Ausschnitt eines Kalenders

Stadtarchiv

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Soeren Spoo

Vortrag

Giulia Gostoli

Hinweis

Aus aktuellem Anlass wird weiterhin empfohlen, beim angegebenen Veranstalter nähere Informationen über die Durchführung von Veranstaltungen einzuholen.

Italienische Militärinternierte in den Lagern des Deutschen Reiches.
Wege für das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit

Der Kriegsaustritt Italiens im September 1943 bedeutete für das nationalsozialistische Deutschland den Verlust des wichtigsten Bündnispartners in Europa. Zu den tragischen Ereignissen des Herbstes 1943 gehörte die Gefangennahme von etwa 650.000 italienischen Armeeangehörigen, die ins Reichsgebiet deportiert wurden. Auf Befehl Hitlers galten sie wenige Tage später nicht mehr als Kriegsgefangene, sondern erhielten die Bezeichnung Italienische Militärinternierte (IMI) und leisteten bis 1945 Zwangsarbeit. Die brutale Behandlung dieser Zwangsarbeiter und die unterlassene Entschädigung nach dem Krieg waren bis in die letzten Jahrzehnte eine offene Wunde, die die Harmonie der diplomatischen Beziehungen bedrohte. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2008 die deutsch-italienische Historikerkommission eingesetzt.

Über die Deportation der IMI und die Debatte um die Erinnerung an ihre Internierung berichtet Giulia Gostoli, Absolventin der Public History an der Ruhr- Universität Bochum. Als zweisprachige Historikerin mit Schwerpunkt Geschichte der deutsch-italienischen Beziehungen im 20. Jahrhundert interessiert sie sich besonders für die Bildung einer gemeinsamen Erinnerungskultur.

Veranstaltungsinformation

Vortrag: Giulia Gostoli

Donnerstag, 9. Juni 2022
19:00 Uhr

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
44147 Dortmund