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Kommt Free-Floating-Carsharing nach Dortmund?

Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Weichen für eine Ergänzung des stationsgebundenen Carsharing-Angebots durch Fahrzeuge ohne feste Stationen (Free-Floating) zu stellen. Darüber entscheidet der Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün am 17. März.

Die Stadt Dortmund fördert Carsharing, um den Parkdruck in Quartieren mit hoher Einwohnerdichte zu entspannen. Hierzu wird aktuell das stadtweite Carsharing-Konzept in Dortmund umgesetzt. Demnach stehen zunächst 38 Carsharing-Standorte stationsbasiert im öffentlichen Raum zur Verfügung. Auf Basis der mittlerweile veränderten Studienlage ist die Stadtverwaltung der Auffassung, dass auch das Carsharing ohne feste Stationen (Free-Floating) das Angebot nützlich ergänzen kann.

Unternehmen Miles interessiert an Standort Dortmund

Das Free-Floating Carsharing Unternehmen Miles signalisiert großes Interesse, ein Angebot in Dortmund zu realisieren. Miles ist aktuell in zwölf Städten sowie sieben Flughäfen in Deutschland am Markt und will auch in NRW weiter expandieren. Die Fahrzeuge werden in festgelegten Geschäftsgebieten abgestellt – das funktioniert auch städteübergreifend.

Auf Grundlage des Carsharing-Gesetzes kann die Stadt befristete Ausnahmegenehmigungen für unentgeltliches Parken im öffentlichen Raum erteilen. Die Ausnahmegenehmigung würde dann eine noch festzulegende pauschale Parkgebühr pro Fahrzeug und Jahr beinhalten. Dafür muss die Stadtverwaltung einen Vertragsentwurf über das Geschäftsgebiet mit Regelungen zum Parken sowie die Höhe der Gebühr erarbeiten. Auch eine begleitende Evaluation soll Teil eines solchen Vertrags werden. Durch die Beobachtung von Nutzungshäufigkeit und Auslastung der Fahrzeuge können eventuelle Probleme früh erkannt und möglichst schnell gelöst werden.

Studie zeigt verkehrsentlastende Wirkung

Eine Studie, die das Unternehmen Miles im August 2025 zur verkehrsentlastenden Wirkung von Free-Floating Carsharing in Hamburg, Köln und München beauftragt hat, ermittelt ein auffallend hohes Potenzial pro Carsharing-Fahrzeug, private Kfz zu ersetzen. Demnach kann unter optimalen Voraussetzungen ein Free-Floating Carsharing-Fahrzeug bis zu 23 private Pkw ersetzen.

Auch eine Studie zum Carsharing-Angebot der Stadt Bremen hat eine sehr hohe Ersetzungsquote festgestellt, allerdings in Kombination von Free-Floating und stationsbasiertem Carsharing. Diese geht von einer Ersetzungsquote von 18,8 Privatautos aus.

Der weitere aktuelle Forschungsstand stellt eine deutlich niedrigere Ersetzungsquote von 3,6 privaten Fahrzeugen durch ein reines Free-Floating Angebot fest. Auch der Bundesverband Carsharing schätzt die Auto-Ersatz-Quote bei einem reinen Free-Floating-Angebot als deutlich geringer ein, sieht aber durchaus eine verkehrsentlastende Wirkung.

Schlagwörter

Mobilität & Verkehr Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz

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