beiden Händen einen übergroßen Spaten an dessen Stiel ein Fähnchen weht. Am Rand des Brunnens läuft ein Band mit der Inschrift: ,,Alles Leben fließt / Rastlos eilt’s dahin / Besinnt Euch / Ringt nach dem Segen / Erkennet Not.’’ Aus den Anfangsbuchstaben jedes Wortes lässt sich das Akronym ,,Alfred Berndsen“ ableiten. Dieser sorgte nach dem Zweiten Weltkrieg als Arbeitsdirektor bei dem Dortmunder Stahlunternehmen Hoesch AG für die Umgestaltung des Hoesch-Parks zu einem ,,Kurpark des Nordens’’. Aus der Brunnensäule ragen vier zierliche Pfauenköpfe als Wasserspeier hervor. Erinnert der Spruch zunächst an den ,,Schirmherren‘‘ des Kurortes, so verweist die eigentümliche Kombination des Engels mit Spaten auf die Stelle, wo Berndsen 1951 den ersten Spatenstich für das Bad setzte, unmittelbar nach den Räumungsarbeiten des durch Bomben verwüsteten Grunds. Die Skulptur des Neptuns gestaltete Bayer eher ,,klassisch‘‘ mit traditionellem Brunnendekor: Der römische Gott des fließenden Gewässers, der springenden Quellen und des Wetters wird seit der Renaissance bevorzugt an Prachtbrunnen mit Dreizack, Delphinen oder anderen Wasserwesen dargestellt. Auch früher tauchten immer wieder Putten in solch profanen Skulpturengruppen auf. Die Neptunfigur im Stockheider Bad steigt mit ihrem Rumpf aus aufgeschäumten Wellen empor und hält statt eines Dreizacks einen Putto in der linken Hand. Ein zweiter Engel sitzt auf seinen Schultern und hält sich an seinem Kopf fest. Die sinnlichen Figuren erinnern an traditionelle Brunnengestaltung aus Italien und setzen dem Gründer des Bades ein kunstvolles Denkmal. FW

Literatur Kunstwerk

Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 203b, S.178.;Oliver Volmerich, Freibad Stockheide soll 2022 öffnen - mit Folgen für andere Bäder, in: Westfälische Rundschau, 8.10.2021.

Literatur Künstler*in

Hans Strobel: Friedhofskultur. Eine Denkschrift anlässlich der Einweihung der neuen Hauptfriedhofsgebäude im Mai 1924, Dortmund 1924, S.101; Dresslers Kunsthandbuch, hg. von Willy Oskar Dressler Bd. 2, Bildende Kunst: das Buch der lebenden deutschen Künstler, Altertumsforscher, Kunstgelehrten und Kunstschriftsteller, Berlin 1930, S. 51; Roland Altmann u. a.: 25 Jahre Dortmunder Gruppe, Dortmunder Künstlerbund. Eine Dokumentation, Dortmund 1980, S. 224.; http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bayer_%28Bildhauer%29 [Abruf: 02.07.2014]; http://wkd-kunst.de/?page_id=243 [Abruf: 07.07.2014]

Biografie

Geburtsdatum, Geburtsort und Ausbildung des Bildhauers Heinrich Bayer sind unbekannt. Wahrscheinlich lebte und arbeitete er die meiste Zeit seines Lebens in Dortmund. Bayer war Mitglied der 1922 gegründeten Vereinigung Westfälischer Künstler und Kunstfreunde und Teilnehmer auf den Großen Westfälischen Kunstausstellungen. Von ihm sind zahlreiche Kriegerdenkmäler unter anderen in Dortmund, Kamen und Menden zu finden. So beteiligte er sich an dem 1934 eingeweihten Kriegerdenkmal in Dortmund-Dorstfeld und am Kriegerehrenmal auf dem Schillerplatz in Hörde (1942/50 demontiert). In der frühen Nachkriegszeit schuf er verschiedene Werke in Dortmund, zwei barock anmutende Hirtenknaben mit Böcklein und mehrere Brunnen, ein Bronzerelief und verschiedene Giebelfiguren. Er arbeitete sowohl in Stein als auch Bronze. Seit 1956 war er Mitglied des Westfälischen Künstlerbundes Dortmund. Heinrich Bayer starb 1959. SR

Weitere Kunst im öffentlichen Raum

Jahr: 1898
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf "Zeche Zollern" in Kirchlinde

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1952 (Einweihung: 16.März 1952)
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1936
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935

Künstler*in: Wilhelm Wulff

Jahr: 1927
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: nach 1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920

Künstler*in: Benno Elkan(?)

Jahr: 1954-1960
Mahnmal Bittermark
Mahnmal Bittermark

Künstler*in: Will Schwarz, Karel Niestrath, Léon Zack

Jahr: 1931
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925

Künstler*in: Friedrich Bagdons (Entwurf)

Jahr: 1993
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1956
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

Künstler*in: Vorname? Endlich, Herwarth Schulte u. Heinrich Bayer

Jahr: 1946/47
Denkmal für die gefallenen Sowjets
Denkmal für die gefallenen Sowjets

Künstler*in: F. J. Kraus

Jahr: nach 1945
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

Künstler*in: Künstler unbekannt

Jahr: 1924/25
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund

Künstler*in: Friedrich Bagdons

Jahr: 1965
Haltet Frieden
Haltet Frieden

Künstler*in: Curt Unger

Jahr: 1934, (Einweihung: 16.9.1934)
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918

Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;

Jahr: undatiert
o. T. (Kunstobjekt )
o. T. (Kunstobjekt )

Künstler*in: Künstler unbekannt