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Es summt und brummt: Immer mehr Bienen erobern Dortmunds Dächer

Der 20. Mai steht gänzlich im Zeichen kleiner schwarzgelber Insekten. Zum Weltbienentag blicken wir auf Dortmunds „Stadtbienen“.

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Dortmund rettet Bienen

Auch im urbanen Raum werden immer mehr Flächen genutzt, um den kleinen Summern ein Zuhause zu bieten und die Fläche auf den Dächern der Stadt für Aspekte der Nachhaltigkeit zu nutzen. Zudem unterstützt das Veterinäramt, wenn Bienenvölker beispielsweise von der Amerikanischen Faulbrut betroffen sind – einer meldepflichtigen Bienenseuche, die Völker schwächt, zerstört oder sich auf weitere ausbreiten kann. Mit dem sogenannten Kunstschwarmverfahren können die Bienen heute meist gerettet werden.

Das Veterinäramt als Bienenretter

Das Veterinäramt hilft Imkern, wenn ihre Bienenvölker im Stadtgebiet Dortmund von der Amerikanischen Faulbrut befallen ist. Sie sind für die Bekämpfung zuständig, weswegen jeder Krankheitsverdacht umgehend gemeldet werden muss. Meist geschieht dies mittels Erregernachweis im Labor, wie es im vorliegenden Fall geschehen ist. Dann ist es wichtig, die Imkerinnen und Imker zu unterstützen und den Krankheitserreger zu beseitigen, um die betroffenen und umliegenden Bienenvölker zu schützen. Die Sanierung wird mit dem sogenannten Kunstschwarmverfahren durchgeführt. Hierbei wird das betroffene Bienenvolk quasi in eine neue, saubere Bienenwohnung umgesiedelt: Die lebenden erwachsenen Bienen werden zusammen mit ihrer Königin von dem alten Wabenwerk (Brutwaben, Futter-/Honigwaben) und dem Gehäuse der Bienenwohnung getrennt. Nach ca. 8 Wochen wird erneut eine Probe der sanierten Bienenvölker gezogen und im Labor untersucht und sofern der Erreger nicht nachweisbar ist, war die Sanierung erfolgreich und der Bienenstand ist wieder frei von der Amerikanischen Faulbrut.

Früher, also bis ca. vor 25 Jahren wurde die Tötung („Abschwefeln“, man verbrennnt gelben Schwefel in der Beute und die Bienen sterben) der befallenen Bienenvölker angeordnet, was für die betroffenen Imkerinnen und Imkern sehr schwerwiegende finanzielle und auch emotionale Folgen hatte. Es konnte so weit gehen, dass ein ganzer Bienenstand der amtlichen Tötungsanordnung sozusagen zum Opfer fiel. Heutzutage läuft die Bekämpfung so ab, dass keine Bienenvölker mehr getötet werden müssen.

Daher unterstützt und begleitet als Veterinäramt die Dortmunder Imkerinnen und Imker bei diesem Verfahren, mit dem sie seit über zwanzig Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht haben, um gemeinsam erfolgreich die Amerikanische Faulbrut zu bekämpfen ohne töten zu müssen und die Dortmunder Bienen inklusive Emma fit und gesund zu halten.

Bienen-Konzert im obersten Stockwerk

Wer derzeit am Konzerthaus Dortmund vorbeigeht, ahnt kaum, dass hoch oben über den Straßen der Innenstadt nicht nur Kultur zu finden ist, sondern auch tausende fleißige Arbeiterinnen. Während im Konzertsaal klassische Musik erklingt, summt es seit Mitte April auf dem Dach des Gebäudes: Drei Bienenvölker haben dort mit Blick auf die Reinoldikirche ihre neue Heimat gefunden.

Die „Konzerthaus-Bienen“ sind Teil einer Nachhaltigkeitsinitiative, die das Konzerthaus Dortmund bereits 2021 gestartet hat. Ziel ist es, ökologische Verantwortung sichtbar zu machen und gleichzeitig einen konkreten Beitrag zum Schutz von Honigbienen und zur Förderung urbaner Biodiversität zu leisten. Noch in diesem Jahr soll der erste Honig vom Dach des Konzerthauses geerntet werden.

Kleine Nutztiere mit großer Wirkung

Bienen gelten als die kleinsten Nutztiere der Welt – ihre Bedeutung für das Ökosystem ist jedoch enorm. Rund 80 Prozent aller heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Hinter den Dortmunder Stadtbienen steht ein Netzwerk engagierter Imkerinnen und Imker, die die Bienenvölker betreuen und den gewonnenen Honig regional vermarkten. So entstehen nicht nur nachhaltige Produkte direkt vor Ort – gleichzeitig wächst auch das Bewusstsein für Umwelt- und Artenschutz mitten in der Stadtgesellschaft.

Das Konzerthaus ist längst nicht der einzige Ort in Dortmund, an dem Bienen ein citynahes Zuhause gefunden haben. Urban Beekeeping – also das Imkern im städtischen Raum – hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil moderner Nachhaltigkeitskonzepte entwickelt.

Urban Beekeeping in Dortmund wächst

Bild: WILO SE
Bienenstöcke stehen auf dem Gelände von Wilo.
Rund 240.000 Bienen leben seit August 2022 auf dem Wilopark.
Bild: WILO SE

Auch auf dem Dach der Thier-Galerie summt es bereits seit einiger Zeit. Mitten in der Innenstadt finden die Bienenvölker dort überraschend gute Bedingungen. Die Mischung aus Grünflächen, Straßenbäumen, Innenhöfen und privaten Gärten sorgt für ein abwechslungsreiches Blütenangebot. Der dort produzierte Honig steht symbolisch für lokale Kreisläufe und nachhaltige Stadtentwicklung.

Ebenso engagiert sich die Fachhochschule Dortmund für den Schutz der Honigbienen. Auf den Dächern der FH leben mehrere Bienenvölker, die auch in Bildungs- und Forschungsprojekte eingebunden werden. Studierende beschäftigen sich dort unter anderem mit Fragen rund um Biodiversität, nachhaltige Stadtplanung und ökologische Zusammenhänge im urbanen Raum.

Ein bisschen außerhalb der Innenstadt sind die kleinen Flieger beim Dortmunder Unternehmen Wilo auf dem Firmengelände unterwegs. Bienenvölker gehören inzwischen fest zum Umweltkonzept des Unternehmens. Sechs Bienenvölker mit rund 240.000 Bienen leben seit August 2022 auf dem Wilopark. Jedes Jahr im Herbst wird der Wilo-eigene Honig an die Mitarbeitenden verkauft und der Erlös an einen gemeinnützigen Verein gespendet.

Dortmund wird grüner – und schwarzgelber

Bild: FH Dortmund
An der FH Dortmund stehen Bienenstöcke.
Auf den Dächern der FH sind zahlreiche Bienenvölker angesiedelt.
Bild: FH Dortmund

Die zahlreichen Projekte zeigen, wie sich Dortmunds Dächer zunehmend in neue Lebensräume verwandeln. Die Bienenvölker leisten dabei nicht nur einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern stärken auch das Bewusstsein dafür, wie wichtig biologische Vielfalt für lebenswerte Städte ist.

Bienenhaltung im urbanen Raum

Warum fühlen sich Bienen in Städten wohl?

Entgegen vieler Erwartungen finden Honigbienen in Städten oft besonders gute Lebensbedingungen vor. Während in der Landwirtschaft große Monokulturen häufig nur kurze Blütezeiten bieten, gibt es im urbanen Raum ein dauerhaftes und vielfältiges Nahrungsangebot – etwa durch Parks, Gärten, Balkone, Friedhöfe oder begrünte Dächer.

Was ist Urban Beekeeping?

Urban Beekeeping bezeichnet die Haltung von Bienenvölkern in Städten. Immer mehr Unternehmen, Hochschulen, Kulturinstitutionen und Privatpersonen setzen auf eigene Bienenstöcke als Teil von Nachhaltigkeits- und Umweltprojekten.

Wie viele Bienen leben in einem Volk?

Ein einziges Bienenvolk kann im Sommer aus bis zu 50.000 Tieren bestehen. Dazu gehören Arbeiterinnen, Drohnen und eine Königin.

Produzieren Stadtbienen anderen Honig?

Ja. Je nach Standort entstehen unterschiedliche Honigsorten mit individuellem Geschmack. Stadthonig gilt häufig als besonders vielfältig, da die Bienen Nektar aus zahlreichen Pflanzenarten sammeln.

Schlagwörter

Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz Tiere

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