Mobilität & Verkehr
Die DSW21-Bilanz: Gewinne & Defizite
Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 27,8 Mio. Euro abgeschlossen. Das sind fast 165 Mio. Euro weniger als im Vorjahr (192,7 Mio. Euro).
Seinerzeit hatte die Konzernmutter der kommunalen 21-Gruppe allerdings auch einen Sondereffekt bilanziert: Der Verkauf der STEAG-Anteile war 2024 mit 251,1 Mio. Euro in das Beteiligungs- und Finanzergebnis eingeflossen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr vereinnahmte DSW21 weitere 36,0 Mio. Euro.
Eigenkapitalquote wächst
Die Bilanzsumme von DSW21 lag 2025 mit 2,62 Mrd. Euro (-2,7 %) nur leicht unter dem Vorjahreswert. Positiv auch: Die Eigenkapitalquote stieg zum 31.12.2025 gegenüber dem Vorjahr von 48 auf 50 %, während die Quote der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um rund 1,5 % auf 20 % sank.
- Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) weist für 2025 eine Bilanzsumme in Höhe von 2,62 Mrd. Euro (-70 Mio. Euro) aus
- Das vorläufige Jahresergebnis nach Steuern liegt bei 27,8 Mio. Euro
- Transformationsvereinbarung zeigt Wirkung: DEW21 ist nach schwierigen Jahren wieder auf Kurs und führt 31,4 Mio. Euro an die Konzernmutter ab
- Gelsenwasser AG (37,9 Mio. Euro) und EDG Entsorgung Dortmund (3,7 Mio. Euro) liefern Beiträge auf Planniveau – RWE bei weiter steigender Dividende auf den Aktienbesitz leicht darüber (17,1 Mio. Euro)
- Zahl der ÖPNV-Fahrgäste nimmt um 1,75 % auf 116,5 Millionen zu
- Defizit im Verkehrsbereich steigt dennoch weiter an: von -90,1 auf -99,1 Mio. Euro
- Zahl der Mitarbeitenden klettert auf 2.319
- Airport stellt mit 3,24 Mio. Fluggästen erneut einen Passagierrekord auf – Überproportional gestiegene Kosten bescheren dennoch höheren Verlust (-6,3 Mio. Euro) – EU-Betriebsergebnis mit 6,5 Mio. Euro zum 4. Mal in Folge positiv
Verkehrsergebnis nur noch knapp unter -100.000.000,00 Euro
Signifikant ist die Entwicklung im Kerngeschäft ÖPNV. Von 2016 bis 2020 bewegte sich das „Betriebsergebnis Verkehr“ fünf Jahre in Folge relativ gleichbleibend zwischen -51 und -56 Mio. Euro. Seither steigt es massiv an – zuletzt drei Jahre in Folge um jeweils rd. 10 Mio. Euro – und blieb zum Jahresende 2025 mit -99,1 Mio. Euro nur noch knapp unterhalb der 100-Millionen-Euro-Grenze (siehe Grafik). Dies, obwohl die Erlöse aus den Fahrausweisverkäufen und auch die Zahl der Fahrten erfreulicherweise zugenommen haben (s. Kapitel „Mobilität und Logistik“).
Drei Gründe für das Positiv-Ergebnis
Die Auflösung von Pensionsrückstellungen fiel mit 25,4 Mio. Euro doppelt so hoch aus wie prognostiziert. Insgesamt beläuft sich das Volumen der Rückstellungen für die Altersversorgung ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf mehr als 600 Mio. Euro.
DSW21 hat seinen 84,1 %-Anteil am Telekommunikationsdienstleister DOKOM21 zum 31.12.2025 in die Dortmunder Stadtwerke Beteiligungsgesellschaft mbH eingebracht. Letztere hat in einem zweiten Schritt auch die Anteile von DEW21 (11 %) und Sparkasse Dortmund (2 %) erworben und ist somit nun Alleingesellschafterin von DOKOM21. Im Vorfeld hatte DSW21 den Unternehmenswert von DOKOM21 gutachterlich bestimmen lassen. Die Differenz in Höhe von +11,9 Mio. Euro zwischen dem ermittelten Wert der übertragenen Anteile und dem Buchwert wurde 2025 bilanziell wirksam.
Die 2024 zwischen den Gesellschaftern DSW21 (60,1 %) und Westenergie (39,9 %) mit der Dortmunder Energie und Wasserversorgung GmbH (DEW21) ratifizierte ! „Transformationsvereinbarung" zeigte die erhoffte und erwartete Wirkung. Nach zwei schwierigen Jahren ohne Ergebnisübernahmen, geprägt durch die Abrechnungsmanipulationen bei der DEW21-Tochter „stadtenergie“ und die hohen Verluste durch die Beschaffungsstrategie während der Energiekrise, ist DEW21 2025 in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat ein Ergebnis in Höhe von 31,4 Mio. Euro zur Bilanz der Mutter beigesteuert.
Resümee des DSW21-Vorstands Jörg Jacoby
„DSW21 und die 21-Gruppe haben im Jahr 2025 einmal mehr bewiesen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dortmund auf ihre Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge verlassen können. Wir erfüllen unsere Aufgaben zuverlässig“. Viele Projekte und Maßnahmen, die wir in den vergangenen Jahren angestoßen haben, und das Gros unserer Investitionen zielen darauf ab, die Infrastruktur und die Dienstleistungen für die Menschen in unserer Stadt so aufzustellen, dass Dortmund auch mittel- und langfristig ein funktionierender Standort bleibt. Trotz des positiven Jahresergebnisses gehört aber auch dies zur Wahrheit: Die wirtschaftlichen Herausforderungen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Der steuerliche Querverbund stößt an seine Grenzen.“
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