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155 Jahre Historischer Verein

Jubiläum setzt Zeichen für Erinnerung und Demokratie

155 Jahre nach seiner Gründung erinnerte der Historische Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. im Fredenbaum an seine Anfänge. Die Jubiläumsfeier machte deutlich, warum historisches Bewusstsein für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar bleibt.

Mit einer Jubiläumsfeier am historischen Gründungsort im Fredenbaum hat der Historische Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. sein 155-jähriges Bestehen gewürdigt. Die Veranstaltung knüpfte bewusst an den 2. Juli 1871 an, als Dortmunder Bürgerinnen und Bürger den Verein ins Leben riefen – mit dem Ziel, Geschichte zu sammeln, zu erforschen und für kommende Generationen zu bewahren. „Geschichte ist kein Blick zurück aus Nostalgie“, betonte der Vorsitzende Ullrich Sierau. „Sie hilft uns zu verstehen, wie unsere Stadt geworden ist, was sie geprägt hat und welche Verantwortung wir für ihre Zukunft tragen.“

Festakt am historischen Gründungsort

Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles
OB Kalouti mit Sierau. Sie halten zusammen ein Dokument in die Kamera.
Die Feier zum Jubiläum im Big Tipi des Fredenbaumparks begann mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Alexander Kalouti, die von einem herzlichen Empfang der Gäste durch Vereinsvorsitzenden Ullrich Sierau gefolgt wurde.
Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles

Die Jubiläumsfeier im Big Tipi des Fredenbaumparks eröffnete Oberbürgermeister Alexander Kalouti mit einem Grußwort. Vereinsvorsitzender Ullrich Sierau begrüßte die Gäste, bevor Geschäftsführer Dr. Stefan Mühlhofer die Entwicklung des Vereins von seiner Gründung bis heute nachzeichnete. Den Festvortrag hielt die Historikerin Prof. Dr. Hedwig Richter. Sie beleuchtete die Rolle von Demokratie- und Erinnerungsgeschichte für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Musikalisch begleitete Dortmund.Musik den Abend. Beim anschließenden Empfang sowie bei Führungen durch den Fredenbaumpark bot sich Gelegenheit zum Austausch.

Historisches Bewusstsein stärkt die Demokratie

Im Mittelpunkt der Feier stand die Frage, welche Bedeutung Geschichte für die Gegenwart besitzt. Angesichts wachsender Desinformation, gesellschaftlicher Polarisierung und einer zunehmend verkürzten öffentlichen Debatte gewinnt historisches Wissen an Bedeutung. Wer historische Zusammenhänge kennt, kann Entwicklungen besser einordnen und demokratische Prozesse fundierter bewerten.

Seit 155 Jahren leistet der Historische Verein dazu einen wichtigen Beitrag. Er erschließt Quellen, veröffentlicht wissenschaftliche Forschung, engagiert sich für den Erhalt des kulturellen Erbes und vermittelt die Geschichte Dortmunds einer breiten Öffentlichkeit.

Stadtgeschichte entsteht jeden Tag neu

Dabei richtet sich der Blick längst nicht mehr ausschließlich auf mittelalterliche Urkunden oder historische Bauwerke. Projekte wie „Jüdische Heimat Dortmund“ und das gemeinsam mit dem Stadtarchiv entwickelte Oral-History-Projekt dokumentieren Erinnerungen und Lebensgeschichten von Menschen, die Dortmund geprägt haben. So wächst Stadtgeschichte kontinuierlich weiter. Der Historische Verein versteht Erinnerung als Grundlage für Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Jubiläum war deshalb zugleich eine Einladung, über kulturelles Erbe, Erinnerungskultur und demokratische Verantwortung ins Gespräch zu kommen.

Vom Honoratiorenverein zur offenen Geschichtsplattform

Der Historische Verein entstand 1871 zunächst als Zusammenschluss von Politikerinnen und Politikern, Unternehmerinnen und Unternehmern und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Heute richtet sich sein Angebot an alle historisch Interessierten. Zu seinen Aufgaben gehören wissenschaftliche Publikationen, Vorträge, Exkursionen und Projekte zur Stadtgeschichte.

Zu den prägenden Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte zählen unter anderem der erste Vorsitzende Dr. Hermann Becker, der langjährige Vorsitzende und Stadtarchivar Karl Rübel sowie Dr. Luise von Winterfeld, eine der ersten Leiterinnen eines Stadtarchivs in Deutschland. Die enge Verbindung zwischen Historischem Verein und Stadtarchiv Dortmund besteht bis heute fort.

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Dortmund historisch

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