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Parkplätze mit Perspektive: Mehr Raum für Wohnen, Grün und Solarstrom

Großflächige Parkplätze könnten künftig nicht nur Autos Platz bieten, sondern auch Wohnraum, Grünflächen und Anlagen für erneuerbare Energien. Das zeigt der Abschlussbericht des Forschungsprojekts „Transformation großflächiger Parkplätze“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Dortmund hat als eine von drei Modellkommunen an dem bundesweiten Projekt teilgenommen.

Bild: Adobe Stock / Eva
Mann bringt Solarpanele auf einem Dach an
Solarüberdachungen auf Parkplätzen bieten großes Potenzial für erneuerbare Energien.
Bild: Adobe Stock / Eva

Das Forschungsprojekt hat 1.318 Parkplätze mit einer Fläche von jeweils mindestens 750 Quadratmetern identifiziert, die eine Zukunft für Wohnungsbau, Grün und Photovoltaik haben könnten. Die Stadt hatte gemeinsam mit dem BBSR das gesamte Stadtgebiet mithilfe automatisierter Geodatenanalysen untersucht. Dabei ging es nicht darum, die Parkplätze abzuschaffen, sondern sinnvolle zusätzliche Nutzungen für solche Flächen in Kombination zu finden.

Zusammen kommen die Parkplätze auf rund 361 Hektar – auf dieser Fläche könnte man die Dortmunder City innerhalb des Wallrings mit ihren rund 80 Hektar gleich 4,5 Mal unterbringen. Das entspricht etwa 1,3 Prozent der Dortmunder Stadtfläche. Die ausgemachten Flächen sind im Durchschnitt zu rund 89 Prozent versiegelt. Damit bieten sie großes Potenzial, um bereits erschlossene Flächen im Stadtgebiet künftig besser und vielseitiger zu nutzen.

Drei Wege für eine neue Nutzung

Das Ziel der Untersuchung ist nicht, Parkplätze abzuschaffen. Vielmehr geht es darum, den ruhenden Verkehr neu zu organisieren und Flächen künftig für mehrere Zwecke zu nutzen.

Die Strategien:

  • Bauen und nachverdichten: Parkplätze können teilweise überbaut oder dichter genutzt werden. So könnten Flächen für Wohnungen, Gewerbe und soziale Einrichtungen entstehen. Theoretisch wäre Platz für bis zu 8.900 zusätzliche Wohnungen oder rund 21.800 Arbeitsplätze.

  • Flächen entsiegeln: Wo Parkplätze nicht mehr oder nicht in vollem Umfang benötigt werden, können (Teil-)Flächen entsiegelt und begrünt werden. Auch Anlagen zum Speichern und Versickern von Regenwasser können dabei helfen, die Folgen von Hitze und Starkregen abzumildern. Das theoretische Potenzial liegt bei rund 2,6 Millionen Quadratmetern.

  • Parkplätze besser nutzen: Eine effizientere Anordnung der Stellplätze kann Fläche freimachen. Gleichzeitig können Solarüberdachungen Strom erzeugen. Das theoretische Potenzial für Photovoltaik auf Parkplätzen liegt bei rund 1,13 Millionen Quadratmetern.

Beispiel-Parkfläche an der TU Dortmund

Bild: Dagny E. Klemm
Gebäude der Technischen Universität
Großparkplatz der TU Dortmund wurde untersucht.
Bild: Dagny E. Klemm

Der Abschlussbericht untersucht beispielhaft einen Großparkplatz der TU Dortmund an der Emil-Figge-Straße genauer. Dort stehen 1.519 Stellplätze zur Verfügung. Für den Standort haben die Forschenden ein städtebauliches Konzept entwickelt. Es sieht unter anderem Erweiterungsbauten der Universität für rund 2.949 Arbeits- und Studienplätze vor.

Parkmöglichkeiten könnten dann zum Beispiel unterirdisch in die Gebäude integriert werden. Alternativ könnte eine Überdachung der Stellplätze mit Photovoltaikanlagen nach den Berechnungen rund 4.023 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Darüber hinaus bietet der Standort Möglichkeiten für mehr Grün und Freizeitangebote. Temporäre Veranstaltungen wie die Flohmärkte könnten weiterhin stattfinden.

Nicht jede Fläche eignet sich für eine Umwandlung

Die im Forschungsprojekt ermittelten Werte zeigen theoretische Maximalpotenziale. In der Praxis lässt sich aber nicht jede Fläche ohne Weiteres umgestalten. Rund 56 Prozent der untersuchten Parkplätze befinden sich in Privateigentum. Häufig bestehen langfristige Mietverträge oder Vorgaben aus Stellplatzsatzungen. Auch bei der Photovoltaik ist das tatsächliche Potenzial deutlich kleiner als die theoretische Fläche.
Eine vertiefende Prüfung der Daten durch die Stadtverwaltung hatte bereits gezeigt, dass rund drei Viertel der theoretisch geeigneten Flächen wegen Baumbestands oder anderer Einschränkungen nicht für Parkplatz-Photovoltaik infrage kommen. Gleichzeitig hat die Stadt bereits konkrete Eignungsbereiche mit einer Gesamtfläche von 28,2 Hektar ermittelt.

Geodaten unterstützen die weitere Stadtentwicklung

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen auch künftig genutzt werden. Die gewonnenen Geodaten fließen ein in die gesamtstädtische Innenentwicklungsstrategie, um Flächen zu sparen und den Bestand zu nutzen. Sie werden in das städtische Geoportal übertragen. Damit erhält die Stadt eine zusätzliche Grundlage für künftige Bauleitplanungen, die Suche nach geeigneten Standorten und Gespräche mit Eigentümer*innen. So können die Potenziale bereits genutzter Flächen gezielter geprüft und dort, wo es sinnvoll und möglich ist, neue Nutzungen entwickelt werden.

Praxisbeispiele aus anderen Städten

Gut gelungene Praxisbeispiele aus anderen Städten hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in einem Zusatzbericht zusammengestellt: „Transformation großflächiger Parkplätze. Gute Beispiele für den nachhaltigen Stadtumbau

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