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Dortmund im Wandel

Street-Art-Wandgemälde machen ganz Dortmund zur Kunstausstellung

Wenn Fassaden zum Blickfang werden und mit Kunst im Großformat ganze Straßenzüge prägen, spricht man von „Murals“. Auch die Dortmunder City hat viele solcher Street-Art-Wandgemälde zu bieten, die zum Entdecken einladen.

Bild: Benito Barajas
Mann mit Kappe ist von hinten zu sehen, wie er sich ein Graffiti mit der Aufschrift "Another Weekend" ansieht.
Nördlich auf der Brückstraße, hinter dem Orchesterzentrum, lesen Spaziergänger*innen in großen Lettern die Worte „Another Weekend“.
Bild: Benito Barajas

Wand um Wand hat die urbane Kunst insbesondere das Brückviertel als buntes, individuelles und kreatives City-Quartier erobert und bereichert. Viele Werke stammen von Künstler*innen mit weltweitem Renommee. Ein Streifzug durch die Dortmunder City als große Kunstaustellung, die jederzeit für alle zugänglich ist.

Bild: Benito Barajas
Vogelperspektive auf ein bemaltes Haus hinter dem Schwarze-Gebäude auf der Brückstraße.
Der Künstler MOST hat 2017 die Wand gegenüber dem Konzerthaus gestaltet.
Bild: Benito Barajas

Brückviertel als Street-Art-Mittelpunkt

Sofort ins Auge fällt auf der Brückstraße das Werk von MOST gegenüber dem Konzerthaus. Grafisch-abstrakt, in Schwarz und Weiß, hat der Künstler dort eine ganze Wand gestaltet. Wer genau hinschaut, kann in den geometrischen Formen seine Initialen finden. Das Werk entstand 2017, als sich nationale und internationale Künstler*innen im Rahmen des Kunst- und Kulturfestivals „TransUrban“ in der City verwirklichten.

Führungen zur Street-Art

Das gilt auch für das ebenfalls schwarz-weiß-graue Werk von Lea Carla Diestelhorst, fast nebenan an der Ludwigstraße 8–10. „Hier schwingt mehr Bewegung mit“, erklärt Daniela Bekemeier von 44309//GALLERY, die das Projekt begleitet hat. „Ihre Zeichnungen sind naturalistisch inspiriert.“ Bekemeier ist Initiatorin und Kuratorin von Street-Art. Sie bietet auch Führungen zur Urban Art im öffentlichen Raum an – häufig durch das Unionviertel, das sich zum weiteren Street-Art-Hotspot entwickelt hat. Manchmal gibt es übrigens auch Fördermittel für die großflächige Kunst: Lea Carla Diestelhorst etwa hat neben der Fassade in der Ludwigstraße gerade im Auftrag der Stadt Dortmund auch die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage am Rathaus gestaltet – dafür gewährte das Land einen Zuschuss.

Bild: Benito Barajas
Weißer Geist als Graffiti auf orangenem Grund an einer Hauswand.
Als Mosaik aus Kacheln ist dieser pixelige Geist auf die Wand des Brückcenters gebannt.
Bild: Benito Barajas

Zurück im Brückviertel begegnet man in der Reinoldistraße einem Werk des Brasilianers Alex Senna, das 2014 spontan zustande kam. Auf dem Tür-Rollo des Clubs Oma Doris präsentiert sich in Schwarz-Weiß sein „Alter Mann im Spiegel“. „Senna arbeitet oft geschickt mit Licht und Schatten, und bezieht seine Werke in die Umgebung ein – das sehen wir auch hier“, erklärt Daniela Bekemeier.

Kunst mit ernstem Hintergrund

Am Brückcenter sucht ein pixeliger Geist im Pacman-Stil die Fassade heim, während weiter nördlich auf der Brückstraße, hinter dem Orchesterzentrum, in großen Lettern die Worte „Another Weekend“ in Erscheinung treten. Letztere gehören zu einer dreiteiligen Serie von Stefan Marx, die 2019 im Rahmen der Ausstellung „Ruhr Ding: Territorien“ entstand. Das Werk ist eine Referenz an einen Song des amerikanischen Singer-Songwriters Ariel Pink. Eine Hymne auf ein hedonistisches Wochenende? Mitnichten. Eine tiefmelancholische Ballade.

Street-Art in Dortmund

Vogelperspektive auf ein bunt bemaltes Gebäude am Wallring.
Mit leuchtenden Farben hat „The London Police“ 2012 an der Kreuzung Königswall/Brinkhoffstraße die Dortmunder Skyline gewürdigt.
Bild: Benito Barajas
Orientalische Ornamente erinnernden Wandzeichnung in der Gerberstraße 3.
An der Gerberstraße 3 verewigte sich 2020 der Künstler Parole.
Bild: Benito Barajas
Mensch läuft vor einem Graffiti auf der Tür des Clubs "Oma Doris" vorbei.
Das Brückviertel ist besonders reich an Street-Art – hier zum Beispiel „Alter Mann im Spiegel“ von Alex Senna (2014).
Bild: Benito Barajas
Bunte Säule.
In Dortmund findet sich Kunst mitten auf der Straße.
Bild: Benito Barajas
Rotes Auto fährt durch Unterführung.
Auch wer mit dem Rad oder dem PKW unterwegs ist, findet Street-Art überall.
Bild: Benito Barajas
Vogelperspektive auf ein bunt bemaltes Gebäude am Wallring.
Mit leuchtenden Farben hat „The London Police“ 2012 an der Kreuzung Königswall/Brinkhoffstraße die Dortmunder Skyline gewürdigt.
Bild: Benito Barajas
Orientalische Ornamente erinnernden Wandzeichnung in der Gerberstraße 3.
An der Gerberstraße 3 verewigte sich 2020 der Künstler Parole.
Bild: Benito Barajas
Mensch läuft vor einem Graffiti auf der Tür des Clubs "Oma Doris" vorbei.
Das Brückviertel ist besonders reich an Street-Art – hier zum Beispiel „Alter Mann im Spiegel“ von Alex Senna (2014).
Bild: Benito Barajas
Bunte Säule.
In Dortmund findet sich Kunst mitten auf der Straße.
Bild: Benito Barajas
Rotes Auto fährt durch Unterführung.
Auch wer mit dem Rad oder dem PKW unterwegs ist, findet Street-Art überall.
Bild: Benito Barajas

Von der Idee zum Wandgemälde

2020 verewigte sich der Künstler Parole mit seiner an orientalische Ornamente erinnernden Wandzeichnung in der Gerberstraße 3 (s. Bilderstrecke oben). „Der facettenreiche belgische Künstler verdreht, verzerrt und formt Schriften, bis die Buchstaben nahezu unleserlich sind und damit ihre Bedeutung als Codes für intersubjektive Kommunikation aufgeben“, berichtet Christian Weyers, Leiter von DORTMUND KREATIV. Sein Team ist heute der erste Ansprechpartner, wenn es um Wandmalereien im Brückviertel geht. „Zunächst schauen wir gemeinsam mit den Künstler*innen nach geeigneten Wänden. Dann stellen wir den Kontakt zwischen Immobilieneigentümer*innen und Künstler*innen her. Die eigentliche Umsetzung der Arbeit sprechen dann diese beiden Parteien miteinander ab“, erklärt Weyers. Manchmal ist DORTMUND KREATIV auch selbst Projektpartner.

Manche Kunstwerke bleiben nur auf Zeit

Um Kunst an Fassaden zu bringen, braucht es natürlich immer auch überzeugte Hauseigentümer*innen. Denn bei den Murals handelt es sich zumeist um beauftragte Arbeiten, die den öffentlichen Raum prägen – langfristig oder vorübergehend. Ein Kunstwerk auf Zeit ist etwa das Mural an der Kreuzung Königswall / Brinkhoffstraße. Das farbenfrohe Wandbild (s. Bilderstrecke oben) zeigt comicartig die Dortmunder Skyline aus figurativen Gebäuden im unverwechselbaren Stil des Künstlerkollektivs „The London Police“ aus Amsterdam. Im Vordergrund ihr Markenzeichen – die sogenannten „LADS“ – in Schwarz-Weiß mit dem Entstehungsjahr des Kunstwerks auf der Brust. Mit dem Neubau der VHS an dieser Stelle wird das Kunstwerk verschwinden – doch neue Street-Art wird weitere Fassaden erobern und bereichern.

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