Die „Säulenwand“ von Gerlinde Beck steht im Park des heutigen Baukunstarchivs und setzt sich aus sechs gleich großen, übermannshohen Edelstahlröhren zusammen, die geschlossen nebeneinander stehen. Alle Stelen sind an verschiedenen Stellen zu einer Bogen- bzw. Kreisform aufgeschnitten. Die Innenflächen sind mit roter Lackfarbe gestaltet. Die unterschiedlich großen Öffnungen sind zur dritten Stele von links hin ausgerichtet. Diese wiederum ist der Länge nach aufgeschnitten. Mittig sind links und rechts kleine Halbbogenformen ausgespart. In die geöffnete Stele ist eine schwarze, etwas höhere Röhre eingelassen, die auf Höhe der Halbbögen in der Außenschale ihrerseits ein Loch aufweist, so dass sich eine abstrakt-geometrische Form ergibt.Gerlinde Beck arbeitete seit Ende der sechziger Jahre an diesen Röhrenplastiken, die auch als „Mantelfiguren“ bezeichnet werden. Waren es zunächst Stelen, die sich aus rechteckigen Edelstahlquadern zusammensetzen, sind es nun durchgehende, teils aufgeschnittene oder ineinander gestellte Säulen. Für die Künstlerin, deren Werke sich immer wieder auf die Arbeit des Bauhauskünstlers Oskar Schlemmer beziehen, ist Abstraktion eine Steigerung der Natur. Neben den Gegensatzpaaren „Innen und Außen“ und „Licht und Schatten“ können mit der „Säulenwand“ auch menschliche stehende Figur assoziiert werden. SR
Literatur Kunstwerk
Märkisches Museum Witten (Hg.): Gerlinde Beck. Skulptur und Grafik. Entwicklung 1953-1974, Ausst.-Kat., Kunstverein Heilbronn und Märkisches Museum Witten, Recklinghausen 1974, S. 119; Wilhelm Nettmann: Gerlinde Beck. Mensch und Werk, Recklinghausen 1975, S. 155; Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung: Bilder, Plastiken, Objekte Environments, Ausst.-Kat. Museum am Ostwall Dortmund, Dortmund 1984, S. 24; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 339, S. 265; http://www.gerlinde-beck.de/werk/werk_viewer.php?bild=11&kategory=kab [Abruf: 10.12.2018]; https://www.kunstgebiet.ruhr/kunstform/skulpturen/saeulenwand/ [Abruf: 10.12.2018];
Literatur Künstler*in
Märkisches Museum Witten (Hg.): Gerlinde Beck. Skulptur und Grafik. Entwicklung 1953-1974, Ausst.-Kat., Kunstverein Heilbronn und Märkisches Museum Witten, Recklinghausen 1974, S. 107.; Wilhelm Nettmann: Gerlinde Beck. Mensch und Werk, Recklinghausen 1975, S. 155; Gerlinde Beck, Ausst.-Kat. Museum am Ostwall Dortmund, Dortmund 1977.; Kunst des 20.Jahrhunderts. Die Sammlung: Bilder, Plastiken, Objekte Environments, Ausst.-Kat. Museum am Ostwall Dortmund, Dortmund 1984, S. 24.; Walter Smerling/Ferdinand Ullrich(Hg.):Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum, Recklinghausen 2012, S.216.; http://www.gerlinde-beck.de/gerlindeBeck/biografie.php [Abruf: 5.11.2018]; https://de.wikipedia.org/wiki/Gerlinde_Beck [Abruf: 5.11.2018];
Biografie
Die Bildhauerin und Grafikerin Gerlinde Beck wurde am 11. Juni 1930 in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren. Nach einem Holzbildhauer-Praktikum in der Schulzeit absolvierte sie eine Lehre als Feinblechnerin und von 1949 bis 1956 ein Studium an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart u.a. bei Gerhard Gollwitzer und Willi Baumeister. Seit den sechziger Jahren arbeitete Gerlinde Beck vorwiegend mit den Materialien Aluminium, Stahl, Bronze und Eisen und entwickelte zahlreiche Plastiken für den öffentlichen Außenraum als auch für diverse Ausstellungen, unter anderem im Gebäude des ehemaligen Museum am Ostwall, heute Baukunstarchiv NRW. Die Bildhauerin gestaltete aus kubischen Teilen aufgetürmte Figuren, dann Lichtskulpturen und Mantelfiguren. Mit ihrer erstmals 1974 in Heilbronn gezeigten „Klangstraße“ wurde sie einem größeren Publikum bekannt. Die in ihrer Anzahl variierenden Skulpturen wurde hier als Klangkörper „bespielt“. Für die 1985 in Würzburg gezeigte „Klangstraße“ komponierten u.a. Karlheinz Stockhausen und Klaus Hinrich Stahmer Stücke, die auf einer Langspielplatte festgehalten wurden. 1977 beteiligte sie sich an der Bundesgartenschau in Stuttgart und erhielt ein Stipendium der Cité International des Arts in Paris für einen einjährigen Aufenthalt, das sie direkt wahrnahm. Neben diversen Kunstpreisen, Auszeichnungen, verlieh das Land Baden-Württemberg der Künstlerin 1989 den Professorentitel. 1984 und 2001 erhielt Beck das Verdienstkreuz am Bande und das Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit der Gründung der Gerlinde-Beck-Stiftung 1996 widmete sie sich der Förderung junger Künstler. Die Künstlerin starb am 19. Februar 2006 im baden-württembergischen Niefern-Öschelbronn. SR, IF
Quelle
Lit. Kat. Museum am Ostwall 1984, S. 2f.
Weitere Kunst im öffentlichen Raum
Jahr:
1898
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks auf "Zeche Zollern" in Kirchlinde
Künstler*in: Künstler unbekannt
Jahr:
1952 (Einweihung: 16.März 1952)
Denkmal für die Opfer der Grubenunglücke vom 4.7.1940, 16.3.1944 und 22.3.1979
Künstler*in: Wilhelm Wulff
Jahr:
1936
Denkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935
Künstler*in: Wilhelm Wulff
Jahr:
1927
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 11. Februar 1925
Künstler*in: Friedrich Bagdons
Jahr:
nach 1920
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks am 8.8.1920
Künstler*in: Benno Elkan(?)
Jahr:
1954-1960
Mahnmal Bittermark
Künstler*in: Will Schwarz, Karel Niestrath, Léon Zack
Jahr:
1931
Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks vom 16.5.1925
Künstler*in: Friedrich Bagdons (Entwurf)
Jahr:
1993
Gedenktafel für den jüdischen Friedhof
Künstler*in: Künstler unbekannt
Jahr:
1956
Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges
Künstler*in: Vorname? Endlich, Herwarth Schulte u. Heinrich Bayer
Jahr:
1946/47
Denkmal für die gefallenen Sowjets
Künstler*in: F. J. Kraus
Jahr:
nach 1945
Denkmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes
Künstler*in: Künstler unbekannt
Jahr:
1924/25
Mahnmal für die 1914/18 gefallenen Bürger aus Dortmund
Künstler*in: Friedrich Bagdons
Jahr:
1965
Haltet Frieden
Künstler*in: Curt Unger
Jahr:
1934, (Einweihung: 16.9.1934)
Kriegerdenkmal in Dorstfeld, Gefallene 1914-1918
Künstler*in: Bildhauer: Heinrich Bayer; Architekt: Josef Wentzler;