Jubiläum
Er fliegt mit seinen Bildern – Allround-Künstler Adolf Winkelmann feiert seinen 80. Geburtstag
Der Dortmunder Filmemacher Adolf Winkelmann wird am 10. April 80 Jahre alt. In seiner Heimatstadt fliegen seine Bilder seit 16 Jahren täglich auf dem U-Turm – Botschaften mit Bezug zu aktuellen Ereignissen oder zur Region. Das Dortmunder U feiert ihn im Herbst und zeigt fünf Tage lang je zwei seiner besten Filme.
Informationen zum Datenschutz von dortmund.de finden in der städtischen Datenschutzerklärung.
Seine Bilder sind Botschaften, sie fliegen oben am Dortmunder U und sorgen oft für Gesprächsstoff. Eine Sparflamme zur vergangenen Energiekrise, mitten in der Corona Pandemie krachen oben zwei „Abstand halten!“-Schilder gegeneinander. Klimawandel? Winkelmann fliegt nach Grönland und filmt Wale im schwindenden Eis.
Seine Filme sorgen für Aufmerksamkeit
Adolf Winkelmann ist ein Künstler, stets auf der Suche nach den passenden Bildern zu den Botschaften. Für seine Filme, den täglichen auf dem U-Turm und den Spielfilmen, die keine Auseinandersetzung scheuen: Wie „Contergan“, ein Film, der noch lange nachwirkte, auch (gesundheits-)politisch.
Er war einer der ersten Filmemacher aus Dortmund, der bekannt wurde. Er zeichnete mit „Die Abfahrer“ ein aktuelles Bild des Ruhrgebiets. „Kann mir mal einer sagen, warum ich überhaupt noch hier bin“ ist eine Dialogzeile aus dem Film, die Winkelmann lange begleitet hat. Denn auch Winkelmann blieb - als Exot, als lange einziger Filmemacher der Stadt, als Forscher und Vermittler. Denn Adolf Winkelmann lehrte lang als Professor an der Fachhochschule Dortmund und bildete hunderte neue Filmemacher in Dortmund aus.
Filmemacher
Ich habe eine Botschaft und muss sie irgendwo reinpacken und muss sie zu meinem Kunden bringen.
Fragen an Adolf Winkelmann - ein Interview
Er hat immer neue Ideen und Visionen. Auch für die Bilder am Dortmunder U. Tauben, Tänzer, Botschaften mit Witz. Wir haben vor allem darüber mit ihm gesprochen:
Am Dortmunder U Bilder fliegen zu lassen. Ist das nicht komplett verrückt?
WINKELMANN: Das Dortmunder U brauchte ein Gesicht und man fragte mich. Aber ich bin ja kein Architekt, ich bin ja Filmemacher. Was habe ich damit zu tun? Aber dann bin ich rumgefahren, hab mir das U angeguckt und hab gedacht, da mache ich da eben Bilder obendrauf, ohne zu wissen, wie das weitergehen würde. Das ist nicht nur für ein paar Monate, sondern Jahre, Jahrzehnte. Und trotzdem macht es jeden Tag noch Spaß.
Wie wichtig sind die Botschaften der Bilder, dass die Stadtgesellschaft darüber spricht?
WINKELMANN: Wenn man so was so lange macht, dann geht es am Ende eigentlich immer nur noch um die Botschaften, das ist ja, was Spaß macht und was meine Arbeit ist. Ich komme mir vor wie meine Eltern, sie waren Spediteure. Ich komme mir vor wie ein Spediteur. Ich habe eine Botschaft und muss sie irgendwo reinpacken und muss sie zu meinem Kunden bringen.
Die Botschaften haben oft einen gewissen Witz - Wie in der Corona-Pandemie, da krachten krachten zwei „Abstand halten!“-Schilder am U aneinander, zum Thema Energiesparen gab es die Sparflamme im stromsparenden Licht ...
WINKELMANN: Je ernster die Lage ist, umso mehr ist es wichtig, dass man der Lage mit Humor begegnet. Anders geht es nicht. Also es ist bei mir jedenfalls immer so gewesen. Ich wäre da nicht darauf gekommen, dass ich eines Tages das Problem hab, dass die Stadt sagt, wir haben nicht mehr genug Strom, es muss Energie gespart werden, macht die Bilder aus. Oder dass wir diese Corona-Pandemie kriegen und Abstand halten müssen. Und wenn ich, mich mit dem Thema Abstand halten beschäftige, da mache ich eben sowas, dass zwei Schilder aneinander krachen. Das ist das, was mir Spaß macht und so, so gehe ich eben mit Inhalten um. Aber immer ist ja egal, was ich mache, ob ich nun ein Kinofilm mache oder ob ich so was mache. Wenn die Menschen da nicht dabeibleiben und mir weglaufen und keinen Spaß daran haben, dann brauche ich es ja gar nicht erst machen.
Wie lange möchten Sie noch die Bilder fliegen lassen?
WINKELMANN: Das kann ich dir nicht sagen. Im Moment ist es so, dass es keinen Grund gibt aufzuhören. Ich mache das, solange ich das kann. Ich muss doch einen Grund haben, morgens aufzustehen.
Weitere Nachrichten