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Geierabend 2025: Ohne Präsident, aber mit vielen aktuellen Themen

Der Geierabend in Dortmund gehört seit 1992 zum Ruhrgebiet wie Steinkohle, Stahl und Stau. Am 9. Januar 2025 startet der Ruhrpottkarneval mit seinem neuen Motto „Zart wie Kruppstahl“ auf der Zeche Zollern in die neue Session. Bis zum 4. März kreisen die Geier 34 Mal auf der Bühne. Auf einen Publikumsliebling muss der Geierabend in diesem Jahr verzichten: Präsident Roman Marczewski, seit Jahrzehnten das Gesicht der Sitzungen, ist aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei.

Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Das Ensemble von "Geierabend"
Reizthema Gebietsreform: Das Geierabend-Ensemble kümmert sich "Zart wie Kruppstahl" um das Ruhrgebiet.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Dafür ist das Programm randvoll mit aktuellen Themen und einigen neuen Figuren. Die Freiheitsstatue nimmt nach der US-Wahl einen Job als Dauertanne auf dem Dortmunder Hansaplatz an, auch der Bundesadler ist auf Jobsuche. Die Bahn, die GenZ und der BVB bleiben nicht verschont. Die Partnerstadt Datteln wird ebenso eine wichtige Rolle spielen wie das Jubiläum der Gebietsreform 1975, und die „Experten aus der Lagerhalle“ machen sich tiefgründige Gedanken zu Lieferketten und Gabelstaplern.

Weitere Themen sind unter anderem das Schönheitsgeheimnis Schneckenschleim, Selbstbedienungskassen, Selbstoptimierung und das Cannabisgesetz. Ausdrücklich NICHT thematisiert wird Dubai-Schokolade.

Eine besondere Herausforderung für Autoren und Ensemble hat die große Politik dem Geierabend beschert: Die Bundestagswahl am 23. Februar, mitten in der Session und auch noch an einem Sonntag mit Vorstellung. Martin Kaysh, der als „Steiger“ seit 1998 zum Stammpersonal gehört: „Wir laden alle ein zur großen Wahlparty auf Zeche. Wie wir das ins Programm einbinden, müssen wir noch überlegen. Aber Scholz hatte ja am Abend des Koalitionsbruchs auch drei Reden vorbereitet.“

Das Team hinter dem Team hat namhafte Verstärkung bekommen. „Wir haben Autoren, die im Ruhrgebiet verwurzelt sind und für Künstler wie Jan Böhmermann, Carolin Kebekus oder die Heute Show schreiben“, freut sich Kaysh über die neue Qualität. „Das sind echte Humorarbeiter, echte Profis“, so der „Steiger“.

Jeder Autor habe eine andere Handschrift und andere Erzählweisen. Außerdem wirke sich die Arbeit mit den „Humorarbeitern“ auch auf die Schlagzahl der Gags aus. „Wir waren früher sehr westfälisch-gemächlich. Irgendwann sind wir deswegen nicht mehr im Fernsehen übertragen worden“, erklärt Kaysh. Darum laute die Devise nun „kürzer, kürzer, kürzer.“ Das gilt jedoch nur für die Spaß-Frequenz. Insgesamt dürfen sich die Geierabend-Fans auf drei Stunden Programm freuen – plus Pause.

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