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Schwammstadt

Dank Förderprogramm: Stadt und Eigentümer*innen stärken natürlichen Wasserkreislauf in Neu-Schüren

Aplerbeck

Was Stadt und Bürger*innen tun (können), damit das Wasser in der Stadt bleibt und nicht im Kanal wegfließt, kann man demnächst in Neu-Schüren gut beobachten. Dort greift ein Programm für verbesserte Klimaresilienz.

Je mehr Regenwasser dem natürlichen Kreislauf zur Verfügung steht und nicht im Abwasserkanal verschwindet, desto besser gewappnet ist Dortmund bei Hitze und Trockenheit. Während der Kanal das Wasser aus der Stadt wegführt, speichern Grünflächen und Pflanzen das Wasser. Davon profitierten alle – auch bei Starkregenereignissen, wenn die maximale Leistung der Kanäle erreicht ist: Während sich dann das Wasser auf versiegelten Flächen staut, können unversiegelte Böden Wasser aufnehmen, Kanäle entlasten und die Überflutungsgefahr verringern. Wenn Grünflächen das Wasser wie ein Schwamm aufsaugen, sorgen sie außerdem durch Verdunstung für mehr Frischluft und Kühlung. Der Fachbegriff lautet „naturnahe Regenwasserbewirtschaftung“. Oft genutzt wird auch der Ausdruck „Schwammstadt“.

Um dieses Prinzip zu stärken, beteiligt sich Dortmund am NRW-Förderprogramm ‚Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft‘ (KRiS). Land und Emschergenossenschaft fördern damit den klimarobusten Umbau der Städte in der Region. Im Stadtteil Schüren wurde nun ein erstes Fördergebiet festgelegt. Ein großer Gewinn für die Stadt, denn städtische Projekte werden zu 100 Prozent gefördert. Aber auch private Eigentümer*innen profitieren stark.

Niederschlag vom Schmutzwasser trennen, Verdunstung steigern

Die Hauptziele des Förderprogramms im festgelegten Bereich in Neu-Schüren:

  • 25 Prozent Abkopplung von befestigten Flächen
  • Steigerung der Verdunstungsrate

Mehr Gründächer, mehr Möglichkeiten, Regenwasser versickern zu lassen – das sind wichtige Bausteine, um diese Ziele zu erreichen. Die Stadt hat dazu mit Wohnungsbaugesellschaften konkrete Pläne erstellt. Rund um die Markscheider- und Bergmeisterstraße stehen zahlreiche Mehrfamilienhäuser großer Wohnungsbaugesellschaften.

Förderung von 90 Prozent für Privateigentümer*innen

Bild: Stadt Dortmund / Fiona Osner
Luftbild des Gestaltungsraumes.
Auf diesem Luftbild ist der Gestaltungsraum in Neu-Schüren eingezeichnet. Rund um die Markscheider- und Bergmeisterstraße stehen zahlreiche Mehrfamilienhäuser. An dem Projekt beteiligen können sich aber auch private Eigentümer*innen.
Bild: Stadt Dortmund / Fiona Osner

Das Besondere: Private Eigentümer*innen wie Hausbesitzer*innen, Institutionen oder Gewerbe, deren Grundstücke innerhalb des Gestaltungsraums in Schüren liegen, können ebenfalls die Förderung bekommen und den Schwammstadt-Umbau mitgestalten. Dach- oder Fassadenbegrünung, das Entsiegeln eines Schottergartens oder anderer asphaltierter Flächen auf dem eigenen Grundstück, das Anlegen einer Versickerungsmulde im Garten: Das KRiS-Programm bezuschusst acht Maßnahmentypen. Das Land übernimmt 60 Prozent der Kosten, EGLV stocken für Private die Förderung auf 90 Prozent auf.

Anträge können bei der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative Klima.Werk bei Emschergenossenschaft/Lippeverband gestellt werden. Unter dem Dach des Klima.Werk wird das Förderprogramm des Landes umgesetzt.

Projektförderung fast im gesamten Stadtgebiet möglich

Die Beteiligung am Förderprogramm KRiS eröffnet für Dortmund noch weitere Möglichkeiten, die Stadt gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen zu wappnen. Die Stadt kann sich im gesamten Einzugsgebiet von Emschergenossenschaft und Lippeverband (zirka 90 Prozent des Stadtgebietes) einzelne Projekte mit einer Quote von bis zu 100 Prozent fördern lassen. Auch private Grundstückseigentümer können eine Förderung von bis zu 90 Prozent erhalten. Voraussetzung: die Abkopplung von mindestens 30.000 m² befestigter Fläche von der Mischwasserkanalisation. Es können auch kleinere Projekte gefördert werden, wenn diese eine wasserwirtschaftliche Relevanz aufweisen.

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk

In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten die Städte der Emscher-Lippe-Region gemeinsam mit Emschergenossenschaft und Lippeverband an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der grün-blaue Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.

Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei Emschergenossenschaft und Lippeverband setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um. Weitere Informationen (auch zu Förderung von Projekten) auf klima-werk.de.

Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband

Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1.700 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, 546 Pumpwerke und 69 Kläranlagen).

Schlagwörter

Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz

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