Wasserherz
- Höhe: Durchmesser ca. 25 m
Der Dortmunder Westfalenpark wurde 1969 zum zweiten Mal Austragungsort der Bundesgartenschau. Vom 25. April bis 12. Oktober strömten fünf Millionen Besucher in den Park rund um den Fernsehturm. Unter dem Titel „Euroflor“ wurden neue Materialien wie Eternit vorgestellt und die Schau widmete sich ausgiebig dem Thema „Wasser“ in unterschiedlichsten Formen. Am Buschmühlenteich stiegen mit der „Wasserorgel“ an- und abschwellende Wasserfäden in die Höhe, in den Wassergärten wuchsen Seerosen und Lotusblumen. Eine weitere Variation des Themas zeigte das Wasserherz von Norbert Kricke, mit dem seit April 1967 erste Verhandlungen für die Gestaltung einer gartenkünstlerischen Arbeit aufgenommen wurden. Für das neue Rosarium entwarf der Düsseldorfer Bildhauer mit wassertechnischer Unterstützung der Firma Richter & Borchert ein betoniertes Wasserbecken in der anatomischen Form eines Herzens. Im Inneren teilen Stahlbänder das Wasserbecken in sechs Kammern mit unterschiedlichen Höhenniveaus. Ist das „Wasserherz“ gefüllt, steigt und fällt der Wasserspiegel durch Fluten und Abpumpen alle 15 Minuten im fünfteiligen Rhythmus, so dass einzelne Stahlbänder an der Wasseroberfläche als dünne Stege sichtbar und wieder unsichtbar werden.Kricke, der für seine sogenannten „Raumplastiken“ aus meist feinen Edelstahlrohren bekannt ist, hat seit 1956 Wasser als Gestaltungsmittel in seine Kunst eingebunden. So schrieb er im selben Jahr in seinem mit John Anthony Thwaites verfassten Text „Forms of Water“: „Ein wirkliches Wasserspiel ist nicht irgendeine passive Form, die Wasser speit, es ist Wasser – das passive Element -, dem Aktivität gegeben wurde, es ist Wasser – das gestaltlose Element – das eine Form erhielt.“Kricke entwarf in der Mitte der 1950er Jahre Plexiglassäulen-Ensembles, an denen Wasser herablief. Die 1973 umgesetzte Arbeit „Grosser Wasserwald“ am Arbeitsamtsgebäude in Nürnberg ist ein heute noch im öffentlichen Raum sichtbares Beispiel. Für den Neubau der Universität in Bagdad entwarf Kricke zusammen mit Walter Gropius zwischen 1958 und 1960 eine Wassergestaltung, die jedoch nicht ausgeführt wurde. Das „Wasserherz“ ist somit Teil einer intensiven Auseinandersetzung mit dem flüssigen Gestaltungselement. SR
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