Umwelt
Es summt und brummt: Immer mehr Bienen erobern Dortmunds Dächer
Der 20. Mai steht gänzlich im Zeichen kleiner schwarzgelber Insekten. Zum Weltbienentag blicken wir auf Dortmunds „Stadtbienen“.
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Auch im urbanen Raum werden immer mehr Flächen genutzt, um den kleinen Summern ein Zuhause zu bieten und die Fläche auf den Dächern der Stadt für Aspekte der Nachhaltigkeit zu nutzen. Zudem unterstützt das Veterinäramt, wenn Bienenvölker beispielsweise von der Amerikanischen Faulbrut betroffen sind – einer meldepflichtigen Bienenseuche, die Völker schwächt, zerstört oder sich auf weitere ausbreiten kann. Mit dem sogenannten Kunstschwarmverfahren können die Bienen heute meist gerettet werden.
Das
Früher, also bis ca. vor 25 Jahren wurde die Tötung („Abschwefeln“, man verbrennnt gelben Schwefel in der Beute und die Bienen sterben) der befallenen Bienenvölker angeordnet, was für die betroffenen Imkerinnen und Imkern sehr schwerwiegende finanzielle und auch emotionale Folgen hatte. Es konnte so weit gehen, dass ein ganzer Bienenstand der amtlichen Tötungsanordnung sozusagen zum Opfer fiel. Heutzutage läuft die Bekämpfung so ab, dass keine Bienenvölker mehr getötet werden müssen.
Daher unterstützt und begleitet als Veterinäramt die Dortmunder Imkerinnen und Imker bei diesem Verfahren, mit dem sie seit über zwanzig Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht haben, um gemeinsam erfolgreich die Amerikanische Faulbrut zu bekämpfen ohne töten zu müssen und die Dortmunder Bienen inklusive Emma fit und gesund zu halten.
Bienen-Konzert im obersten Stockwerk
Wer derzeit am
Die „Konzerthaus-Bienen“ sind Teil einer Nachhaltigkeitsinitiative, die das Konzerthaus Dortmund bereits 2021 gestartet hat. Ziel ist es, ökologische Verantwortung sichtbar zu machen und gleichzeitig einen konkreten Beitrag zum Schutz von Honigbienen und zur Förderung urbaner Biodiversität zu leisten. Noch in diesem Jahr soll der erste Honig vom Dach des Konzerthauses geerntet werden.
Kleine Nutztiere mit großer Wirkung
Bienen gelten als die kleinsten Nutztiere der Welt – ihre Bedeutung für das Ökosystem ist jedoch enorm. Rund 80 Prozent aller heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Hinter den Dortmunder Stadtbienen steht ein Netzwerk engagierter Imkerinnen und Imker, die die Bienenvölker betreuen und den gewonnenen Honig regional vermarkten. So entstehen nicht nur nachhaltige Produkte direkt vor Ort – gleichzeitig wächst auch das Bewusstsein für Umwelt- und Artenschutz mitten in der Stadtgesellschaft.
Das Konzerthaus ist längst nicht der einzige Ort in Dortmund, an dem Bienen ein citynahes Zuhause gefunden haben. Urban Beekeeping – also das Imkern im städtischen Raum – hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil moderner Nachhaltigkeitskonzepte entwickelt.
Urban Beekeeping in Dortmund wächst
Auch auf dem Dach der Thier-Galerie summt es bereits seit einiger Zeit. Mitten in der Innenstadt finden die Bienenvölker dort überraschend gute Bedingungen. Die Mischung aus Grünflächen, Straßenbäumen, Innenhöfen und privaten Gärten sorgt für ein abwechslungsreiches Blütenangebot. Der dort produzierte Honig steht symbolisch für lokale Kreisläufe und nachhaltige Stadtentwicklung.
Ebenso engagiert sich die Fachhochschule Dortmund für den Schutz der Honigbienen. Auf den Dächern der FH leben mehrere Bienenvölker, die auch in Bildungs- und Forschungsprojekte eingebunden werden. Studierende beschäftigen sich dort unter anderem mit Fragen rund um Biodiversität, nachhaltige Stadtplanung und ökologische Zusammenhänge im urbanen Raum.
Ein bisschen außerhalb der Innenstadt sind die kleinen Flieger beim Dortmunder Unternehmen Wilo auf dem Firmengelände unterwegs. Bienenvölker gehören inzwischen fest zum Umweltkonzept des Unternehmens. Sechs Bienenvölker mit rund 240.000 Bienen leben seit August 2022 auf dem Wilopark. Jedes Jahr im Herbst wird der Wilo-eigene Honig an die Mitarbeitenden verkauft und der Erlös an einen gemeinnützigen Verein gespendet.
Dortmund wird grüner – und schwarzgelber
Die zahlreichen Projekte zeigen, wie sich Dortmunds Dächer zunehmend in neue Lebensräume verwandeln. Die Bienenvölker leisten dabei nicht nur einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern stärken auch das Bewusstsein dafür, wie wichtig biologische Vielfalt für lebenswerte Städte ist.
Warum fühlen sich Bienen in Städten wohl?
Entgegen vieler Erwartungen finden Honigbienen in Städten oft besonders gute Lebensbedingungen vor. Während in der Landwirtschaft große Monokulturen häufig nur kurze Blütezeiten bieten, gibt es im urbanen Raum ein dauerhaftes und vielfältiges Nahrungsangebot – etwa durch Parks, Gärten, Balkone, Friedhöfe oder begrünte Dächer.
Was ist Urban Beekeeping?
Urban Beekeeping bezeichnet die Haltung von Bienenvölkern in Städten. Immer mehr Unternehmen, Hochschulen, Kulturinstitutionen und Privatpersonen setzen auf eigene Bienenstöcke als Teil von Nachhaltigkeits- und Umweltprojekten.
Wie viele Bienen leben in einem Volk?
Ein einziges Bienenvolk kann im Sommer aus bis zu 50.000 Tieren bestehen. Dazu gehören Arbeiterinnen, Drohnen und eine Königin.
Produzieren Stadtbienen anderen Honig?
Ja. Je nach Standort entstehen unterschiedliche Honigsorten mit individuellem Geschmack. Stadthonig gilt häufig als besonders vielfältig, da die Bienen Nektar aus zahlreichen Pflanzenarten sammeln.
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