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Kinder schreiben in der Schule

Regionales Bildungsbüro

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Lutz Kampert

Vast vasteste - Hand in Hand

Ziel des Projekts "Vast vasteste - Hand in Hand" ist es die beteiligten Schulen bei einer kultursensiblen Schulentwicklung sowie bei der niedrigschwelligen Beratung von Familien zu unterstützen und die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche aus Süd-Ost-Europa zu verbessern. Darüber hinaus soll das Projekt auch zu Empowerment durch Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen aus der Roma-Community beitragen.

Die Stadt Dortmund setzt in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung und der Freudenberg Stiftung und schul.inn.do e.V. das Projekt "Vast vasteste - Hand in Hand" um. Im Rahmen des Projektes werden fünf Bildungsmediator*innen aus der Roma Community qualifiziert und an fünf Schulen der Dortmunder Nordstadt eingesetzt.

Die Mediator*innen arbeiten an der Schule im Tandem mit einer Lehrkraft, die gemeinsam mit den Mediator*innen an Qualifizierunsmaßnahmen teilgenommen haben und die Einbindung der Bildungsmediator*innen ins multiprofessionelle Team der Schulen begleiten. Neben Deutsch sprechen die Bildungsmediator*innen folgende Sprachen: Romanes, Rumänisch, Bulgarisch, Spanisch, Serbisch, Mazedonisch, Albanisch, Italienisch und Englisch. Roma- Selbstorganisationen sind als wichtige Partner im Projekt beteiligt, indem Vertreter*innen von Romano Than als Mitglieder der Projektgruppe bei der Umsetzung des Projekts beraten.

Die Roma-Bildungsmediator*innen unterstützen das gegenseitige Verständnis sowie eine vertrauensvolle Kommunikation zwischen Eltern und Schule und stärken die Motivation aller Beteiligten. Neben Unterrichts- und Pausenbegleitung sind auch Hausbesuche ein Baustein zum Aufbau von stabilen Bindungen für die Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern. Zur Überwindung von konkreten Zugangsbarrieren zu gleichberechtigter Bildungsteilhabe nutzen die Tandems den ROMED-Ansatz der partizipativen Planung, um sich mit weiteren Lehrkräften, Sozialpädagog*innen und Eltern ein Unterstützungsteam zusammenzustellen. Die Sensibilisierung für diskriminierende Situationen und zum Thema Antiziganismus gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Mediator*innen. Darüber hinaus entwickeln die Roma Bildungsmediator*innen eigene Angebote in der Schule.

Als grundlegendes Prinzip der Projektaktivitäten gilt, dass alle Angebote explizit für Kinder und Jugendliche aus der Roma Community gestaltet sind, sich jedoch in der Umsetzung nicht exklusiv an diese Zielgruppe richten, sondern alle Kinder durch das Projekt unterstützt werden sollen.

Die Roma-Bildungsmediator*innen werden in der Projektlaufzeit gezielt in Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt und beim Nachholen von Bildungs- und Berufsabschlüssen unterstützt, um auch am Projektende eine Tätigkeit im pädagogischen Bereich aufnehmen zu können.

Neben dem Einsatz der Roma-Bildungsmediator*innen werden innerhalb der Projektlaufzeit standortbezogene, zielgruppenspezifische Beratungs- und Unterstützungskonzepte als Teil der Schul- und Quartiersentwicklung angepasst und gegebenenfalls weiterentwickelt. Ziel ist, den Prozess der multiprofessionellen Zusammenarbeit von Lehrkräften, schulischem Ganztag, Schulsozialarbeit, außerschulischen Förderangeboten, bildungsunterstützenden Maßnahmen und weitere Beratungsangebote im Stadtteil optimal zu vernetzen, um dadurch "Hand in Hand" gelingende, ganzheitliche Bildungsprozesse im Lebensraum Schule sowie im Stadtteil zu ermöglichen. Dabei gilt es auch im Sinne einer vorurteilsbewussten und rassismuskritischen Pädagogik, schulische Abläufe, Strukturen sowie Verhalten und Haltungen der pädagogisch tätigen Akteur*innen bewusst auf daraus resultierende Benachteiligungen für die Kinder und Jugendlichen zu hinterfragen, diese aufzudecken und zu bearbeiten.

Projektlaufzeit: 01.08.2019 bis 31.07.2023

Folgende Dortmunder Schulen sind beteiligt:
Diesterweg Grundschule, Oesterholz Grundschule, Kielhorn Förderschule, Schule am Hafen, Anne-Frank-Gesamtschule

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