Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Berufsfindung

Mit Künstlicher Intelligenz zum Ausbildungsplatz

Beim Übergang von der Schule in das Berufsleben arbeitet die Dortmunder Schullandschaft schon seit vielen Jahren vorbildlich. Jetzt steht die nächste Innovation vor der Serienreife: Ein Chatbot mit Künstlicher Intelligenz (KI) kann Jugendlichen bei der Berufsorientierung helfen.

Spike und Neo heißen die beiden virtuellen Coaches, die die Schülerinnen und Schüler durch ein KI-gestütztes Abfrageprogramm begleiten. 100 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen der Anne-Frank- und Martin-Luther-King-Gesamtschule haben den Chatbot auf Herz und Nieren geprüft. Bevor der KI-Bot an den beiden Schulen getestet werden konnte, waren zahlreiche Abstimmungen und eine umfassende datenschutzrechtliche Prüfung nötig. Wichtig ist, dass keine Daten der jungen Nutzerinnen und Nutzer gespeichert werden, selbst als Name wird ein Spitzname verwendet. Die erste Phase des Pilotprojekts ist jetzt abgeschlossen.

KI wird aus lokalem Angebot gespeist

Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski
Ein Kind benutzt ein Tablet mit einer Berufsfindungssoftware.
In einem geschützten Raum haben die Schülerinnen und Schüler Spike und Neo verwendet.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski

Aber wie funktioniert so ein KI-Berufsberater? Zunächst mal die technische Seite: Spike und Neo basieren auf der Anwendung „API“ von OpenAI. Das Programm greift vor allem auf die vorhandenen Daten von Dortmund at work zurück. Die städtische Internetseite dient schon lange als Plattform für den Übergang von Schule in Beruf: Hier stellen Unternehmen ihre Ausbildungsangebote ein, informieren über sich, es gibt eine Börse für Praktikumsplätze. „Das ist die Grundlage für die Recherche des Chatbots. Spike und Neo konzentrieren sich so auf Angebote aus Dortmund“, sagt Simone Goßling vom Regionalen Bildungsbüro im Fachbereich Schule .

Die Jugendlichen starten den Chatbot in einem geschlossenen Bereich auf der städtischen Internetpräsenz dortmundatwork.de. Dort müssen sie drei Fragen beantworten:

  • Wobei fragen dich andere um Hilfe?
  • Was macht dir so viel Spaß, dass du dabei die Zeit vergisst?
  • Wofür begeisterst du gerne andere?

Die offen gestalteten Fragen sorgen dafür, dass sich die Jugendlichen mit sich selbst auseinandersetzen müssen. Goßling: „Der KI-Chatbot unterstützt sie dabei, ihre eigenen Stärken und Interessen besser einzuordnen und passende Berufsfelder kennenzulernen.“ Am Ende präsentieren Spike und Neo fünf Ausbildungsberufe, die an den Vorgaben der Jugendlichen orientiert sind.

Chatbot sorgt für eine erste Orientierung

Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski
Ein Kind benutzt ein Tablet mit einer Berufsfindungssoftware.
In einem geschützten Raum haben die Schülerinnen und Schüler Spike und Neo verwendet.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski

Zu den möglichen Ausbildungsberufen bietet der KI-Chatbot noch tiefer gehende Informationen: Welche Unternehmen aus Dortmund bilden auf dem Gebiet aus? In welchen Branchen könnte man noch arbeiten? Wie viel können die Schülerinnen und Schüler während und nach der Ausbildung verdienen? Das gibt ihnen eine erste Orientierung im oft unübersichtlichen Dschungel der Berufs- und Ausbildungswelt.

Simone Goßling und das Team des Regionalen Bildungsbüros haben die Jugendlichen beim Umgang mit dem KI-Bot begleitet. Sie sind gespannt auf die Eindrücke und Anregungen der ersten Testerinnen und Tester, die sie durch einen Fragebogen auswerten.

Resonanz ist gut

Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski
Zwei Jungs sitzen an einem Schulschreibtisch und arbeiten mit einem Tablet.
Armanto und Ensar von der Anne-Frank-Gesamtschule haben den digitalen Berufsberater getestet.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski

Bei den Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule scheint der KI-Chatbot erst einmal gut anzukommen: „Mir hat der Chatbot sehr geholfen. Allerdings würde ich mir noch genauere Fragen wünschen“, sagt Tester Armanto Cakri (16). Auch Mario Marsavela (17) ist zufrieden: „Neo kommt sofort auf den Punkt. Er bietet mir an, mich für Bewerbungsgespräche zu schulen. Das finde ich richtig gut.“ Der Chatbot bestärkt den Schüler sogar, sich für ein Studium zu interessieren.

Philip Stratmann ist der Koordinator für berufliche Orientierung an der Anne-Frank-Gesamtschule. Mit dem ersten Testlauf ist auch er zufrieden: „Ich finde, der KI-Chatbot verschafft unseren Schülerinnen und Schülern Ideen zu möglichen Ausbildungen, die sie sonst vielleicht übersehen hätten.“ Gespannt ist er auf die Auswertung der Fragebögen. Die zentrale Frage wird hier sein, ob die Schülerinnen und Schüler sich wirklich vom Chatbot beraten lassen.

Unterstützung für eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben

Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski
Zu sehen ist Philip Stratmann. Er ist der Koordinator für berufliche Orientierung an der Anne-Frank-Gesamtschule.
Philip Stratmann ist der Koordinator für berufliche Orientierung an der Anne-Frank-Gesamtschule.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski

Die Idee für den digitalen Berufsberater ist aus der Gesamtstrategie Schule-Arbeitswelt entstanden. Hier arbeiten Schülerinnen und Schüler, Unternehmerinnen und Unternehmer, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Schulen und Verwaltung sehr eng gemeinsam am Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung. Mit dem Pilotprojekt erprobt Dortmund, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, um junge Menschen bei einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens zu unterstützen.

Zum Thema

Die beiden Gesamtschulen gehören zu den sechs Dortmunder Schulen, die Teil des Ausbildungspakts sind. Dieser will junge Menschen der neunten und zehnten Klassen gezielt auf den Übergang in eine duale Ausbildung vorbereiten und ihnen eine gute Anschlussperspektive bieten. Das Projekt ist seit 2016 eine gemeinsame Initiative des Regionalen Bildungsbüros im Fachbereich Schule der Stadt Dortmund, des Vereins schul.inn.do e.V. und weiteren Akteurinnen und Akteure aus der Stadt Dortmund, um Jugendliche bei ihrem Schritt in die Arbeitswelt zu stärken und zu unterstützen.

Schlagwörter

Bildung Digitalisierung

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Füllstand im Blick: Dortmund stellt 92 smarte Mülltonnen auf
Fr 9. Oktober 2026
Zwei Frauen und vier Männer stehen neben dem neuen smarten Mülleimer - dieser kann digital auslesen, wie voll der Mülleimer ist.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Neue Ausstellungen bei Phoenix des Lumières
Do 8. Oktober 2026
Bild: Culturespaces / Markus Mielek
Maßnahmen gegen Müllsünder: Ermittlungsdienst Abfall mit Erfolgsbilanz
Mi 7. Oktober 2026
Illegal entsorgte Fässer
Bild: Entsorgung Dortmund GmbH
Probleme in der Schule? Hier gibt's Hilfe
Mi 7. Oktober 2026
Schülerin mit Sorgen in der Schule - Hilfe bietet die Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt Dortmund
Bild: Adobe Stock
Natur-Reservat „Lanstroper See“: Wie aus Bergbau Wasserschutz wurde
Di 6. Oktober 2026
Scharnhorst
Der Lanstroper See in Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
Blick hinter die IGA-Kulissen: Kostenloses Baustellen- und Familienfest
Mo 5. Oktober 2026
Huckarde
Blick von oben über Industriegebäude
Bild: Dirk Baxmann
„Lassen Sie uns zusammenhalten": OB Kalouti im Video zum Tag der Deutschen Einheit
Sa 3. Oktober 2026
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Umjubelte Entscheidung: Dortmund und Bochum sind Exzellenz-Unis
Fr 2. Oktober 2026
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Rat bringt zusätzliche Schulplätze auf den Weg
Fr 2. Oktober 2026
Oberbürgermeister Alexander Kalouti sitzt im Rat zusammen mit Ratsmitgliedern und Stellvertretern des Rats der Stadt Dortmund.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Tag der deutschen Einheit: Stadt verlegt vier Wochenmärkte vor
Do 1. Oktober 2026
Zwei junge Frauen laufen über den Wochenmarkt auf dem Hansaplatz und essen Trauben
Bild: Stephan Schütze
Rettung ohne Selbstgefährdung: DRZ lädt zum Innovation Hub Rettungsrobotik ein
Do 1. Oktober 2026
Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Rettungswagen.
Bild: Stadt Dortmund / Oliver Scharper
Westfalenhütte 2.0: Neue Pläne auf historischem Boden
Do 1. Oktober 2026
Innenstadt-Nord
Luftbildaufnahme des Westfalenhüttengeländes
Bild: Stahm Architekten, Braunschweig
Komisches Gefühl? App zu LINa!
Mi 30. September 2026
Pavlina Gjorgjeska präsentiert die LINa-App
Bild: Stadt Dortmund / Beate Hassel
Bund fördert mit 4,1 Mio. Euro: Dortmunder Bäder gehen nicht baden
Di 29. September 2026
Schwimmbecken im Hallenbad Mengede
Bild: Sportwelt Dortmund
Rat entscheidet über weitere Schritte beim Schulbau und wichtige Projekte
Di 29. September 2026
Der neue Ratssaal von oben.
Bild: Stadt Dortmund