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„Ich, das Tier" - Tierisch komische Comics im schauraum: comic + cartoon zu sehen

Der schauraum: comic + cartoon zeigt vom 24. April bis 1. November die Ausstellung „Ich, das Tier“. Die Schau erzählt die Geschichte vermenschlichter Tierfiguren im Comic – von Micky Maus bis „Fables“ – mit vielen Originalzeichnungen. Star-Zeichner Mark Buckingham ist zu Gast.

Garfield passt farblich prima zum orangefarbenen schauraum: comic + cartoon. Und inhaltlich perfekt zur Ausstellung „Ich, das Tier“. Allerdings ist dieser Kater alles andere als schmusig. Garfield ist der Antiheld, gefräßig, faul, fett und vor allem: nicht nett. Er lebt aus, wovon viele Menschen nur träumen. Damit hatte Erfinder Jim Davis in den 80ern Erfolg - bis heute.

Ein kluger Blick auf die Tiere im Comic vom Experten und Kurator Alexander Braun

Bild: Stadt Dortmund / Maximilian Mann
Sophia Gloe, Leitung schauraum: comic + cartoon, und Kurator Dr. Alexander Braun
Sophia Gloe, Leitung schauraum: comic + cartoon, und Kurator Dr. Alexander Braun
Bild: Stadt Dortmund / Maximilian Mann

Seit den Anfängen des Mediums prägen Tiere, die wie Menschen handeln, die Comic-Kultur. Figuren wie die kluge Micky Maus, der tollpatschige Donald Duck oder der gefräßige Kater Garfield sind zu globalen Ikonen geworden. Die Ausstellung „ Ich, das Tier. Vom bösen Wolf bis Donald Duck – Tiere im Comic “ erzählt von dieser Entwicklung: Originalzeichnungen und seltene Archivalien vom 19. Jahrhundert bis heute zeigen, wie vielfältig und facettenreich Tierfiguren im Comic gestaltet werden – von Slapstick bis Superhelden-Action.

Im Grunde seien diese Comics die Vollendung der Fabel, sagt Dr. Alexander Braun. Der Comic-Experte und Sammler hat die Ausstellung wieder zusammengestellt. Er zeigt frühe Arbeiten von Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute. Wie die Bildergeschichten vom Käuzchenmann, der seine Käuzchenfrau betrügt, oder ein lustiges Jahrmarktgetümmel, in dem alle Personen Tierköpfe haben. Zu sehen sind Bildbogen, die im Grunde illustrierte Fabeln sind, sowie frühe amerikanische Comics, die in der Tierwelt spielen, bis hin zu Micky, Donald und eben Garfield.

Gigantisches Feuerwerk - Tiere im Comic

Bild: Stadt Dortmund / Maximilian Mann
Blick in die Ausstellung "Ich, das Tier".
Blick in die Ausstellung "Ich, das Tier".
Bild: Stadt Dortmund / Maximilian Mann

Oder Originale des britischen Comiczeichners Mark Buckingham, der extra zur Eröffnung der Ausstellung anreiste. Er prägte über viele Jahre die preisgekrönte Serie „Fables und gehört zu den wichtigsten Künstlern der internationalen Comic-Szene. „Fables“ erzählt die Geschichte von Märchenfiguren wie dem bösen Wolf, die sich in der „realen“ Welt einen Platz erobern.

„Es ist verblüffend, wie wenig sich bislang die Literatur- oder Kunstgeschichte mit dem Motiv des vermenschlichten Tiers im Comic beschäftigt hat. Eine ganze Traditionslinie von Goethe über Jean de La Fontaine bis zurück zu Aesop in der Antike kennt die Literaturform der Fabel oder volkstümlichen Märchendichtung. Der Comic des 20. und 21. Jahrhunderts ist diesbezüglich die Quintessenz, ein gigantisches finales Feuerwerk“, so Braun. Während Tiere in klassischen Fabeln oft nur punktuell auftreten, entwickelt der Comic sie zu komplexen Charakteren weiter. So wird etwa der Wolf in der Serie „Fables“ zur ambivalenten Hauptfigur, während Figuren wie Wolverine bekannte Mythen neu interpretieren.

Über Kurator und Comicexperte Dr. Alexander Braun

1966 in Dortmund geboren, promovierte Braun 1995 in Kunstgeschichte über den amerikanischen Installationskünstler Robert Gober. Eine Karriere als bildender Künstler führte Braun mit Ausstellungen in Deutschland, Österreich, Großbritannien und Spanien bis in die USA. Er erhielt renommierte Stipendien und Preise, u.a. Stiftung Kunstfonds 2011; Bonner Kunstpreis 2009; Artist in Residence Chinati Foundation, Marfa, Texas, 1999.

Ab 2008 widmete sich Braun verstärkt der musealen Vermittlung des Mediums Comic. 2010 gründete er die „German Academy of Comic Art“. Es folgten bislang 25 Museums-Ausstellungen zum Thema, darunter „Pioniere des Comic“ (Schirn Kunsthalle, Frankfurt a.M., 2016) und „Comics!, Mangas!, Graphic Novels!“ (Bundeskunsthalle, Bonn, 2017).

Er publizierte mehr als 20 voluminöse Publikationen zur Geschichte des Comics. 2015 und 2020 wurde Alexander Braun in den USA (für seine in drei Sprachen erschienenen Bände zum Werk von Winsor McCay und dem von George Herriman, Taschen Verlag) als bisher einziger Deutscher mit je einem „Eisner Award“ ausgezeichnet, dem „Oscar“ der Comic-Welt. Von den in München vergebenen „Peng“-Preisen wurde Braun 2025 bereits der vierte zuerkannt, 2022 würdigte man Brauns wissenschaftliche Leistungen in Erlangen mit einem Max-und-Moritz-Preis. Seit der Gründung 2019 hat sich Braun vornehmlich in den Dienst des „schauraum: comic + cartoon“ in Dortmund gestellt und dort bislang neun Ausstellungen kuratiert, zuletzt die Erfolgs-Ausstellungen „Die Simpsons – Gelber wird’s nicht“, „Black Comics – Vom Kolonialismus zum Black Panther“ und „Lucky Luke 80 – Das Artwork“.

Termine, Kurzinfos und Öffnungszeiten

Der schauraum: comic + cartoon präsentiert vom 24. April bis 1. November mit „ Ich, das Tier. Vom bösen Wolf bis Donald Duck – Tiere im Comic “ eine umfassende Ausstellung zur Geschichte anthropomorpher Tierfiguren.

Zur Ausstellung (2025 erstmals in der GRIMMWELT Kassel gezeigt) ist ein 280 Seiten umfassender Katalog erscheinen (Panini Verlags GmbH, 39 Euro, in der Ausstellung zum Vorzugspreis von 29 Euro). Darüber hinaus begleitet ein vielfältiges Rahmenprogramm die Schau.

Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Dienstag und Mittwoch: 11 bis 18 Uhr
Donnerstag und Freitag: 11 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr

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Kultur & Freizeit Ausstellung

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