Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Natur & Umwelt

Naturschutzgebiet „Im Siesack“: Dieses grüne Paradies ist ein Rinder-Garten

Mengede

Dortmund beheimatet insgesamt 35 Naturschutzgebiete, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Ökosystemen und Lebensräumen bieten. Eines dieser schützenswerten Gebiete befindet sich im Stadtteil Mengede und trägt den Namen Naturschutzgebiet „Im Siesack“. In diesem speziellen Areal wird großen Wert auf den Erhalt der natürlichen Lebensräume gelegt, um die dort lebenden Pflanzen- und Tierarten zu schützen und zu fördern.

Informationen zum Datenschutz von dortmund.de finden in der städtischen Datenschutzerklärung .

Idylle pur: Auszeit im Naturschutzgebiet „Im Siesack" bringt Entspannung

Dortmund kombiniert städtisches Leben mit grünen Rückzugsorten. Dies beweisen eindrucksvoll die 35 Naturschutzgebiete, die sich über das gesamte Stadtgebiet erstrecken und eine Fläche von 2.700 Hektar umfassen. Diese Gebiete bieten zahlreichen, teils bedrohten Amphibien- und Vogelarten ein Zuhause. Ein Naturschutzgebiet in Mengede namens „Im Siesack“ hat eine Besonderheit: Rinderherden sorgen dafür, dass sich Pflanzen, Büsche und Bäume nicht zu stark ausbreiten. Diese Beweidung schafft ein Mosaik aus Kleinstlebensräumen für Flora und Fauna.

Naturschutzgebiet „Im Siesack“

Bild: Biologische Station Kreis Unna
Eine Zauneidechse sitzt auf einem toten Baumstamm.
Auch die Zauneidechse fühlt sich im Naturschutzgebiet „Im Siesack“ wohl.
Bild: Biologische Station Kreis Unna

Das 176 Hektar große Gebiet hat einen sogenannten Offenland-Charakter. Seit 1990 gehört dieses Gebiet in den Landschaftsplan Dortmund und ist seitdem als Naturschutzgebiet ausgezeichnet.

Die nördliche Fläche besteht aus Weiden, kleineren Waldflächen, aufgelassenen Ackerflächen und Feuchtbereichen. Die südliche Fläche ist der Nordteil der Abraumhalde Ellinghausen, die im Jahr 1995 aus der Aufsicht der Bergbaubehörde entlassen wurde und seitdem weitgehend brach gefallen ist.

Ein waldreicher Streifen, der mit Erlen, Buchen, Eichen und Birken bewachsen ist, zieht sich bogenförmig durch das Gebiet. Von diesem Wald gehen zahlreiche Hecken, Büsche, Gehölzstreifen sowie einzelne Brachflächen und Hochstaudenfluren aus, die die offenen Kulturlandbiotope voneinander abgrenzen. Inmitten dieser Lebensräume finden sich zahlreiche Kleingewässer sowie Bach- und Grabensysteme, die mit Röhricht-Vegetation bewachsen sind.

Rinder als Weidehüter

Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Eine Heckrinderherde beweidet die Naturschutzfläche Im Siesack.
Die Heckrinderherde sind die Hüterinnen und Hüter der Weidefläche des Naturschutzgebietes „Im Siesack“.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Eine zusätzliche Besonderheit des Gebiets sind die Heckrinder, eine Nachzucht des Auerochsen, die im Südosten des Naturschutzgebiets in einer kleinen Herde gehalten werden. Für diese „Wildrinder" wurden größere Flächen eingezäunt. Um den Offenland-Charakter des Gebiets zu bewahren, wird die Fläche östlich der Scharstraße von der Heckrindherde extensiv beweidet. Eine zusätzliche Heckrinder-Herde kommt zum Einsatz, um den Haldenstandort im Süden des Naturschutzgebiets zu pflegen. Ein großer Teil des Naturschutzgebiets wird also für Weideflächen und als Gehege für Heckrinder genutzt.

Insgesamt leben 30 Tiere in der Herde, darunter Kühe, Kälber und Bullen. Die Tiere sind das ganze Jahr über in der freien Natur und werden lediglich im Winter zugefüttert. Die zu betreuenden Flächen sind eingezäunt, nicht öffentlich zugänglich und ca. 60 Hektar groß.

Die Tiere gehören der Stadt Dortmund. Die Pflege der Heckrinder, das Management der Herde, die Winterfütterung, die Gewährleistung des gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitszustands, die Regulierung des Bestands sowie die Überwachung der Einfriedung müssen von einem erfahrenen landwirtschaftlichen Betreuer durchgeführt werden - ein Landwirt ist mit der Betreuung der Heckrinder betraut.

Herde als Landschaftsgestalter

Die Beweidung durch Heckrinder soll eine Verbuschung des Geländes sowie die Ausbreitung der Goldrutenbestände und Disteln verhindern. Zudem dient sie der Besucherlenkung im Naturschutzgebiet. Die Beweidung ist eine Pflegemaßnahme aus dem Biotopmanagementplan für das Naturschutzgebiet „Im Siesack“. Eine Beweidung mit einer an den Standort angepassten Bestandsdichte fördert insbesondere die Strukturvielfalt der beweideten Flächen und wirkt sich positiv auf die biologische Vielfalt aus.

Seltene Vögel und Amphibien ansässig

Bild: Biologische Station Kreis Unna
Eine Kreuzkröte sitzt in den Abendstunden in der Wiese.
Auch die Kreuzkröte fühlt sich wohl „Im Siesack“. Sie ist in Deutschland streng geschützt.
Bild: Biologische Station Kreis Unna

Das Gebiet stellt einen hervorragenden Zufluchtsort und Lebensraum für seltene sowie bedrohte Tier- und Pflanzenarten dar, insbesondere für Amphibien und Reptilien. Dies ist auf seine einzigartigen Eigenschaften, die Vielfalt der Lebensräume und die besondere Lage zurückzuführen. Ein Beispiel hierfür ist die Kreuzkröte, deren Bestände jedoch in den letzten Jahren zurückgegangen sind. Bei der letzten Erfassung im Jahr 2025 konnte die Kreuzkröte noch nachgewiesen werden, obwohl die Population nicht als stabil gilt. Zusätzlich wurde die Ringelnatter erfolgreich in diesem Gebiet angesiedelt. Das Schutzgebiet ist Teil eines strukturierten Freiflächen-Biotopkomplexes, der sich durch den Norden Dortmunds erstreckt.

Interessierte können bei einer Exkursion am 26. August die Lebensweise von Reptilien und Amphibien kennenlernen. Anmeldungen sind entweder vor Ort in der VHS oder auf der Website der VHS möglich.

Diese Tier- und Pflanzenarten kommen „Im Siesack“ vor

Brutvögel:

Neuntöter (Lanius collurio) als Charakterart der Heckrindflächen, Wiesenpieper (Anthus pratensis), seit wenigen Jahren auch der Weißstorch (Ciconia ciconia).

Fledermausarten:

Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Rauhhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), Wasserfledermaus (Myotis daubentonii), Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus).

Amphibien- und Reptilienarten:

Kammmolch (Triturus cristatus), Kreuzkröte (Bufo calamita), Zauneidechse (Lacerta agilis), Ringelnatter (Natrix natrix).

Seggen- und binsenreichen Nasswiesen (Lebensraumtyp: NEC0) sowie des Magergrünland

(Lebensraumtyp: NED0). Das NSG hat neben Gräben und Bächen als Fließgewässerstrukturen eine große Anzahl an Stillgewässern, die über das gesamte Schutzgebiet verteilt liegen, aufzuweisen.

Orchideen auf dem Haldenkörper:

Knabenkraut auf der Halde Ellinghausen. Der Bestand dieser intermediären Art hat inzwischen auf zwei Flächen über tausend Exemplare erreicht. Im Bereich von Birkenaufwüchsen auf der Halde stehen Orchideen der Gattung Epipactis und Listera.

Hinweise für Besucherinnen und Besucher

Kurzer Appell an die Besucherinnen und Besucher: Bitte verlassen Sie die Wege in den Naturschutzgebieten nicht und leinen Sie Ihren Hund an bzw. führen ihn auf den Wegen, um seltene Tiere und Pflanzen nicht zu stören und der Natur einen Rückzugsraum zu lassen. Laute Geräusche können bei vielen Tierarten Fluchtreflexe auslösen, bitte verhalten Sie sich entsprechend ruhig. Und fast das Wichtigste: Genießen Sie die Schönheit, Vielfalt und die frische Luft!

Schlagwörter

Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz Tiere VHS

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Naturschutzgebiet „Lanstroper See“: Früherer Bergbau gestaltete das Wasserschutzgebiet
Di 6. Oktober 2026
Scharnhorst
Der Lanstroper See in Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
Blick hinter die IGA-Kulissen: Kostenloses Baustellen- und Familienfest
Mo 5. Oktober 2026
Huckarde
Blick von oben über Industriegebäude
Bild: Dirk Baxmann
„Lassen Sie uns zusammenhalten": OB Kalouti im Video zum Tag der Deutschen Einheit
Sa 3. Oktober 2026
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Umjubelte Entscheidung: Dortmund und Bochum sind Exzellenz-Unis
Fr 2. Oktober 2026
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Zum Brüllen! So war der erste Ausflug der Löwenbabys
Fr 2. Oktober 2026
Hombruch
Löwenjunges im Zoo Dortmund
Bild: Ida Andrae / Zoo Dortmund
Rat bringt zusätzliche Schulplätze auf den Weg
Fr 2. Oktober 2026
Oberbürgermeister Alexander Kalouti sitzt im Rat zusammen mit Ratsmitgliedern und Stellvertretern des Rats der Stadt Dortmund.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Tag der deutschen Einheit: Stadt verlegt vier Wochenmärkte vor
Do 1. Oktober 2026
Zwei junge Frauen laufen über den Wochenmarkt auf dem Hansaplatz und essen Trauben
Bild: Stephan Schütze
Rettung ohne Selbstgefährdung: DRZ lädt zum Innovation Hub Rettungsrobotik ein
Do 1. Oktober 2026
Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Rettungswagen.
Bild: Stadt Dortmund / Oliver Scharper
Westfalenhütte 2.0: Neue Pläne auf historischem Boden
Do 1. Oktober 2026
Innenstadt-Nord
Luftbildaufnahme des Westfalenhüttengeländes
Bild: Stahm Architekten, Braunschweig
Komisches Gefühl? App zu LINa!
Mi 30. September 2026
Pavlina Gjorgjeska präsentiert die LINa-App
Bild: Stadt Dortmund / Beate Hassel
Streuobstwiesen: So viel darf ich pflücken
Mi 30. September 2026
Viele Grabstätten in einer Streuobstwiese
Bild: Friedhöfe Dortmund
Bund fördert mit 4,1 Mio. Euro: Dortmunder Bäder gehen nicht baden
Di 29. September 2026
Schwimmbecken im Hallenbad Mengede
Bild: Sportwelt Dortmund
Rat entscheidet über weitere Schritte beim Schulbau und wichtige Projekte
Di 29. September 2026
Der neue Ratssaal von oben.
Bild: Stadt Dortmund
Dortmund zieht die Haushaltsbremse für das vierte Quartal
Mo 28. September 2026
Südseite des Dortmunder Rathauses aus der Vogelperspektive
Bild: Janus Skop
Stadt prüft, ob alle Hunde angemeldet sind
Mo 28. September 2026
Paar mit Hund auf Wiese vor Dortmunder Skyline
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki