Do-Körne, Körner Hellweg 72, Körner Park, 44143 Dortmund
Widder, Albert Francis Stewart
Der fast lebensgroße Widderkopf, auf 1,2 Meter Höhe angebracht, ist auf die wesentlichen Charakteristika des Tieres reduziert. Die Skulptur vermittelt Stärke und Kraft – Eigenschaften, die dem Widder auch in der griechischen Mythologie nachgesagt werden. Strukturierte, prägnante Linien skizzieren die zoomorphe Physiognomie des Widders, abstrahiert auf dem ansonsten kompakten Dolomit-Block. Naturalistische Elemente wie die Hörner wurden künstlerisch verfremdet durch vom Mittelpunkt strahlenförmig ausgehende Einkerbungen, die allerdings nur oberflächlich angebracht wurden. So erhält das Werk zugleich Klarheit und Struktur. Der Widderkopf bleibt stark der ursprünglichen Form des Steines verbunden. „Er folgt bei seiner Arbeit dem, was das Material an Form und Struktur mitbringt und möchte ihm seinen Willen nicht aufzwingen“, beschrieb das Mindener Tageblatt am 19. November 2010. Der Nordwest-Zeitung sagte der Künstler in der Ausgabe vom 31. Dezember 2005: „Jeder Stein hat seine Seele, die es zu erkennen gilt. Ich beobachte ihn, ich drehe ihn, betaste ihn und versuche zu begreifen, was der Stein werden möchte.“ Trotz aller Individualität lässt die Arbeit erkennen, dass er das Steinbildhauerhandwerk von dem Shona-Künstler Nicholas Mukomberanwa erlernt und afrikanische Einflüsse übernommen hat, etwa die traditionelle Steinbearbeitung und dessen geometrische, abstrahierte Züge. Erfolgreich verbindet der Künstler, laut eigener Aussage, die „Leichtigkeit der Karibik und afrikanische Ausdruckskraft“. Das afrikanisch anmutende Werk wurde sicher auch deshalb für diesen Standort ausgewählt, um mit der simbabwischen Shona-Skulptur „Willkommen“ des Künstlers Shephard Madzikatire im Körner Park zu korrespondieren. IF
Literatur Kunstwerk
http://www.kunst-in-dortmund.de/k4/oeffentlich.html [Abruf: 28.02.2014]; http://www.lokalkompass.de/dortmund-ost/kultur/mit-widder-waechst-der-skulpturenpark-kkk-praesentiert-drittes-kunstwerk-im-gruen-am-rande-des-koerner-hellwegs-d82977.html [Abruf: 28.02.2014]; (Ralf K.Braun: Mit Widder wächst der Skulpturenpark: KKK präsentiert drittes Kunstwerk im Grün am Rande des Körner Hellwegs, in: Lokalkompass, 12. August 2011.) http://www.koerner-kultur-und-kunstverein.de/2002-bis-heute/2011/der-widderkopf/ [Abruf: 28.02.2014];
Literatur Künstler*in
http://www.mt-online.de/lokales/minden/3990874_Skulpturen_mit_Seele.html [Abruf: 28.02.2014]; (Rolf Graff: Skulpturen mit Seele. Werke von Albert Stewart in St. Simeonis / Predigten in Holz und Stein, in: Mindener Tagblatt, 19. November 2010.)http://www.nwzonline.de/friesland/kultur/karibische-leichtigkeit-und-afrikanische-tradition_a_6,1,3788931398.html [Abruf: 28.02.2014]; (Anonym: Karibische Leichtigkeit und afrikanische Tradition, in: Nordwest-Zeitung, 31. Dezember 2005.) http://www.nwzonline.de/friesland/kultur/bildhauer-autodidakt-und-profession_a_6,1,2364415162.html [Abruf: 28.02.2014]; (Anonym: Bildhauer, Autodidakt und Profession, in: Nordwest-Zeitung, 10. Januar 2006.)
Biografie
Der Bildhauer Albert Francis Stewart wurde 1959 in Bridgetown auf Barbados geboren und wuchs in einer traditionellen Zimmermanns-Familie auf. Dementsprechend war zuerst Holz sein präferiertes Material, er erlernte schon als Kind dessen professionelle Bearbeitung von seiner Familie. Auf der Karibikinsel war er viele Jahre erfolgreich als anerkannter Holzschnitzer tätig, bevor er 1991 nach England ging. Dort wandte er sich der Steinbildhauerei zu, als er in London mit Nicholas Mukomberanwa, einem der bedeutendsten Steinbildhauer Simbabwes und der Kunst der Shona zusammen arbeitete. Stewart verwendet häufig Serpentin wie sein afrikanischer Mentor und wie in der Shona-Kunst üblich. 1994 zog er nach Dortmund und stellte deutschlandweit aus. 2002 arbeitete er in Schweiburg und betrieb dort eine Galerie, in der er seine Skulpturen präsentierte sowie regelmäßig Ausstellungen bekannter Bildhauer, Keramik-Künstler und Maler veranstaltete. Er verwendet verschiedene Holz- und Steinsorten für seine Skulpturen, die zum Teil christliche Themen wie Apostel, Propheten und Engel behandeln. Aber auch Männer- und Frauen-Darstellungen, Paare, abstrakte Formen und Tiere wie Eisbär, Kondor oder ein Widderkopf tauchen immer wieder in seinen Arbeiten auf. Er selbst beschreibt sein Werk als eine Vereinigung der "Leichtigkeit der Karibik und afrikanischer Ausdruckskraft" zu kraftvollen, beseelten Skulpturen. Seine Arbeiten befinden sich weltweit hauptsächlich in Privatbesitz – besonders in Kanada, den USA, England, Belgien, Norwegen und Deutschland. Einige seiner Großobjekte schmücken Regierungsgebäude auf Barbados. Albert Francis Stewart lebt und arbeitet seit 2005 im ostfriesischen Wiesedermeer, wo er ein eigenes Atelier hat. IF