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Plumploris in Bangladesch ausgewildert

Das Fachjournal „Global Ecology and Conservation“ hat eine Studie zum Auswilderungserfolg bei Bengalischen Plumploris veröffentlicht. Co-Autor ist Marcel Stawinoga, Artenschutzkoordinator im Zoo Dortmund. Die Studie zeigt, dass nur 22,2 Prozent der ausgewilderten Primaten mehr als sechs Monate überleben und kommt zu dem Ergebnis: Auswilderung ist kein Tierschutz.

Der Zoo Dortmund engagiert sich besonders im Plumplori-Schutz und der Plumplori-Forschung. Plumploris sind kleine, nachtaktive Feuchtnasenaffen aus Südostasien, die für ihre großen Augen, den langsamen Gang und einen giftigen Biss bekannt sind. Im Jahr 2018 wurde im Zoo Dortmund unter Beteiligung vieler Zoo-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern und auf Initiative von Stawinoga der Plumploris e.V. gegründet. Der Dortmunder Verein, dessen Vorsitzender Stawinoga bis heute ist, ist unter anderem in Bangladesch aktiv und betreibt dort zwei Plumplori-Rehabilitationsstationen.

Das Verhalten von ausgewilderte Plumploris wurde dokumentiert

Bild: Plumploris e.V.
Auswilderung eines Bengalischen Plumplori in Bangladesch mit Sendehalsband.
Auswilderung eines Bengalischen Plumplori in Bangladesch mit Sendehalsband.
Bild: Plumploris e.V.

13 Mitarbeiter nehmen hier Bengalische Plumploris aus illegaler Haltung und verwaiste Tiere auf und bereiten sie auf ein selbstständiges Leben in der Natur vor, bevor sie ausgewildert werden. Vor der Auswilderung erhalten die Tiere ein Sendehalsband zur Beobachtung und Verhaltensdokumentation. Dadurch konnte erstmals das Verhalten und die Überlebensquoten von ausgewilderten Bengalischen Plumploris in einer wissenschaftlichen Studie ausgewertet werden. Marcel Stawinoga war in Bangladesch, um Daten für die Studie zu erheben.

Revierkämpfe endeten tödlich

Bild: Plumploris e.V.
Marcel Stawinoga und Anna Nekaris beim Tracking eines ausgewilderten Bengalischen Plumplori.
Marcel Stawinoga und Anna Nekaris beim Tracking eines ausgewilderten Bengalischen Plumplori. Professorin Nekaris ist eine renommierte Plumplori-Forscherin, sie forscht und lehrt an der Anglia Ruskin University in England.
Bild: Plumploris e.V.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Die von einem internationalen Autoren-Team im Lawachara-Nationalpark im Nordosten von Bangladesch durchgeführte Untersuchung zeigt, dass nur zwei von neun beobachteten Bengalischen Plumploris (22,2 Prozent) mehr als sechs Monate nach der Auswilderung überlebten. Vier der ausgewilderten Plumploris wurden von Artgenossen bei Revierkämpfen der sehr territorialen Bengalischen Plumploris getötet.

Eine Auswilderung ist demnach keine einfache Lösung für beschlagnahmte Tiere aus dem illegalen Wildtierhandel, mit denen der im Zoo Dortmund ansässige Plumploris e.V. in Bangladesch arbeitet. Sie muss gut vorbereitet sein und birgt ohne sorgfältige Standortprüfung und artspezifische Protokolle ein erhebliches Sterberisiko für Tiere.

Plumploris gelten als die am häufigsten illegal gehaltenen und geschmuggelten Primaten der Welt. Die Primaten mit großen runden Kulleraugen und kurzem Plüschfell sind bisher kaum erforscht. Der im Zoo Dortmund ansässige Plumploris e.V. engagiert sich im Plumplori-Schutz und in der Plumplori-Forschung, vor allem in Bangladesch, in Indonesien und in Vietnam.

Zwei geschmuggelte Zwergplumploris leben im Zoo Dortmund

Mit Flori und Rosi konnte der Verein im Zoo Dortmund bereits zwei nach Deutschland geschmuggelte Zwergplumploris nach ihrer Beschlagnahmung unterbringen.

Die Dortmunder Zoobesucherinnen und Zoobesucher haben beim Kauf eines Zoo-Tickets die Möglichkeit, unter anderem die Arbeit des Plumploris e.V. im Plumplori-Schutz zu unterstützen. Das geht ganz einfach durch den Freiwilligen Artenschutz-Euro, den der Zoo Dortmund 2024 eingeführt hat – dabei zahlen Sie an der Kasse zu Ihrem Eintritt einfach einen Euro mehr.

Im letzten Jahr konnte der Plumploris e.V. dadurch mit 80.798,19 Euro für seine Arbeit im Tier- und Artenschutz unterstützt werden.

Zum Thema

Die Studie ist in englischer Sprache zu finden: „A new home is a death trap: Reinforcement at a translocation release site leads to fatalities in an endangered primate species”

Schlagwörter

Tiere Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz

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